Schmerzmediziner für Therapie mit Cannabis

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In einer wissenschaftlichen Studie zeigte sich, dass eine Therapie mit Cannabis-Extrakten gut gegen chronische Schmerzen hilft und nicht abhängig macht. 

820 Patient:innen mit chronischen Rückenschmerzen und einer neuropathischen Schmerzkomponente nahmen an einer placebokontrollierten Studie teil, die die Wirkung von Cannabis-Extrakten in Arzneimittelqualität untersuchte. Das Ergebnis der an der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführten wissenschaftlichen Arbeit: Durch die Einnahme der THC- und CBD-Extrakte nahmen die Schmerzen ab, die Schlafqualität und körperliche Funktionen verbesserten sich, abhängig machten die Extrakte nicht. 

„Diese Studie stellt einen wesentlichen Meilenstein in der Schmerzmedizin dar“, erklärt Rudolf Likar, Schmerzmediziner am Klinikum Klagenfurt und Vorstandmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) und ergänzt, dass sich medizinische Cannabinoide klar von Cannabisblüten für den Freizeitkonsum unterscheiden. „Wir brauchen in der Medizin keine Cannabisblüten, sondern standardisierte THC- und CBD-Extrakte.“ 

ÖGARI-Präsident Michael Zink weist darauf hin, dass Cannabis-Arzneien kein Ersatz für die ganzheitlichen Schmerztherapien sind, bei sorgfältiger Indikationsstellung aber einen wichtigen therapeutischen Baustein darstellen können. (sst)