© momius – stock.adobe.com Hotels sollen in Zukunft die Übernachtungen im Krankenhaus nach kleineren Eingriffen ersetzen. Ein solcher Vorschlag von Ordensspitälern stößt allerdings auf Kritik.
Patient:innen, die keine intensive medizinische Betreuung mehr benötigen, aber noch nicht nach Hause entlassen werden können, sollen künftig in sogenannte Patientenhotels verlegt werden. Zumindest wenn es nach dem Sprecher der Ordensspitäler Oberösterreich geht. Laut Medienberichten, kommen etwa Frauen nach einer Entbindung, ältere Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt, Eltern mit Kindern nach einer Mandeloperation oder Patient:innen nach ambulanten und tagesklinischen Eingriffen für den Vorschlag infrage. Auch nach bestimmten Eingriffen im Herzkatheterlabor könnte künftig ein Aufenthalt mit Begleitperson in einem nahe gelegenen Hotel möglich sein. Medizinische Hilfe wäre bei Bedarf weiterhin rasch erreichbar. Ziel sei es, Krankenhäuser zu entlasten, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und zugleich Kosten zu sparen.
Das Konzept stammt aus den USA und Kanada und wird auch in Skandinavien eingesetzt. Auch in Oberösterreich ist die Idee nicht neu. Bereits 2012 entwickelte das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried ein Konzept für eine solche abgestufte Versorgung. Schon damals wurde erwartet, dass kürzere stationäre Aufenthalte und mehr ambulante Eingriffe alternative Übernachtungsmöglichkeiten erforderlich machen könnten.
Offen ist allerdings die Finanzierung. Noch ist nicht geklärt, welchen Anteil Patient:innen selbst bezahlen müssten und ob sich die Krankenkassen an den Kosten beteiligen würden. Genau hier setzt die Kritik der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich an. Sie befürchtet zusätzliche Belastungen für Patient:innen und eine Verschlechterung der Versorgung. „Eine Verlagerung der Kosten auf die Patientinnen und Patienten lehnen wir ab. Es muss alles getan werden, um die Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem wieder zu steigern “, sagt AK-Präsident Andreas Stangl. Nicht alle Menschen könnten sich solche Zusatzsausgaben leisten. Bereits im Vorjahr mussten die Österreicher:innen laut AK zusätzlich zu den Sozialversicherungsbeiträgen 24,4 Prozent der Gesundheitsausgaben selbst tragen. Zudem habe die ÖsterreichischeGesundheitskasse (ÖGK) bereits Leistungen wie Krankentransporte oder Zahnbehandlungen gestrichen. Auch aus medizinischer Sicht sieht die AK Risiken: Wenn Patient:innen die nötige Betreuung nicht mehr im Krankenhaus erhalten, könne dies den Heilungsprozessesgefährden. (oe24/APA/tab)