© Syda Productions - stock.adobe.com Ein neuer Report auf der Basis von Antworten aus 500 Apotheken sowie Expert:innen-Gesprächen zeigt, wie Beratung in Apotheken und gezielte Herstellerunterstützung OTC-Umsätze deutlich heben kann.
Um 13 Prozent können OTC-Umsätze in Apotheken unter bestimmten Bedingungen gesteigert werden. Das ist das Ergebnis des „Better Health Report 2026“ den die globale Strategieberatung Simon-Kucher in Partnerschaft mit dem Dachverband der europäischen Selbstmedikationsindustrie AESGP nun veröffentlicht hat. Der Report untersucht über 500 Apotheken in Europa und zeigt zusammen mit über 20 Experteninterviews, dass gezielte Herstellerunterstützung und bessere Beratungskompetenz die OTC-Umsätze im Self-Care-Bereich signifikant steigern können.
Grundlage für dieses Wachstumspotenzial ist das hohe Vertrauen der Verbraucher in der Beratung durch Apotheken: Mehr als sieben von zehn Kunden folgen der Empfehlung ihrer Apotheker:innen, wenn diese:r ein konkretes Selbstmedikationsprodukt empfehlen. Gleichzeitig sehen sich Apotheken mit der Konkurrenz durch Online-Anbieter, Einzelhandelsketten und digitale Gesundheitsangebote konfrontiert und wünschen sich stärkere Unterstützung seitens der Industrie, um dieses Potenzial besser auszuschöpfen.
„Die Rolle des Apothekers verändert sich. Die Menschen kommen nicht mehr nur in die Apotheke, um ein Produkt zu kaufen. Sondern auch, um in einer zunehmend komplexen Gesundheitslandschaft Orientierung zu finden. Apotheker ermöglichen fundierte Entscheidungen und geben Verbrauchern die Sicherheit, ihre Gesundheit eigenverantwortlich zu gestalten. Damit entwickelt sich die persönliche Beratung zu einer der wertvollsten Säulen unseres Gesundheitssystems“, erklärt Clemens Oberhammer, Senior Partner bei Simon-Kucher. Fazit: Apotheken bleiben eine der wichtigsten Vertrauenspersonen für schnelle Gesundheitstipps, nutzen ihr Potenzial aber oft noch nicht voll aus.
Mehr als 70 Prozent der deutschen Verbraucher vertrauen bei der Wahl eines Selbstmedikationsprodukts der Empfehlung ihres Apothekers. Konkurrenz durch Online- und Einzelhandel, uneinheitliche Schulungsstandards und Lücken in der Unterstützung durch Hersteller beeinträchtigen aber die Fähigkeit der Apothekenteams, durchgängig und effektiv Empfehlungen zur Selbstmedikation auszusprechen. Apotheken wünschen sich deshalb auch mehr Unterstützung durch Hersteller, um die wachsende Nachfrage besser bedienen zu können. „Allzu oft messen Hersteller ihren Erfolg daran, was sie in den Apotheken verkaufen. Die größere Chance liegt jedoch darin, was tatsächlich über die Ladentheke geht. Wer heute gezielt in den Apothekenkanal investiert, legt das Fundament für das Wachstum von morgen“, sagt Christian Rebholz, Partner bei Simon-Kucher.
Zentrale Ergebnisse der Studie: