So viele Kassenstellen sind offen

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Der Jahresbericht der Ärztekammer präsentiert sich in neuem Design und mit erweiterten Daten. Erstmals enthält er auch eine Übersicht offener Kassenstellen. 

Die Auswertung der ÖÄK zeigt, dass österreichweit 311,5 Kassenstellen unbesetzt sind – davon 167,5 in der Allgemeinmedizin. Im Facharztbereich sind die Frauenheilkunde (46,5 offene Kassenstellen), die Dermatologie (28,5) und die Kinder- und Jugendheilkunde (20,5) die größten Problemfelder. Weitere Daten zeigen: Während die Zahl der Kassenärzt:innen seit 1999 – trotz eines Bevölkerungswachstums in Österreich um 1,2 Millionen Menschen – nahezu stagniert, ist die Zahl der Wahlärzt:innen deutlich gestiegen. „Das zeigt uns, dass wir im Kassensystem durch die Sparprogramme der vergangenen Jahrzehnte einen deutlichen Attraktivitätsmangel und einen erheblichen und drängenden Handlungsbedarf haben“, mahnt Ärztekammer-Präsident Johannes Steinhart  

Positiv entwickelt sich der Fortbildungsbereich der Akademie der Ärzte: 2025 wurden über 17.000 Teilnahmen an digitalen Angeboten verzeichnet. Die Akademie-Lernwelt auf meindfp.at umfasst mittlerweile knapp 350 DFP-approbierte E-Learning-Fortbildungen diverser Fachrichtungenund wird jährlich von rund 11.000 Ärzt:innen genutzt. Auch der Österreichische Impftag konnte sich im hybriden Format erfolgreich etablieren: 935 Personen nahmen im vergangenen Jahr daran teil.  

Mit einem Rücklauf von 50 Prozent der verteilten Fragebögen erzielte die Bundeskurie angestellte Ärzt:innen (BKAÄ) einen neuen Rekord bei der Ausbildungsevaluierung 2025. Zudem zeigte sich, dass die ärztliche Ausbildung immer besser bewertet wird. Positiv kommentierte die Kurie, dass im Regierungsprogramm der Wille zur Umsetzung einer verbindlichen Patientenlenkung festgehalten wurde.  

Auch die Bundeskurie niedergelassene Ärzt:innen fand positive Aspekte im Regierungsprogramm, etwa die geplante Schaffung von Anreizen zur Vorsorge. Im Wahlarzt-Bereich betonte die BKNÄ aber mehrfach, dass es Anreize statt Verpflichtungen brauche, um die Kassenmedizin zu stärken. Ein weiterer Schwerpunkt war die digitale Medizin. Die mit dem Dachverband der Sozialversicherungsträger beschlossene Zukunftsvereinbarung e-Health soll künftig auch die Finanzierung von neuen digitalen Projekten regeln. (tab)