SP 02|2013

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

  • Die Wirkkraft des Wortes
    Die letzten Jahrzehnte waren geprägt von offenen und verdeckten Grabenkämpfen der so genannten „Phreniker“ mit ihrem Leitmotiv „Psychische Krankheiten sind Gehirnkrankheiten“ und der „Psychiker“ mit ihrer Behauptung „Psychische Erkrankungen sind Erkrankungen der Seele“. Beide Positionen und damit natürlich auch die ...Weiterlesen ...

Focus: Psychotherapie

  • Zukunftsperspektiven der Psychotherapie

    Die Zukunft der Psychotherapie hat viel mit wissenschaftlicher Evidenz, aber auch sehr viel mit Kreativität zu tun. Der Fortschritt einer akademischen Disziplin lebt von der konstruktiven Interaktion dieser beiden Pole: der nüchternen Analyse dessen, was wir erreicht haben, was heute als empirisch abgesichert gelten darf, und den neuen Ideen kreativer Köpfe, ohne die es kein Wachstum und keine Weiterentwicklung geben kann.

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  • Neuropsychoanalyse: ein exemplarischer Überblick

    Mit seinem Plädoyer für eine Intensivierung des Dialogs zwischen der Psychoanalyse und den Neurowissenschaften hat Eric Kandel, der international führende Neurobiologe, Psychiater und Medizin-Nobelpreisträger des Jahres 2000, internationales Aufsehen erregt1–3. Neuere Entwicklungen in den Neurowissenschaften haben den interdisziplinären Dialog zwischen der Psychoanalyse und den Neurowissenschaften in den letzten Jahren befruchtet und intensiviert4, 5.

    In dem Beitrag wird im Überblick dieser Dialog auszugsweise referiert und auf erste eigene Forschungsergebnisse der Hanse-Neuro-Psychoanalyse-Studie eingegangen6.

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  • Psychotherapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung

    Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung handelt es sich um ein häufiges Krankheitsbild, das eine lange Behandlung erfordert. Psychotherapie ist ein wesentlicher Teil dieser Behandlung.

    Im Folgenden werden insbesondere die übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) und die dialektisch behaviorale Psychotherapie (DBT) dargestellt, deren Wirksamkeit gut belegt ist.

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  • Störungsorientierte Psychotherapie bei Depression

    Zur Behandlung der akuten und der chronischen Depression sowie zur Vorbeugung steht eine Reihe wirksamer, evidenzbasierter Psychotherapieverfahren zur Verfügung.

    Eine Kombination von Psychotherapie und Pharmakotherapie ist vor allem bei schweren Depressionen, chronischen Depressionen, bei Vorliegen einer Residualsymptomatik und bei Komorbidität mit Persönlichkeitsstörungen indiziert.

    Störungsspezifische Modellvorstellungen über Entstehung und Behandlung bei Depression gibt es in erster Linie bei kognitiver Verhaltenstherapie, interpersoneller Therapie und psychodynamischer Therapie.

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  • Möglichkeiten und Grenzen psychoanalytischer Psychosenbehandlung

    Unter Beachtung aller zwangsläufigen Einschränkungen und notwendigen Erweiterungen kann die psychoanalytische Arbeit mit psychotischen Störungen – ob es sich nun um latente Psychosen im Sinne des Vorliegens einer psychotischen Struktur oder um manifest gewordene Erkrankungen im Sinne von bereits erfolgten Dekompensationen handelt – durchaus gewinnbringende Resultate jenseits einer wirklichen Heilung zeitigen.

    Sie kann Stabilisierungen verstärken oder ermöglichen, psychotische Episoden verhindern oder weitere psychotische Einbrüche hintanhalten und es den Patienten erlauben, ein zumindest erträgliches Leben zu führen oder fortzusetzen.

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  • Systemische Konzepte in der stationären Psychiatrie

    In den 1980er-Jahren verschob sich der Fokus der systemischen Therapie von äußeren inter­aktionellen Mustern auf die inneren Prozesse der Informationsverarbeitung und Realitäts­konstruktion. Lösungs- und Ressourcenfokussierung sowie Auftragsklärung wurden nun die zentralen Definitionsmerkmale systemischer Therapie.

