Obwohl heutzutage viele verschiedene effektive Therapien für chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) zur Verfügung stehen, gibt es immer wieder therapierefraktäre Patient:innen mit komplexen Krankheitsverläufen, welche (nicht zugelassene) Kombinationstherapien benötigen. In diesem binationalen Register aus Australien und Taiwan wurden 257 Patient:innen mit insgesamt 307 Kombinationstherapien erfasst, die für zumindest ein Monat überlappend eingesetzt wurden. Die Mehrheit der Patient:innen litt an Morbus Crohn (57 %), 43 % an Colitis ulcerosa. Häufige Kombinationstherapien waren Vedolizumab + JAK-Inhibitor, JAK-Inhibitor + Ustekinumab sowie Vedolizumab + TNF-Inhibitor. Zwei Drittel der Kombinationen wurden von den behandelnden Ärzt:innen als wirksam bewertet; bei 57 % wurde eine klinische Remission erreicht, und 65 % zeigten eine objektive (biochemische, radiologische, endoskopische) Verbesserung. p19-Inhibitor + JAK-Inhibitor, Ustekinumab + JAK-Inhibitor und Ustekinumab + TNF-Inhibitor erschienen als die wirksamsten Kombinationen. Schwerwiegende Infektionen traten selten auf (1,6 %), ebenso opportunistische Infektionen (3,6 %). Unerwünschte Ereignisse waren häufiger bei Kombinationen mit JAK-Inhibitoren oder Tacrolimus, seltener bei IL-23-/Th17-gerichteten Therapien.
Fazit: Insgesamt erscheint eine Kombinationstherapie bei refraktärer CED mehrheitlich wirksam und akzeptabel sicher, trotzdem bleibt Therapieversagen ein relevantes Problem.