Internationale Aufmerksamkeit − Telemedizin-Projekt des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt

Digital vernetzte, interdisziplinäre Patientenversorgung: Im Rahmen des Projekts „HealthNET“ konnten ausgewählte Patienten mit chronischen Wunden, die bisher vor Ort im Elisabethinen-Krankenhaus versorgt werden mussten, in den eigenen vier Wänden zu Hause betreut werden. Möglich gemacht wurde dies durch die Einbindung von medizinischen IKT-Lösungen, also neuester Informations- und Kommunikationstechnologien. Dazu wurden die Patienten vom Hausarzt gemeinsam mit der in Wundmanagement ausgebildeten Hauskrankenhilfe zu Hause besucht. Die mit einem iPad angefertigten Bilder der Wunden wurden über sichere Internetkanäle direkt zum Behandler ins Krankenhaus geschickt. Der Wundexperte im Krankenhaus überlegte dann gemeinsam mit dem beim Patienten anwesenden Team, wie das weitere Wundmanagement erfolgen soll. Bei einer wissenschaftlichen Evaluierung konnten dabei deutliche Vorteile für die zu Hause behandelten Patienten erhoben werden; zusätzlich ergaben sich daraus signifikante Kosteneinsparungen.

Digitalisierungsschub: „Die Nachfrage und das Interesse am ,HealthNET’-Projekt durch die Patienten zeigt deutlich, wie viel Interesse man der telemedizinischen Patientenver­sorgung mittlerweile entgegenbringt“, so OA Dr. Walter Müller, MSc, Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt, der das innovative „Health­NET“-­Projekt rezent am European Geriatric Medicine Society-Kongress (EuGMS) international vorstellte. Die COVID-19-Pandemie verhalf der Telemedizin zu einem Popularitätsschub, „denn durch die telemedizinische Wundversorgung lassen sich Transporte von schwer pflegebedürftigen Menschen und vulnerablen Patienten vermeiden.“ Das EU-Projekt „HealthNET“ gilt als Vorzeigebeispiel eines länderübergreifenden Erfahrungsaustauschs und fand in Kooperation mit der Region Veneto und der Local Health Authority in Triest statt. Die Entwicklung moderner Medizin unter Nutzung der digitalen Möglichkeiten sei, laut Müller, Schritt für Schritt in die konkrete Patientenbehandlung zu integrieren. Es gab bereits erste Gespräche mit dem Kärntner Gesundheitsfond bzw. der Österreichischen Gesundheitskasse betreffend die weitere Finanzierung der telemedizinisch unterstützten Wundversorgung.


Quelle: Medieninformation A.ö. Krankenhaus der Elisabethinen Klagenfurt GmbH, „Internationale Aufmerksamkeit für das Telemedizin-Projekt des Elisabethinen-Krankenhauses“, 5. 11. 2021

UIM 09|2021

Herausgeber: o. Univ.-Prof. Dr. Günter J. Krejs
Publikationsdatum: 2021-11-26