TAVI-PCI: Die optimale Reihenfolge von TAVI und PCI

Der optimale Zeitpunkt einer perkutanen Koronarintervention (PCI) bei Patient:innen mit hochgradiger Aortenklappenstenose mit geplanter TAVI ist Gegenstand aktueller Diskussionen. Im Open-label, non-inferiority TAVI-PCI-Trial wurden Patient:innen mit Indikation für TAVI und PCI 1:1 zu einer TAVI-first- oder einer PCI-first-Strategie randomisiert. Der primäre Komposit-Endpunkt bestand aus Tod, Myokardinfarkt, Klappen-/Herzinsuffizienz-assoziierter Hospitalisation und Blutung 1 Jahr nach Randomisierung. Es wurde die Nicht-Unterlegenheit einer TAVI-first-, verglichen mit einer PCI-first-Strategie untersucht.

Insgesamt wurden 986 Patient:innen eingeschlossen. Der primäre Endpunkt (ca. 20 %) sowie schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten gleich häufig in beiden Gruppen auf.

Bedeutung für die Praxis: Die Ergebnisse zeigen, dass eine PCI ohne Sicherheitsbedenken auf die Zeit nach erfolgter TAVI postponiert werden kann. Offen bleiben die Fragen: Ist eine routinemäßige PCI bei allen TAVI-Patient:innen mit signifikanter KHK notwendig? Ist eine routinemäßige Koronarangiografie vor TAVI notwendig?