Rubrik: Für die Praxis

  • Sucht und Komorbidität: ein interdisziplinärer Ansatz wird benötigt

    Eine Abhängigkeitserkrankung tritt selten alleine auf – Komorbiditäten müssen mitbehandelt werden

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  • Dissoziative Identitätsstörungen und schizophrene Wahnidentitäten

    Dissoziative Identitätsstörungen (DIS) und schizophrene Wahnidentitäten haben mehrere Eigenschaften gemeinsam, unterscheiden sich jedoch deutlich.

    Die DIS entwickelt sich aufgrund traumatischer Erfahrungen in der frühen Kindheit. Selbstanteile werden abgespalten und mit einer je eigenen Biografie ausgestattet.

    Schizophrene Wahnidentitäten sind Konkretisierungen der erlebten Veränderung der eigenen Person in der Psychose. Sie sind das Resultat einer Wahnarbeit, bei der sich Wahneinfälle, Wahnwahrnehmungen, Wahnbewusstheiten mit biografischen Erinnerungen und kulturellen Symbolbeständen verbinden.

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  • CBASP − Ein Psychotherapiemodell zur Behandlung von Menschen mit chronischer Depression

    Die Grazer Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin setzt einen psychotherapeutischen Schwerpunkt bei chronischer Depression.

    CBASP, entwickelt von J. P. McCullough, ist eine störungsspezifische und schulenübergreifende Methode zur Behandlung chronisch depressiver Menschen.

    CBASP scheint besonders wirksam bei chronisch Depressiven mit früher Traumatisierung.

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  • Diagnostik und Therapie alkoholbezogener Erkrankungen

    Ziel jeder Behandlung alkoholbezogener Störungen muss eine Verbesserung des psychischen und somatischen Gesundheitszustandes sein.

    Der akute Alkoholentzug sollte im Sinne eines qualifizierten Entzuges erfolgen, der zumeist stationär durchgeführt wird.

    Im Rahmen der Rückfallprophylaxe zeigen störungsorientierte verhaltenstherapeutische Ansätze die höchsten Effizienzwerte. Zur Unterstützung der Rückfallprophylaxe stehen Anti-Craving-Substanzen zur Verfügung.

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  • Stadieneinteilung des Burn-out: Relevanz in der klinischen Praxis

    Die von Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek entwickelte Stadieneinteilung des Burn-out, die zwischen „Problemstadium“ (Stadium I), „Übergangsstadium“ (Stadium II) und „Erkrankungsstadium“ (Stadium III) unterscheidet, bietet Hilfestellung für eine differenzierte Beratung und Behandlung von Betroffenen.

    Ein für diese Stadieneinteilung entwickelter und validierter Fragebogen wird bereits in einer epidemiologischen Studie zur Prävalenz psychischer Krankheiten eingesetzt.

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  • Die Therapie der Depression in der Hausarztpraxis

    Obwohl seit über 25 Jahren sehr viel zum Thema depressive Störungen geschehen ist, stellt es immer wieder eine Herausforderung dar, die Depression in der Allgemeinpraxis zu erkennen, anzusprechen und eine Behandlung einzuleiten.

    Eine Überweisung zum Facharzt sollte bei beständigen Suizidgedanken, Entwicklung vonpsychotischen oder manischen Symptomen sowie bei ungenügendem Therapie-Ansprechen oder Unverträglichkeit der Medikamente erfolgen.

    Die Langzeitbehandlung bei rezidivierender Depression sollte gemeinsam miteinem Facharzt für Psychiatrie ausgearbeitet werden.

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  • Behandlungsguidelines bei Angsterkrankungen und klinische Realität

    Für die Behandlung von Angststörungen liegen verschiedene Leitlinien wie z. B. der Österreichischen Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie, der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde oder des National Institute for Health and Clinical Excellence vor.

    Dennoch werden Angstpatienten häufig nicht leitlinien­konform behandelt, wie zwei aktuelle Untersuchungen im ambulanten und stationären Bereich zeigen.

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  • Warum ist Psychotherapie im Alter keine Selbstverständlichkeit?

    Wesentliche Aspekte in der psychotherapeutischen Arbeit mit alten und älteren Menschen sind:

    die besondere Fokussierung auf körperliche Veränderungen

    Erleben und Umgang mit Verlust­erfahrungen und existenzieller Abhängigkeit, veränderte Zeitwahrnehmung

    spezielle Übertragungs- und Gegenübertragungsszenarien sowie

    unterschiedliche Ausprägungen organischer Psychosyndrome.

