Endokrinologie in allen Facetten

Die vorliegende Ausgabe von UNIVERSUM INNERE MEDIZIN bietet in ihrem Focus aktuelle und klinisch relevante Themen aus dem Bereich der Endokrinologie.

Frau Univ.-Prof. Dr. Obermayer-Pietsch und ihr Team stellen die heterogene Gruppe der neuroendokrinen Neoplasien vor. Bei 40–50 % dieser Tumorerkrankungen kommt es zu einer Überproduktion von Hormonen oder biogenen Aminen. Rund zwei Drittel weisen einen gastrointestinalen Ursprungsort auf, gefolgt von neuroendokrinen Neoplasien der Lunge mit rund 25 %. Entsprechend der WHO-Klassifikation werden gut differenzierte, niedrig proliferative neuroendokrine Tumoren von schlecht differenzierten, hoch proliferativen neuroendokrinen Karzinomen abgegrenzt. Die Diagnostik und Therapie der neuroendokrinen Neoplasien sollte an einem dafür spezialisierten Zentrum erfolgen.

Die in der klinischen Praxis häufig zutreffende Thematik der Therapie der Hypothyreose wird von Prim. Univ.-Prof. Dr. Kurtaran und Dr. Sobotka dargelegt. Ein TSH-Wert über 10 mU/l gilt als eindeutige Indikation für den Beginn einer Substitutionstherapie. Latente Hypothyreosen im höheren Lebensalter und ohne klinische Symptomatik bedürfen nicht zwingend einer Substitutionstherapie. Eine Überdosierung von Schilddrüsenhormonen sollte im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen vermieden werden.

Die Definition, Diagnostik und Therapie von Wachstumsstörungen behandelt Frau Univ.-Prof. Dr. Haeusler. Die Bezeichnung „Kleinwuchs“ beinhaltet dabei eine statistische Definition, aber keine Diagnose. Als „kleinwüchsig“ wird ein Kind bezeichnet, wenn es kleiner als 97 % seiner Altersgenossen ist. Bei Kindern mit Wachstumshormonmangel erfolgt seit 4 Jahrzehnten eine Substitutionstherapie bis zum Abschluss des Wachstumsalters.

Ein primärer Hyperparathyreoidismus gilt als häufigste Ursache für eine Hyperkalzämie, meist liegt dabei ein solitäres Nebenschilddrüsenadenom vor. Nebenschilddrüsenadenome werden, wie im Beitrag von Prim. Univ.-Prof. Dr. Pirich und OA Dr. Schweighofer-Zwink beschrieben, laborchemisch, durch die Sonografie, Szintigrafie mittels Technetium-99m-Sestamibi und PET/CT-Untersuchungen dargestellt. Die präoperative Lokalisationsdiagnostik macht gemeinsam mit der intraoperativen Parathormonbestimmung eine minimalinvasive Adenomresektion möglich.

Der Themenbereich der Hyperglykämie, die als Diagnosekriterium für den Diabetes mellitus gilt, aber auch Folge endokrinologischer Erkrankungen, unterschiedlicher Medikationen und schwerer Allgemein­erkrankungen sein kann, wird von mir selbst zusammengefasst. Die klare Strukturierung der Expertenbeiträge ermöglicht insgesamt einen kurzweiligen Wissenstransfer zum Schwerpunkt Endokrinologie.

Mit freundlichen Grüßen!

AutorIn: Prim. Univ.-Prof. Dr. Monika Lechleitner

Interne Abteilung
Landeskrankenhaus Hochzirl, Tirol


UIM 03|2021

Herausgeber: o. Univ.-Prof. Dr. Günter J. Krejs
Publikationsdatum: 2021-04-26