SP 01|2014

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

  • Mythos „Natur“
    Der Mensch ist von Natur aus schlecht. Wie oft haben wir diesen Satz schon hören müssen – und was kann man schon dagegen sagen! Was von Natur aus so ist, wie es ist, ist so, wie es ist, und kann ...Weiterlesen ...

Focus: Therapieziele im Wandel

  • Gesundheit und schönes Leben

    In einer humanbasierten Medizin geht es nicht mehr nur um die Elimination von Krankheiten, sondern vor allem um Gesundheit im tiefsten Sinn, um eine Gesundheit als umfassendes Wohlsein des Einzelnen, das durch das Wiedererreichen eines möglichst autonomen und freudvollen und damit auch schönen Lebens charakterisiert ist.

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  • Psycho­pathologie, Pathophysiologie, Lebensqualität – Therapieziele in der Psychiatrie

    Psychische Störungen haben eine biopsychosozial zu konzipierende Ätiopathogenese, wobei nach der akuten Erkrankungsphase mit dem Hauptziel der Symptomkontrolle die Besserung von Funktionsstörungen und in der Langzeitperspektive die Sicherstellung der Teilhabe am sozialen Alltagsleben entscheidend für die Lebensqualität werden. Die Therapieziele werden in der Regel zeitlich veränderlich sein, von Erkrankungsstadien und persönlichen Präferenzen der Betroffenen modifiziert und immer wieder überprüft werden.

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  • Recovery – ein Menschenrecht?

    Recovery beschreibt einen Zugang zu und Umgang mit psychosozialen Beeinträchtigungen, der – im Bewusstsein der möglichen Grenzen, welche die Krankheit verursachen kann – Selbstbestimmung und Empowerment, aber auch Integrität und Chancengleichheit von Menschen in den Mittelpunkt stellt. Die Ziele und zentralen Elemente von Recovery decken sich mit jenen der Menschenrechte, insbesondere der Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die spezifisch auch Menschen mit psychiatrischen Gesundheitsproblemen erfasst. Der folgende Beitrag skizziert die Kerninhalte der Konvention und verknüpft diese mit Recovery, um den menschenrechtsbasierten Ansatz in der Psychiatrie zu unterstützen.

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  • Reduzierter Alkoholkonsum als Behandlungsziel – für wen?

    Lange war die Abstinenz in der Behandlung der Alkoholabhängigkeit das einzige Behandlungsziel. Durch zieloffene Angebote lassen sich jedoch deutlich mehr Menschen zu einer Konsumänderung gewinnen als durch ausschließlich abstinenzorientierte.

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  • Abstinenz versus Harm-Reduction in der Behandlung Opiatabhängiger

    In der Behandlung Opiatabhängiger ist eine Vielzahl von Therapiezielen möglich und sinnvoll, wie etwa Schadensminderung und Sicherung eines möglichst gesunden Überlebens; Stabilisieren der Lebenssituation oder Verbesserung der Lebensbewältigung und Lebensqualität. Für sich allein ist Abstinenz noch kein sinnvolles Therapieziel, sondern eine Methode, diese zu erreichen wie die Substitutionsbehandlung und Harm-Reduction-Ansätze auch.

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Kongress

  • DGPPN-Kongress 2013: DSM-5: Wann wird seelisches Leiden zur Krankheit?

    In der Kontroverse um das DSM-5 warnen Kritiker vor der Gefahr der Medikalisierung durch Einführung neuer Diagnosen und Ausweitung der Grenzen psychischer Störungen. Diese diagnostische Inflation spiegle nicht nur gesellschaftliche und ökonomische Tendenzen wider, sondern auch eine grundsätzliche Problematik des Krankheitsbegriffes in der Psychiatrie, war am DGPPN zu hören.

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Für die Praxis

  • Suizid und Demenz

    Das Suizidrisiko nimmt im Alter, insbesondere bei Männern, zu; im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung haben alte Männer ein 10-fach erhöhtes Risiko.

    Die bei Demenzerkrankungen häufigen komorbiden Depressionen stellen einen wichtigen Risikofaktor dar. Bei bis zu 42 % der Demenzpatienten wurden in Kombination mit einer Depression Suizidgedanken, Todeswünsche und Lebensüberdruss dokumentiert.

    Demenzpatienten neigen eher zu indirekt lebensgefährdendem Verhalten. Für Suizidhandlungen muss das planerische Denken funktionieren, daher ist mit zunehmendem Fortschreiten der Demenz die Fähigkeit zur Durchführung reduziert.

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Panorama