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  • Psychotrauma im Alter – eine Analyse des psychosozialen Modells ESRA

    Die psychosoziale Traumaarbeit mit älteren NS-Überlebenden muss individuell, ganzheitlich und multiprofessionell sein. Ist der Betroffene in einer entsprechenden Einrichtung „angekommen“, ist die (rasche) Verfügbarkeit psychosozialer Unterstützung wesentlich für die Aufrechterhaltung des weiteren Betreuungsverlaufs. Ebenso wichtig ist die Kontinuität im Betreuungsgeschehen.

    Ältere Personen aus der untersuchten ESRA-Stichprobe nahmen Psychotherapie nur begrenzt in Anspruch, bei den Child Survivors war dies vermehrt der Fall.

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  • Sexualität bei psychischen Erkrankungen/Depression

    Sexuelle Probleme sind bei Menschen mit psychischen Störungen, besonders bei Depressiven, häufig, wobei sowohl die Krankheit selbst als auch die Medikamente einen negativen Einfluss auf die sexuelle Funktionsfähigkeit und das sexuelle Erleben haben können. Für die adäquate Bewältigung dieses Problems ist es wichtig, dass die Patienten darüber reden können, wobei die Initiative zum Gespräch vom Arzt ausgehen muss. In der Anamnese sollte der Bereich Sexualität erfasst werden.

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  • Sucht im höheren Lebensalter

    Sucht im Alter verläuft im Verborgenen, wird verharmlost und in den persönlichen wie auch gesellschaftlichen Konsequenzen unterschätzt.

    Die Prävalenz der Alkoholabhängigkeit wird bei den Über-60-Jährigen mit 4 % angegeben, ca. 25 % geben an regelmäßig, 15 %, täglich Alkohol zu konsumieren. Bei Benzodiazepinen zeigt die Mehrzahl der Über-65-Jährigen ein „ärztlich verschriebenes“ jahrelanges Konsummuster, das zu einer „low-dose-dependency“ führt.

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  • Moderne Depotbehandlung bei Schizophrenie

    Vor Kurzem haben sich die Optionen zur Behandlung von Schizophrenie mithilfe atypischer Antipsychotika in Depotform erweitert. Die Zulassungsstudien zeigen, dass die Behandlung mit Abilify Maintena® (Aripiprazol) das Rückfallrisiko effektiv verringert und die Positiv- und Negativ­symptomatik verbessert.

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  • Symptomatik des Delirs und psychopharmakologische Therapie

    Das Delir ist eine Diagnose an der Schnittstelle von Psychiatrie und somatischer Medizin. Die Therapie des Delirs beinhaltet primär die Behandlung der Grundkrankheit. Wesentlich sind auch nichtpharmakologische Interventionen.

    Beim nicht substanzinduzierten Delir sind Antipsychotika indiziert, wobei die antipsychotischen Dosierungen niedriger sind als bei schizophrenen Störungen. Benzodiazepine sind bei starker Agitation und Gefährdung gebräuchlich, eine antidelirogene Potenz haben sie aber nur beim Alkohol- oder Benzodiazepinentzugsdelir.

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  • Essstörungen bei Erwachsenen

    Bei Erwachsen ist vor allem mit atypischen Essstörungen und chronifizierten und schweren Verläufen der Anorexia nervosa und der Bulimia nervosa zu rechnen. Sowohl Folgeerscheinungen der Essstörungen als auch komorbide psychische Erkrankungen, wie Depression, Angststörungen und Suchterkrankungen, und die ambivalente Therapiemotivation stellen dabei eine weitere therapeutische Herausforderung dar.

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  • Stellenwert von Craving in der Suchttherapie

    Craving ist ein Phänomen, das aufgrund seiner Komplexität trotz intensiver Forschung großteils ungeklärt bleibt. In der Therapie sollte bereits in der Planung einer Abstinenz- oder Reduktionsphase das mögliche Auftreten von Craving angesprochen und die Patienten darüber ausführlich informiert werden.

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  • Suizid und Demenz

    Das Suizidrisiko nimmt im Alter, insbesondere bei Männern, zu; im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung haben alte Männer ein 10-fach erhöhtes Risiko.

