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Univ.-Prof.in Dr.in Anita Rieder: Darum schätze ich unsere niedergelassenen Ärzt:innen

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Sehr geehrte Ärztinnen und Ärzte!

Österreich ist ein Land, in dem die gesunden Lebensjahre im EU-Vergleich unterdurchschnittlich sind. Wir schneiden zwar bei der Lebenserwartung recht gut ab und liegen hier über dem EU-Schnitt, müssen in Österreich jedoch damit rechnen, dass wir statistisch betrachtet im Vergleich zu vielen anderen Ländern einen größeren Anteil an unserer Lebenserwartung nicht in Gesundheit und nicht frei von Behinderung und Beeinträchtigung verbringen werden – Frauen sogar noch etwas mehr als Männer. Pandemie, Krieg und Wirtschaftskrisen sind hier noch nicht miteingerechnet.
Die Zukunftsprognosen sind nicht die allerbesten. Die soziale Ungleichheit wird die gesundheitliche Ungleichheit noch stärker beeinflussen. Wir sehen eine steigende Prävalenz von chronischen Erkrankungen bereits in den mittleren Lebensjahren, welche den Anteil der gesunden Lebensjahre weiter beeinträchtigen wird. Der Bedarf der Bevölkerung an medizinischer Versorgung vor allem einer kontinuierlichen Primärversorgung ist groß und wird noch größer werden, aber besonders auch der Bedarf an Prävention und Rehabilitation für alle Altersgruppen, mit besonderem Bedacht auf die Chancengleichheit und dem Zugang zum Gesundheitssystem.
Der niedergelassene ärztliche Bereich hat hier eine wichtige Rolle für das Gesundheitswesen. Die engagierten Lehrordinationen, das heißt die Hausärztinnen und -ärzte, sind wichtige Partner:innen der Medizinuniversität und die Mentor:innen für die Studierenden. Die Studierenden lernen dort den komplexen Alltag besser kennen und auch die Zusammenarbeit mit dem psychosozialen Dienst, den Drogenberatungsstellen, den Hospiz- und anderen wichtigen Einrichtungen, mit denen Hausärztinnen und -ärzte zusammenarbeiten. Unsere Lehrbeauftragten in den Kassenordinationen haben die Studierenden auch in der Pandemie weiterhin unterrichtet. Sie haben ihnen in dieser schwierigen Zeit Wesentliches mitgeben können und haben sie uneingeschränkt weiter betreut. An den Hausärztinnen und -ärzten konnten die Studierenden auch miterleben, wie essenziell die hausärztliche Versorgung inklusive Pandemiemanagement ist. Hier an dieser Stelle darf ich ein ganz großes Dankeschön an die Hausärztinnen und Hausärzte, die auch unsere Partner:innen an der Universität Wien sind, und den ganzen niedergelassenen Bereich aussprechen! Ich darf Ihnen für die Betreuung der Studierenden danken und kann nur sagen, dass das Feedback dieser Studierenden außerordentlich gut ist. Und das zeigt sich auch in den Zahlen: Es gehen immer mehr und mehr Studierende in die allgemeinmedizinische Praxis für einen Teil ihres praktischen klinischen Jahres.