    Diese Prinzipien werden im folgenden Artikel für den psychiatrischen Kontext beschrieben; im Sinne eines „Best practice“-Modells wird das SYMPA-Projekt „Systemtherapeutische Methoden in der psychiatrischen Akutversorgung“ kurz dargestellt.

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  • Die Kombinierbarkeit von Psychotherapie und Psychopharmakotherapie

    Die Kombination von Psychotherapie und Psychopharmakotherapie hat sich in der täglichen Praxis durchgesetzt. Dabei kann die Kombination positive Effekte haben, wie Veränderung von Lerneffekten, Extinktion von traumatischen Inhalten, Stabilisierung, Verbesserung der Adhärenz, Förderung von Neuroplastizität, Abnahme von Craving und Belohnungseffekten sowie Verbesserung der Psychopathologie. Aber auch gegenseitige Verminderung bei der Wirksamkeit von Konfrontationsverfahren, Herabsetzung der Therapiemotivation und Veränderung von Belohnungseffekten werden diskutiert.

    Wichtig für die Therapeuten ist es, die Interaktionen zu kennen, um einen möglichst effizienten Einsatz von Psychotherapie und/oder Psychopharmakotherapie gewährleisten zu können.

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Kongress

  • ÖGPP 2013: Psychiatrie im Nationalsozialismus – Erinnerung und Verantwortung
    Es war Zeit, diesen Schritt zu setzen, sagte der scheidende Präsident der ÖGPP, Univ.-Prof. Dr. Christian Haring, Hall. Bei einer Gedenkveranstaltung im Rahmen der ÖGPP-Jahrestagung wurde an die nationalsozialistischen Verbrechen gegen psychisch Kranke, Be­hinderte und Randgruppenangehörige erinnert. Im Namen der ...Weiterlesen ...
  • ÖGPP 2013: Medikamentöse Therapie der Schizophrenie

    In einem State-of-the-Art-Vortrag bei der diesjährigen Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie fasste Univ.-Prof. Dr. W. Wolfgang Fleischhacker, Innsbruck, Therapie­ziele und pharmakologischen Behandlungsmöglichkeiten der Schizophrenie zusammen.

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  • ÖGPP 2013: Beziehungskontinuität, Interesse und Konfliktbereitschaft

    Vor dem Hintergrund der Entwicklungen der Psychiatrie und Psychotherapie des 19. und 20. Jahrhunderts und der Erfahrungen im „Modell Gugging“, einer Psychiatriereform der letzten Jahrzehnte, wird die Bedeutung von Beziehungskontinuität als Qualitätskriterium psychiatrischer Versorgung dargestellt und entsprechende Konzepte und Strukturen als methodische wie auch ethische Aufgabe eingefordert.

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  • Substitutionsforum 2013: Aktuelle Empfehlungen in der Substitutionsbehandlung

    Das 16. Substitutionsforum bot heuer etwa 200 Teilnehmern die Gelegenheit für hochkarätige Fortbildung und fachlichen Austausch. Eines der Referate widmete sich den wichtigsten Aspekten der Neuauflage des Konsensus-Statements „Substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger“.

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Für die Praxis

  • Der Kampf gegen Folter und Misshandlung als globale Aufgabe

    Im Kampf gegen Folter und Misshandlung spielen die effektive Dokumentation von Gewaltfolgen und die Unterstützung der Opfer (in Österreich beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit Opferschutzorganisationen wie dem Weißen Ring), aber auch die Auseinandersetzung mit und die Anwendung von speziellen Standards wie dem Istanbul-Protokoll der Vereinten Nationen und des Weltärzteverbandes eine wesentliche Rolle.

    Diese als interdisziplinär zu sehende Aufgabe ist auch ein wichtiger Beitrag zur primären und sekundären Prävention von Gewalt.

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  • Somatische Aspekte der Alkoholkrankheit in der Suchttherapie

    Somatische Folgen des exzessiven Alkoholkonsums spielen eine wichtige Rolle in der Psycho­logie und Neurobiologie der Sucht. Sie beeinflussen die Wiederherstellungsvorgänge in den Phasen der Konsumreduktion oder Abstinenz und sollten aktiv in die Gestaltung des therapeutischen Prozesses einbezogen werden.

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Panorama