    Die bei Demenzerkrankungen häufigen komorbiden Depressionen stellen einen wichtigen Risikofaktor dar. Bei bis zu 42 % der Demenzpatienten wurden in Kombination mit einer Depression Suizidgedanken, Todeswünsche und Lebensüberdruss dokumentiert.

    Demenzpatienten neigen eher zu indirekt lebensgefährdendem Verhalten. Für Suizidhandlungen muss das planerische Denken funktionieren, daher ist mit zunehmendem Fortschreiten der Demenz die Fähigkeit zur Durchführung reduziert.

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  • Burn-out als Prozess – Vorschlag einer Stadieneinteilung für die klinische Praxis

    Die hier vorgelegte 3-Stadien-Einteilung geht von der Hypothese aus, dass Burn-out durch eine Kernphänomenologie – Erschöpfung, Entfremdung, Leistungsreduktion – bestimmt wird, als prozesshaftes Geschehen aber eine phänomenologische Plastizität aufweist, die im Gesunden beginnt, um dann nach einer Übergangszeit im Pathologischen zu enden. Die Stadieneinteilung, die zwischen „Problemstadium“ (Stadium I), „Übergangsstadium“ (Stadium II) und „Erkrankungsstadium“ (Stadium III) unterscheidet, bietet Hilfestellung, dem Burn-out Betroffenen differenziert beratend bzw. behandelnd begegnen zu können.

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  • Zur Problematik der Diagnose Persönlichkeitsstörung

    Die Diagnose Persönlichkeitsstörung ist eine typische „Längsschnittdiagnose“. Neben dem deskriptiven diagnostischen Ansatz (ICD-10, DSM-IV) hat sich parallel das psychodynamische Modell der Persönlichkeit etabliert. Die psychodynamische Konzeption umfasst neben gene­tischen und konstitutionellen auch entwicklungspsychologische Faktoren und berücksichtigt psychosoziale Phänomene unter dem Aspekt von unbewussten Prozessen wie Interaktionen in sozialen Gruppen oder Konflikte.

    Bei der Diagnosestellung ist es hilfreich, sich stets der zahlreichen diagnostischen Problembereiche bewusst zu sein, wie z. B. dem der „Ich-Syntonie“ von Persönlichkeitszügen.

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  • Der Kampf gegen Folter und Misshandlung als globale Aufgabe

    Im Kampf gegen Folter und Misshandlung spielen die effektive Dokumentation von Gewaltfolgen und die Unterstützung der Opfer (in Österreich beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit Opferschutzorganisationen wie dem Weißen Ring), aber auch die Auseinandersetzung mit und die Anwendung von speziellen Standards wie dem Istanbul-Protokoll der Vereinten Nationen und des Weltärzteverbandes eine wesentliche Rolle.

    Diese als interdisziplinär zu sehende Aufgabe ist auch ein wichtiger Beitrag zur primären und sekundären Prävention von Gewalt.

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  • Somatische Aspekte der Alkoholkrankheit in der Suchttherapie

    Somatische Folgen des exzessiven Alkoholkonsums spielen eine wichtige Rolle in der Psycho­logie und Neurobiologie der Sucht. Sie beeinflussen die Wiederherstellungsvorgänge in den Phasen der Konsumreduktion oder Abstinenz und sollten aktiv in die Gestaltung des therapeutischen Prozesses einbezogen werden.

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  • Demenzprävention – Entwicklungsstand und Zukunftsperspektiven

    Der höchste Evidenzgrad für eine Demenzprävention wird durch eine konsequente Reduktion der vaskulären Risikofaktoren, durch mediterrane Diät sowie ausreichende körperliche und geistige Aktivität erreicht.

    Bei einer machbaren Reduktion der Demenz-„Beschleuniger“ um nur 10 % gäbe es weltweit 1 Million Alzheimer-Patienten weniger.

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  • Drogenersatztherapie: Akzeptanz statt Stigmatisierung

    Zwei Umfragen – in der Bevölkerung und unter Ärzten – bestätigen klar, dass die Substitutionstherapie in beiden Kollektiven als sinnvoll und wichtig erachtet wird und weiter ausgebaut werden soll.

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  • Bipolar: Therapiepaket notwendig


    Bei bipolaren Störungen können mit einer Kombination von medikamentöser Behandlung und Psychoedukation die besten Ergebnisse zur Stabilisierung von Stimmungsschwankungen erzielt werden.

