© BaLL LunLa/Shutterstock.com Eine 2024 veröffentlichte Studie zur Übersterblichkeit nach der Corona-Pandemie, die von Impfskeptiker:innen als Beleg herangezogen wurde, ist wegen Desinformation und methodischer Mängel zurückgezogen worden.
Die in der britischen Fachzeitschrift „BMJ Public Health“ erschienene Untersuchung enthalte „Desinformation über die möglichen Gründe der Übersterblichkeit“, teilte die Herausgeber-Gruppe BMJ mit. Außerdem habe sie sich lediglich auf einen „begrenzten Umfang eigener Arbeit“ gestützt.
Die Studie war zu dem Schluss gekommen, dass die Übersterblichkeit in mehreren Regionen der Welt auch in den Jahren nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie ungewöhnlich hoch geblieben sei. In zahlreichen impfskeptischen Veröffentlichungen im Internet wurde sie deshalb Beleg dafür angeführt, dass Corona-Impfungen zu einem Anstieg der Todesfälle geführt hätten. Die Autor:innen selbst stellten einen solchen Zusammenhang allerdings nicht her. Sie warfen aber die Frage auf, warum es „trotz der Ergreifung von Eindämmungsmaßnahmen und Impfungen gegen Covid-19“ weiterhin höhere Todesraten gebe. Sie forderten die politischen Entscheidungsträger auf, genauere Daten zu veröffentlichen, um die Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen und Corona-Impfungen untersuchen zu können.
Dies war vielfach auf Kritik gestoßen. Den Studienautor:innen wurde vorgeworfen, unbegründete Zweifel an Corona-Impfungen zu schüren, obwohl diese während der Pandemie Millionen Menschen das Leben gerettet hätten. Die BMJ-Gruppe kündigte zunächst eine Prüfung der Vorwürfe an. Auch das Prinzessin-Máxima-Zentrum für Kinder-Onkologie im niederländischen Utrecht, mit dem drei der vier Studienautor:innen verbunden sind, leitete eine Untersuchung ein. BMJ veröffentlichte zunächst eine Warnung und rief zu einem vorsichtigen Umgang mit der Studie auf, nun zog sie die Veröffentlichung vollständig zurück. /APA/tab)