„Gicht im Griff“

Gicht – Schnittstellenmanagement zwischen Hausärzten und Rheumatologen

Gichtpatienten werden in vielen Ländern vorwiegend vom Hausarzt behandelt. In einer Studie aus dem Jahr 2005 wurde angegeben, dass weniger als 10 % der Patienten mit Arthritis urica zum Rheumatologen überwiesen werden.1 Eine Befragung der Mitglieder der Arbeitsgruppe Gicht ergab folgende Schätzung: Im Median sehen die internistischen Rheumatologen ca. 10 % aller Gichtpatienten und kontrollieren bei einem komplexen Verlauf ca. alle 6 Monate.2 Trotz erweiterter aktueller Therapiestrategien hat sich die Einschätzung aus dem Jahr 2005 zumindest bei einer Gruppe österreichischer Rheumatologen nicht geändert.

  • Eine Vorstellung beim internistischen Rheumatologen sollte bei folgenden Kriterien erfolgen:
  • Gichterkrankung bei jüngeren Patienten
  • Gichterkrankung und eingeschränkte Nierenfunktion (Stadium 3–5)
  • Gicht und eingeschränkte Leberfunktion
  • therapierefraktäre Gicht
  • polyartikuläre Gicht mit Tophi
  • unklare Gelenkerkrankung
  • schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion unter Therapie

1 Luk AJ et al., Epidemiology of Hyperuricemia and Gout. American Journal of Managed Care.

2 Arbeitsgruppe Gicht der ÖGR: Befragung 2018

Kommentar von: Dr. Rudolf Puchner

Niedergelassener Rheumatologe, Wels


AEK 19|2019

Herausgeber: Ärztekrone VerlagsgesmbH
Publikationsdatum: 2019-10-04