(c) Pharmig/APA-Fotoservice/Tesarek Eine neue Umfrage zeigt, dass heimische Pharmaunternehmen ihre wirtschaftliche Lage zunehmend schlechter einschätzen. Das könnte auch Folgen für die Versorgung haben.
Jedes Jahr befragt der Verband der pharmazeutischen Industrie (PHARMIG) für den sogenannten Pharma-Branchenbarometer seine rund 120 Mitgliedsunternehmen zur Einschätzung ihrer wirtschaftlichen Lage, zu den Erwartungen, was ihre zukünftige Entwicklung anbelangt und weiteren Themen. Durchgeführt werden die Umfragen von der Peter Hajek Public Opinion Strategies GmbH. Die aktuelle Befragung ergab, dass die Pharmaunternehmen die generellen Rahmenbedingungen verglichen mit den beiden vergangenen Jahren zwar etwas besser bewerten, ihre wirtschaftliche Lage aber zunehmend schlechter einschätzen und noch dazu auch skeptisch in die Zukunft blicken.
So haben 2024 noch 58 % der Unternehmen ihre Lage als „gut“ eingestuft und 2025 noch 52 %, 2026 taten das nur noch 44 %. Die Zahl derer, die die derzeitige Lage als „schlecht“ bezeichneten, verdreifachte sich von 2 % im Jahr 2024 auf heuer 6 %. Eine Verschlechterung gab es auch, was die Einschätzung der Entwicklung der Unternehmen im nächsten halben Jahr anbelangt. Mit 40 % gaben fast doppelt so viele wie 2024 und 2025 an, dass sie eine ungünstige Entwicklung erwarten. Die Zahl derer, die eine günstige Entwicklung sehen, halbierte sich dagegen gegenüber den beiden vergangenen Jahren auf 4 %.
Ebenfalls Thema der Befragung waren mögliche Auswirkungen der US-Medikamentenpreispolitik. Hier befürchten 91 % längere Erstattungs- und Finanzierungsprozesse auf Medikamentenebene. Befragt nach den möglichen Auswirkungen all dessen auf Österreich wird die allgemeine Besorgnis sichtbar: 87 % der Befragten halten einen verzögerten Zugang für Patient:innen zu neuen Therapien für wahrscheinlich. 69 % erwarten weniger innovative Medikamenteneinführungen und 65 % einen Rückgang von Investitionen in den Pharmastandort Österreich.
In Anbetracht der Umfrageergebnisse appelliert der Generalsekretär der PHARMIG Alexander Herzog an die Politik, den Pharmastandort Österreich und seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, und zwar „idealerweise mit einer von der Politik bereits in Aussicht gestellten Life-Sciences-Strategie“. Herzog: „Wenn Investitionen zurückgehen und sich Prozesse verlangsamen, kann das langfristig Folgen für Forschung, Produktion und den Zugang zu innovativen sowie zu bewährten Therapien haben.“ (sst)