    Mittels Psychoedukation können Betroffene lernen, in die Erkrankung und somit in ihr Leben gestalterisch einzugreifen. Betroffene brauchen oft wiederholte Motivationsimpulse, um ein Psychoedukationsseminar oder eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen.

    Bei der Behandlung der bipolaren Erkrankung geht es gleichermaßen um das Berücksichtigen aller genannten therapeutischen Maßnahmen („adherence“).

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  • Psychopharmakainteraktionen – ein Update

    In der Therapie mit Psychopharmaka kommt dem Wissen und der Beachtung von Arzneimittelinteraktionen steigende Bedeutung zu.

    In der folgenden Übersicht werden die – häufig problematischen – additiven anticholinergen, serotonergen und kardiotoxischen Wirkungen sowie Effekte auf die Blutgerinnung, die aus pharmakodynamischen und pharmakokinetischen Interaktionen resultieren können, dargestellt.

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  • Psychische Folgen von Gewalt – Teil 2: Opferschutz/Kinderschutz nach sexueller Gewalt


    Zur Betreuung von traumatisierten Frauen und Kindern nach sexueller Gewalt wurde an der Wiener Universitätsklinik für Frauenheilkunde als niederschwellige Einrichtung eine Krisenambulanz etabliert.

    In dieser Spezialambulanz kann in einem freundlichen, stressfreien Rahmen eine Spurensicherung und Nachbetreuung durch ein interdisziplinäres Versorgungsteam angeboten werden.

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  • Mentalisierung und Depression

    Das psychoanalytische Konzept der Mentalisierung bezeichnet die Fähigkeit, eigenes Verhalten und das Verhalten anderer Menschen durch Zuschreibung mentaler Zustände zu interpretieren.

    Ein mentalisierungsbasiertes Verständnis der Depression geht von der Annahme aus, dass das depressive Symptom eine Antwort auf eine Bedrohung des Bindungssystems und damit auch eine Bedrohung des Selbst darstellt.

    Die Förderung der Mentalisierung ist als Ansatz in der Depressionstherapie insofern von Bedeutung, als eine Depression zumindest zum Teil ihre Wurzeln in zwischenmenschlichen Beziehungen hat und jedenfalls negative Auswirkungen im zwischenmenschlichen Bereich nach sich zieht.

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  • Diagnose Bipolar

    Ohne Behandlung erleben z. B. nur 5–10 % der bipolar Erkrankten keine weitere Episode. Daher ist eine frühzeitige Diagnose von großer Bedeutung.

    In der Anamnese ist gezieltes Nachfragen notwendig, um die Verlaufsgestalt zu eruieren und die exakte Diagnose zu ermöglichen.

    Das Schlafverhalten (gesteigertes oder reduziertes Schlafbedürfnis) kann bei der Diagnose wichtige Hinweise liefern.

    Klinische Besonderheiten der bipolaren Erkrankung sind das „Kippen“ von einer Stimmungslage in die andere (tritt bei ca. 12–15 % der Betroffenen auf) sowie das „rapid cycling“.

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  • Psychische Folgen von Gewalt – Teil 1: Das Spektrum der „posttraumatischen“ Erkrankungen

    Nach Erfahrung schwerer Gewalt treten trauma-„spezifische“ reaktive Krankheitsbilder wie die PTBS, aber auch unspezifische Reaktionen wie Depressionen und somatoforme Störungen sowie kulturabhängige Syndrome auf.

    Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens und der Verlauf hängen von einer Reihe biologischer, ereignisbezogener sowie psychosozialer Verlaufsfaktoren ab.

    Bei Kindern kommt es je nach Entwicklungsphase zu weiteren Erkrankungen mit oft schwerwiegendem Langzeitverlauf, unter anderem zu Essstörungen und Persönlichkeitsentwicklungsstörungen.

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  • Substitutionsbehandlung: Von der Stigmatisierung zur Akzeptanz einer Therapieform

    Ziel einer im Auftrag von Spectrum Psychiatrie durchgeführten Umfrage war eine „Standort­-be­stimmung“, inwieweit die Einschätzung der Ärzte die tatsächliche Situation in der Betreuung von Substitutionspatienten widerspiegelt, was die Motive sind, die Behandlung anzubieten – oder dies eben nicht zu tun –, und last, but not least, Maßnahmen herauszufiltern, die dazu beitragen könnten, mehr Ärzte zum Anbieten eines Substitutionsprogramms zu motivieren und dadurch das Versorgungs­angebot zu verbessern.

