„Arbeiten täglich daran, Versorgung sicherzustellen“

© Richter Pharma/APA-Fotoservice/Jürgen Grünwald

Die Richter Pharma AG ist 2025 kräftig gewachsen und verdreifacht die Produktionskapazitäten. Kritik gibt es an der Preissituation in Österreich.

Das oberösterreichische Unternehmen Richter Pharma AG mit Sitz in Wels zählt zu den wenigen namhaften Pharmaproduzenten in österreichischer Hand. Die Richter Pharma AG feiert heuer ihr 450-Jahr-Jubiläum und blickt auf ein historisches Meilensteinjahr 2025 zurück: Das Familienunternehmen erreichte mit seinen vier Geschäftsfeldern dem Pre-Wholesaling für nationale und internationale Pharmahersteller, dem vollsortierten Pharmahandel von Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten für Mensch und Tier und der Produktion von Veterinärarzneimitteln neue Höchststände bei Umsatz und Beschäftigtenzahl.

Mit kräftigen Investitionen setzte der Konzern nachhaltige Impulse für Innovation, Digitalisierung und Versorgungssicherheit am Standort Oberösterreich. Der Konzernumsatz stieg auf um 8,3 % auf 941 Mio. €, das EBT lag bei rund 12,5 Mio., das EBITDA bei 18,2 Mio. €. Die Zahl der Beschäftigtenerhöhte sich auf 491. „Die Milliarde ist zum Greifen nah“, gibt CEO Roland Huemer die Richtung für 2026 vor. Helfen sollen dabei die vier Standbeine. „Wir produzieren veterinärmedizinische Arzneimittel. Mit der Herstellung von sterilen Injektionslösungen spielen wir in der ‚Champions League der Arzneimittelproduktion‘. Darüber hinaus erzeugen wir hochwirksame Nahrungsergänzungsmittel für den Humanbereich und sind zusätzlich vollsortierter nationaler Pharmahändler für Mensch und Tier“, erklärt Huemer.

Damit trägt der Konzern als systemkritisches Unternehmen besondere Verantwortung. „Wir arbeiten täglich daran, die Versorgung im Human- und Veterinärbereich auf hohem Niveau sicherzustellen und weiter zu verbessern“, betont Huemer und ergänzt: „Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine große Herausforderung.“ Denn besonders in Teilsegmenten wächst der Druck durch steigende Kosten und staatliche Preisdeckelungen. „Wir warnen vor der Entwicklung bei niedrigpreisigen Humanarzneimitteln. Denn mangels freier Preiskalkulation wird es für Hersteller, Großhändler und Apotheken immer herausfordernder, hier die Versorgung sicher zu stellen“, betont Huemer. Das könne zu spürbaren negativen Auswirkungen für Patient:innen führen: Die zuverlässige und rasche Verfügbarkeit aller Medikamente könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Eine Lösung wäre die gesetzliche Möglichkeit der Indexanpassung sowie eine Neuregelung der Vergütung für den Pharmagroßhandel. (rüm)