Für berufliche Information oder Fortbildung (Abb. 3) setzen Ärzt:innen in erster Linie auf Kongresse/Präsenzfortbildungen (79%), gefolgt von Fachzeitschriften (67%), Online-Fortbildungen (60%) und Leitlinien (58%). Auch Gespräche mit Kolleg:innen (50%) sowie Gespräche mit Pharmareferent:innen / Medical Advisors (46%) spielen für Ärzt:innen zur Informationsbeschaffung eine wichtige Rolle.

Abb. 3: Kongresse und Fachzeitschriften sind für alle Altersgruppen die beiden relevantesten Informationsquellen. (n = 200)
Online-Publikationen / Online-Artikel (34%), Videos von Fortbildungsveranstaltungen / kurze Zusammenfassungen (28%), Fachbücher (27%), digitale Kongresse (22%) sowie Podcasts / Audiobeiträge (19%) stellen ebenfalls relevante Informationsquellen dar. Social Media und Websites von Pharmaunternehmen (je 6%) sowie Websites anderer Anbieter (keine Pharmafirmen, sondern z.B. Wikipedia, Gesellschaften etc.) sind für Ärzt:innen als Infokanal nur wenig interessant.
Die Gewichtung der verschiedenen Informationsquellen hat sich seit 2022 kaum verändert. Zudem gibt es hier nur geringe Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Auch Fachzeitschriften sind bei allen Generationen von Ärzt:innen sehr beliebt: Es gibt keinen Unterschied zwischen der Altersgruppe unter 45 Jahren und jener zwischen 46 und 59 Jahren. Für die 60+-Jährigen sind Fachzeitschriften als Informationsquelle zwar etwas wichtiger als für ihre jüngeren Kolleg:innen, allerdings greifen die jungen Ärzt:innen durchschnittlich häufiger im Monat zu Fachzeitschriften als die älteren.
Mehr dazu in “Häufige Nutzung von Fachzeitschriften in allen Altersgruppen“.
Sieht man sich die Unterschiede nach Arbeitssetting an, fällt auf, dass Fachärzt:innen Kongresse/Fortbildungen mehr in Präsenz besuchen als Allgemeinmediziner:innen, die eher Webinare und Online-Fortbildungen besuchen. Vor allem bei Fachärzt:innen haben zudem Podcasts stark an Bedeutung gewonnen. Bei der Frage „Welche der folgenden Formate bevorzugen Sie, um sich für Ihren Beruf zu informieren bzw. fortzubilden?“ wurden Podcasts 2022 lediglich von rund 10% der Befragten genannt, während es 2026 bereits 22% sind.
Schaut man sich die Ergebnisse nach Altersgruppen an, sieht man, dass bei den jungen Ärzt:innen (unter 45 Jahren) sogar über 30% Podcasts als bevorzugtes Format nennen.
Die Relevanz der Informationsquellen hängt auch davon ab, wofür die Ärzt:innen diese heranziehen. Im Hinblick auf neue medikamentöse Therapieoptionen sind folgende Kanäle für Ärzt:innen besonders relevant (Abb. 4): Auf Platz 1 liegen Fortbildungen/Kongressen/Tagungen, gefolgt von Fachzeitschriften, die ganz knapp vor Gesprächen mit Kolleg:innen sowie Pharmareferent:innen / medizinischen Mitabeiter:innen von Pharmafirmen als Informationsquelle auf Platz 2 liegen. Junge Ärzt:innen (bis 45 Jahre) sowie niedergelassene Fachärzt:innen stufen Fachzeitschriften als Informationsquelle für neue Therapieoptionen sogar als relevanter ein als Kollegengespräche. Gerade für die jungen Ärzt:innen ist zudem die Suchmaschinen-Recherche z.B. über Google oder ChatGPT in diesem Zusammenhang von großer Relevanz.

Abb. 4: Fortbildungen sind bei allen Altersgruppe Informationsquelle Nr. 1, wenn es um neue medikamentöse Therapien geht. (n = 200)
Auch bezüglich des Arbeitssettings gibt es einige Auffälligkeiten: Für die niedergelassenen Fachärzt:innen und die Allgemeinmediziner:innen sind Newsletter hinsichtlich neuer medikamentöser Therapieoptionen eine besonders wichtige Informationsquelle. Auch Informationen von Pharmareferent:innen / medizinischen Mitarbeiter:innen von Pharmafirmen stufen sie als relevanter ein als ihre Spitalskolleg:innen.
Bei der Entscheidung, eine Fortbildungs- oder Informationsveranstaltung zu besuchen, ist das Thema bzw. der Inhalt das ausschlaggebende Kriterium (für 94% der Fachärzt:innen und 86% der Allgemeinmediziner:innen). Für die Fachärzt:innen sind weiters die Vortragenden (59%), der Termin (56%) und der Ort (56%) besonders relevant. Bei den Allgemeinmediziner:innen sieht dies nur geringfügig anders aus: Für sie sind der Ort der Veranstaltung (68%) sowie der Termin (66%) und der Erwerb von DFP-Punkten (56%) von besonderer Bedeutung.
Ein weiterer Unterschied in Bezug auf das Arbeitssetting: Während Allgemeinmediziner:innen an Online-Veranstaltungen lieber live teilnehmen (oder es zumindest versuchen), ist bei den Fachärzt:innen, insbesondere bei den Spitalsärzt:innen, on demand von großer Bedeutung. Kurze Videozusammenfassungen von Online-Veranstaltungen sind für alle Ärztegruppen von geringem Interesse.