© Farknot Architect - stock.adobe.com Eine neue Klinische Forschungsgruppe soll Fragen zu Gendermedizin und Frauengesundheit wissenschaftlich untersuchen. Laut der Ausschreibung stehen 8,32 Millionen Euro für acht Jahre zur Verfügung.
Geschlechterspezifische Unterschiede im Gesundheitswesen haben weitreichende Auswirkungen: Sie beeinflussen nicht nur die Prävention, Diagnose und Behandlung zahlreicher Erkrankungen, sondern auch die Planung von Gesundheitsforschung und Versorgungsstrategien. Eine neue Ausschreibung der Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft (LBG) und dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) LBG richtet sich daher gezielt auf genderspezifische Fragestellungen, Risikoprofile und gesundheitliche Bedürfnisse von Frauen. Österreichische medizinische Universitäten und Fakultäten mit Universitätsklinik sind ab sofort eingeladen, Bewerbungen einzureichen.
Gefördert werden klinische Studien zu Erkrankungen und Gesundheitsaspekten im Bereich Gendermedizin und Frauengesundheit. Im Fokus stehen dabei Themen entlang des gesamten weiblichen Lebenszyklus: von der reproduktiven Phase mit Menstruation, Schwangerschaft und Geburt über Peri-, Meno- und Postmenopause bis hin zu gesundem Altern. Dazu zählen nicht nur gynäkologische Aspekte, sondern eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Erkrankungen, die entweder bei Frauen häufiger als bei Männern auftreten oder bei Frauen einen anderen Verlauf nehmen und einen anderen therapeutischen Ansatz benötigen.
„Gendermedizin ist kein Nischenthema und keine Ideologie. Sie ist eine Frage von Qualität, Gerechtigkeit und Sicherheit im Gesundheitssystem. Wer Gleichstellung ernst meint, muss auch in der Medizin für Gleichstellung sorgen“, so Frauen- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner. „Für Frauen bedeutet das: Ihre Gesundheit wird ernst genommen. Ihre Beschwerden werden genauer erforscht. Ihre Lebensrealität wird stärker berücksichtigt.“ BBG-Präsidentin Freyja-Maria Smolle-Jüttner ergänzt: „Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die klinische Praxis zu überführen und damit die Gesundheitsversorgung von Frauen und die gendersensitive Diagnostik und Therapie zu verbessern.“ Die Auswahl der Klinischen Forschungsgruppe erfolgt im Peer-Review-Verfahren durch eine internationale Expert:innen-Kommission. Bewerbungen sind ab sofort bis 6. November 2026 möglich. (tab)
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