Sturzfrei und selbstständig

Beträgt der Anteil der über 60-Jährigen laut Statistik Austria derzeit noch 23,1 Prozent (unter 15 Jahre: 14,8 Prozent; 15 bis 60 Jahre: 62,1 Prozent), soll er bis 2050 auf 34,5 Prozent ansteigen (unter 15 Jahre: 13,3 Prozent; 15 bis 60 Jahre: 52,2 Prozent). Diese demografische Entwicklung ist unter anderem eine Konsequenz des Geburtenrückgangs. Dass wir älter werden, ist aber vor allem dem Fortschritt der Medizin zu verdanken. Für das Pflegepersonal im Bereich der Geriatrie stellt diese Tatsache freilich eine Herausforderung dar. An der Salzburger Universitätsklinik für Geriatrie werde daher viel Wert auf aktivierende und reaktivierende Pflege gelegt, so Oberpfleger Klaus Kessler: „Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe. Das Ziel besteht darin, die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Patienten zu erhalten und zu fördern.“

Gefahr erkannt, Sturz gebannt

Selbstverständlich gibt es aber immer auch Patienten, die besondere Aufmerksamkeit etwa in Bezug auf die Vermeidung von Stürzen benötigen. Für diese Fälle stehen beispielsweise unter der Matratze angebrachte Sensorbalken zur Verfügung. Sobald ein als sturzgefährdet definierter Patient versucht aufzustehen, wird das Pflegepersonal davon informiert. Eine weitere Möglichkeit sind Sensormatten, die am Boden rund um das Bett positioniert werden und eine Meldung geben, wenn der Patient mit den Matten in Berührung kommt. Kessler: „Daneben verwenden wir zum Beispiel auch Sturzmatratzen, die ebenfalls rund um das Bett gelegt werden. Dadurch fällt der Patient zumindest weich, sollte es denn soweit kommen.“ Ebenso gilt es, Stürze außerhalb des Bettes zu vermeiden oder mithilfe von Protektoren zu mildern. Um die Sturzprophylaxe zusätzlich zu verbessern, wird in Salzburg etwa das System i-Residence eingesetzt: Mithilfe von an einem Gürtel angebrachten Sensoren können Stürze erkannt und automatisch gemeldet werden (siehe auch Infokasten).
Eine weitere sturzprophylaktische Maßnahme sind Niederflurbetten, die bis zu 38 cm abgesenkt werden können. Abgesehen davon wird der Arbeitsalltag des Pflegepersonals im Geriatriebereich durch Wannenlifte, Patientenheber, Duschwägen und andere Hilfsmittel erleichtert. Soweit möglich werde in Salzburg allerdings versucht, diese Geräte so selten wie möglich einzusetzen. Kessler: „Wir arbeiten nach dem Aktivitätsmodell ‚activities of daily living’. Das heißt: Wir wollen und müssen die Patienten auf das Leben in gewohnter Umgebung vorbereiten.“ So befindet sich etwa auch auf jeder Station eine Kommunikationsnische, wo sich die Patienten treffen und miteinander plaudern oder einfach nur Zeitung lesen können. Wie im normalen Leben auch.

 

i-Residence von spantec

Mithilfe von Sensoren werden Stürze automatisch gemeldet, wodurch das Pflegepersonal umgehend reagieren kann. Zudem werden die Daten im System aufgezeichnet und ausgewertet. So können Gefahrensituationen besser erkannt und behoben werden. Überdies bietet i-Residence unter anderem die Möglichkeit, Vitaldaten wie Blutdruck, Blutzucker, Puls u.a.m. zu erfassen und in einer zentralen Datenbank zu speichern. i-Residence ist sowohl hard- als auch softwareseitig in gängige Systeme integrierbar und kann in Krankenhäusern sowie im privaten Wohn- und Freizeitbereich eingesetzt werden.

www.spantec.at, www.i-residence.at

MP 01|2012

Herausgeber: AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2012-02-20