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  • Bipolare Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen: überschätzt oder unterdiagnostiziert?

    Während in den USA sowohl bei stationären als auch bei ambulanten Patienten seit Mitte der 1990er Jahre die Zahl der Diagnose „bipolare Störung“ bei Kindern und Jugendlichen explodierte, herrschten in anderen Weltgegenden Skepsis und Zurückhaltung vor. Viele Entwicklungsschritte dieser (für uns europäische Kinder- und Jugendpsychiater) manchmal verwirrenden Datenlage sind aus heutiger Sicht jedoch besser nachvollziehbar. Aktuelle epidemiologische Befunde lassen mittlerweile einen differen – zierteren Blick auf Prävalenz und Entwicklung der bipolaren Störung im Kindes- und Jugendalter zu. Neue Modelle zur Beschreibung von Stimmungsschwankungen bei jungen Menschen stehen in den wissenschaftlichen Startlöchern und werden derzeit evaluiert.

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  • Krisenintervention bei akuter Suizidalität

    „Selbstmord ist die Abwesenheit des Anderen.“

    Dieses Zitat von Paul Valery beschreibt einen wesentlichen Aspekt von Suizidalität, nämlich dass es sich meist um ein interaktionelles Geschehen handelt. Vermutlich trägt das Fehlen von Beziehungen häufig dazu bei, dass es zu suizidalen Handlungen kommt. Daher geht es sowohl in der Krisenintervention wie auch in der längerfristigen Behandlung zuallererst darum, eine tragfähige Beziehung zum suizidalen Menschen herzustellen. Nicht mehr weiterleben zu wollen soll dabei zunächst als möglicher und einsehbarer Impuls der menschlichen Psyche akzeptiert und nicht tabuisiert oder diskriminiert werden. Suizidalität ist immer ein Notsignal, das nicht überhört werden darf. Prinzipiell ist daher jede Suizidäußerung ernst zu nehmen.

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  • Wie viel Medikamenteninteraktion ist verträglich?

    Bipolare Patienten gehören zu einer Hochrisikogruppe für polypharmazieinduzierte Medikamenteninteraktion. Die Vielzahl an möglichen Kombinationen erlaubt keine erschöpfende Auflistung möglicher Wechselwirkungen. In diesem Artikel soll, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ein Überblick über einige häufige und wichtige Interaktionen gegeben und Tipps zu deren Vermeidung vermittelt werden.

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  • Interdisziplinäre Betreuung von Alkoholkranken

    Die interdisziplinäre Betreuung von Alkoholkranken spielt sich in einer enormen Bandbreite von basismedizinischer Versorgung, Akutintervention und rehabilitativen Interventionen ab. Aufgabe eines interdisziplinären Betreuungssystems wäre die flexible Begleitung von Patienten durch eine Landschaft von miteinander funktionell verbundenen Einrichtungen, die den aktuellen Bedürfnissen angepasst sind.

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  • Schmerz – ein psychophysisches Erlebnis

    Schmerz wird als unangenehmes psychophysisches Erlebnis1 definiert. Schmerz hat demnach eine emotionale und eine sensorische Komponente. Wäre keine emotionale Komponente vorhanden, wäre der Schmerz nur sensorisch, dann würden wir Schmerz als „neutral“ empfinden, wie auch andere sensorische Eindrücke.

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  • Psychiatrische Versorgung zwischen Kooperation und Psychiatermangel

    Wie eine Umfrage unter niedergelassenen Psychiatern und Allgemeinmedizinern zeigt, wird die Zusammenarbeit bei der Betreuung psychisch kranker Patienten von beiden Berufsgruppen sehr positiv gesehen. Weniger zufrieden sind sie freilich mit ökonomischen Barrieren und dem Mangel an Fachärzten.

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  • Ist die Differentialdiagnose zwischen Bipolar und Schizoaffektiv heute noch therapierelevant?

    Trotz des häufigen Vorkommens im klinischen Alltag hat die pharmakologische Behandlung schizoaffektiver Störungen bisher in der Forschung verglichen mit Schizophrenie oder affektiven Störungen viel weniger Beachtung gefunden. Obwohl die meisten Autoren bei der Behandlung schizoaffektiver Störungen die Verwendung atypischer Antipsychotika empfehlen, bleiben die Meinungen kontrovers.

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