Neues AHOP-Präsidium: Qualitätsverbesserung in der hämatologischen und onkologischen Pflege als Ziel

 

AHOP-News: Welche Ziele verfolgen Sie als neuer Präsident der AHOP? In welchen Bereichen möchten Sie verstärkt Aktivitäten setzen?

Harald Titzer: Mein Ziel als Präsident ist es in erster Linie, daran anzuknüpfen, was in den letzten Jahren – auch unter Mitwirken meines Vorgängers Past President Josef Trattner, BSc, MSc – bereits aufgebaut wurde. Hervorzuheben ist hierbei im Speziellen unser Bildungsprogramm, denn das Bestreben der AHOP ist es, MitarbeiterInnen der Pflege zu fördern sowie Aus- und Weiterbildung im Bereich Onkologie und Hämatologie anzubieten. Dies bedeutet, dass wir verstärkt die von uns jährlich veranstalteten Fortbildungstage in den Bundesländern weiter unterstützen und fördern wollen. Es geht aber auch darum, Abläufe zu optimieren und Kooperationen zu stärken. Eine dieser Kooperationen betrifft die von der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie (OeGHO) initiierte Onconovum Academy, ein Aus- und Fortbildungsveranstalter, mit dem die AHOP künftig verstärkt zusammenarbeiten möchte.
Mir ist es ein besonderes Anliegen, besonders die AHOP-Initiative „Cancer Nurse“ verstärkt zu forcieren und unser Ziel weiterzuverfolgen, die Cancer Nurse in Österreich zu positionieren und ihr im multiprofessionellen Versorgungsteam in der Onkologie und Hämatologie einen Platz zu sichern. Es gilt, Initiativen zu setzen, um die hämatologische und onkologische Pflege in Österreich als Sonderfach zu etablieren.
Weitere wichtige Ziele sind die Vertiefung und Erweiterung der Kompetenzen der hämatologischen und onkologischen Pflegepersonen und des Bewusstseins für die hämatologische und onkologische Pflege in der Öffentlichkeit. Vor allem der Social Media Bereich soll künftig vermehrt genutzt werden (Facebook: www.facebook.com/AHOP-370634052991474; Twitter: https://twitter.com/@_AHOP_; Instagram: ahopaustria).

Was zeichnet eine nationale Gesellschaft wie die AHOP aus?

Die AHOP zeichnet sich dadurch aus, dass sie in Österreich schon seit dem Gründungsjahr 1994 eine gut etablierte Fachgesellschaft ist – mit einer klar definierten Zielgruppe, deren Mitglieder über alle neun Bundeslänger hinweg hervorragend vernetzt sind. Die Mitgliederzahlen steigen stetig, die Zusammenarbeit erfolgt multiprofessionell, sind wir doch mit allen an der onkologischen Versorgung beteiligten Berufsgruppen vernetzt. Des Weiteren zählt die AHOP in Österreich neben dem Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) und dem Österreichischen Berufsverband für Anästhesie- und Intensivpflege (ÖBAI) zu den größten Pflegefachgesellschaften; die AHOP kooperiert zudem mit anderen Pflegefachverbänden auf gleicher Augenhöhe, allen voran mit der Österreichischen Gesellschaft der Breast Care Nurses (BCN), der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) und dem ÖGKV.

Welche Fortbildungsmaßnahmen stehen für die Pflege zur Verfügung?

Die AHOP bietet zahlreiche Aktivitäten an, die hämatologisch und onkologisch tätige Pflegepersonen bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Die von der AHOP initiierte Schulungsinitiative „CHECKPOINT – Immun“ bietet Interessierten Informationen zu immunonkologischen Therapien und deren therapeutischen Einsatzmöglichkeiten, zu den Nebenwirkungen und deren Management, aber auch zu den pflegerischen Besonderheiten, die sich in der Betreuung von PatientInnen mit immunonkologischen Therapien ergeben. Diese Initiative soll weiterhin unterstützt und gefördert werden.
Ab dem Jahr 2020 möchte ich in Österreich wieder die Bildungsprogramme der europäischen Dachorganisation (European Oncology Nursing Society, EONS; www.cancernurse.eu) anbieten. Hierbei bieten sich mit TITAN (Trainingsinitiative zu Thrombopenie, Anämie und Neutropenie) und TARGET zwei Bildungsinitiativen an, die von EONS entwickelt wurden und über die jeweiligen nationalen Verbände in die entsprechende Landessprache übersetzt und angeboten werden. Das Trainingsprogramm TITAN wurde in den letzten zwei Jahren überarbeitet und soll Pflegenden die Möglichkeit bieten, zu lernen, PatientInnen mit einem Risiko für das Auftreten hämatologischer Toxizitäten zu identifizieren sowie die Auswirkungen von Thrombopenie, Anämie und Neutropenie zu beurteilen. Bei der TARGET Schulungsinitiative geht es, wie der Name bereist impliziert, um zielgerichtete und personalisierte Therapien. Mit Hilfe von TARGET soll Pflegepersonen ein besseres Verständnis der wissenschaftlichen Hintergründe und der Bedeutung von zielgerichteten Therapien nähergebracht werden. Auch diese Bildungsinitiative wurde rezent überarbeitet und kann ab 2020 in Österreich angeboten werden. Sowohl bei TITAN als auch bei TARGET handelt es sich um zweitägige Veranstaltungen.
Ebenfalls ab dem Jahr 2020 soll die AHOP-Fortbildungsreihe der Spezialfortbildungen wieder fortgeführt werden. Dieses besondere Format widmet sich zwei Mal jährlich einem Kernthema der hämatologischen und onkologischen Pflege.

Welche Rolle kommt der AHOP in der Nachwuchsförderung zu?

Die Young Cancer Nurses (YCN) sind eine von der EONS ins Leben gerufene Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, auf die Herausforderungen und Anliegen junger Gesundheits- und KrankenpflegerInnen im onkologischen Bereich aufmerksam zu machen. Ziel ist es, ein Netzwerk von YCN in Europa aufzubauen. Auch in Österreich hat man sich bereit erklärt, an diesem Projekt mitzuwirken und die AHOP hat drei ihrer Mitglieder als VertreterInnen dieses Netzwerks entsandt. Ich persönlich erachte es als sehr wichtig, jungen KollegInnen eine Orientierung im Beruf zu vermitteln, auf ihre Bedürfnisse einzugehen und ihnen Raum zu geben, sich zu positionieren und sich auf den entsprechenden Fortbildungen zu repräsentieren.

Interview mit: DGKP Harald Titzer, BSc, MSc

AHOP-Präsident


AutorIn: Dr. Melanie Spitzwieser

AHOP-News 01|2019

Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft hämatologischer und onkologischer Pflegepersonen in Österreich, Harald Titzer BSc, MSc, Universitätsklinik für Innere Medizin I. Medizinische Universität Wien
Publikationsdatum: 2019-07-12