Brustvergrößerung – Operationen im Krankenhaus durchführen

Zur umfassenden Information gehören neben einer genauen Aufklärung über die (geringen, aber doch bestehenden) Risiken auch detaillierte Instruktionen zum Verhalten nach der Operation (körperliche Schonung für 10-12 Tage; Verzicht auf das Heben schwerer Lasten, Tragen eines Kompressionsverbandes und Schlafen am Rücken für jeweils 4-6 Wochen). Ebenfalls ist darüber aufzuklären, dass mit postoperativen Schmerzen zu rechnen ist, diese jedoch gut mit schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten behandelbar sind.
Zusätzlich zu den üblichen Untersuchungen für die Operationsfreigabe ist für jede Patientin vor einer brustvergrößernden Operation eine Mammografie zu fordern, weil trotz des im Durchschnitt eher jungen Alters der Patientinnen ein Mammakarzinom ausgeschlossen werden muss.
In die Information sollte man auch einfließen lassen, dass die Entscheidung nicht ausschließlich anhand der Preisgestaltung getroffen werden soll, da dies zu Qualitätsverlusten führen kann.

OP-Technik individuell abstimmen

Die Durchführung sollte unbedingt in einem Krankenhaus (und nicht in einer Ordination) und bis auf sehr wenige Ausnahmefälle in Vollnarkose erfolgen sowie die Nachbeobachtung für eine Nacht beinhalten. Das kosmetisch günstigste Ergebnis ist in den meisten Fällen bei einem Zugang über die Unterbrustfalte zu erzielen; bei sehr wenig vorhandenem Eigengewebe ist auch der axilläre Zugang geeignet. Wird gleichzeitig mit der Vergrößerung auch eine Hebung der Brust gewünscht, bietet sich der Zugang vom Brustwarzenhof an.
Für die günstigste Lokalisation des Implantates hat sich die „Double-Layer“-Technik bewährt, bei der der obere innere Anteil des Implantates hinter dem Brustmuskel platziert wird, während der untere äußere Anteil unter dem Muskel hervorragt und hinter der Brustdrüse liegt. Die Wahl der Implantatform orientiert sich an den Vorstellungen der Patientin, wobei mit anatomischen Formen ein natürlicheres Ergebnis zu erzielen ist als mit runden Formen. Texturierte Oberflächen bergen ein deutlich geringeres Risiko für die Entwicklung einer Kapselfibrose als glatte Oberflächen.
Zur Vermeidung postoperativer Infektionen sind sowohl die Implantate als auch die Wundhöhle antiseptisch zu spülen und ein Antibiotikum prophylaktisch (z. B. zum Zeitpunkt der Narkose) zu verabreichen. Die Wundheilung wird durch das Einlegen einer Drainage sehr positiv beeinflusst. Ob die „lebenslange Garantie“ der Hersteller auf Implantate reell ist, werden erst künftige Langzeiterfahrungen zeigen; sollte es jedoch zum Platzen eines Implantates kommen, ist dieses unbedingt zu entfernen, auch wenn daraus kein unmittelbares lebensbedrohliches Gesundheitsrisiko entsteht.