SU 03|2018

Herausgeber: Dr. Karl Dorfinger, Prim. Dr. Wolfgang Loidl

Editorial

  • Editorial
    Liebe Leserinnen und Leser,
    wir leben in turbulenten Zeiten, in einer Phase des Übergangs. Man spürt das recht deutlich in vielen Lebensbereichen, zumindest in den hochentwickelten – oder sollte man lieber sagen: hochverwickelten – Ländern. Das mag durch den rasanten ...Weiterlesen ...

Aktuell für Sie

  • Metastasiertes Nierenzellkarzinom − Update der EAU-Leitlinien nach der CARMENA-Studie

    Die CARMENA-Studie erweist sich scheinbar als „Game-Changer“ bezüglich der Empfehlungen zur zytoreduktiven Nephrektomie.

    Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom der Gruppen poor- und intermediate-risk sollten bei asymptomatischen Primärtumoren nicht primär zytoreduktiv nephrektomiert werden.

    Eine „verzögerte“ zytoreduktive Nephrektomie kann bei gutem Langzeitansprechen und niedriger Tumorlast bei mit VEGFR-TKI behandelten intermediate-risk-Patienten diskutiert werden.

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Seite des Berufsverbandes

Focus: Immunonkologie

  • Vorwort
    Sehr geehrte Kolleginnen, sehr geehrte Kollegen,
    immunmodulierende Therapiestrategien sind bei urologischen Tumoren bereits seit Jahren etabliert. Die adjuvante intravesikale Therapie des nichtmuskelinvasiven Urothelkarzinoms der Blase mit Bacillus Calmette-Guérin induziert eine Entzündung des Urothels, die das Immunsystem aktiviert und zu einer ...Weiterlesen ...
  • Immunologische Grundlagen der Immunonkologie

    Die therapeutische Anwendung der Immuntherapie basiert auf der Erkenntnis, dass das Immunsystem Tumorzellen erkennen und eliminieren kann.

    T-Zellen haben sich als Effektor-Zellen und auch als Zielstrukturen zur Immunmodulation in der Tumortherapie etabliert.

    Anti-PD-1 und Anti-CTLA-4-Antikörper sind die Eckpfeiler immunonkologischer Therapien für eine Vielzahl von Tumorentitäten.

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  • „Immun-Monitoring gewinnt an Bedeutung“

    Eine erfolgreiche Immunabwehr muss 3 Stufen durchlaufen (Krebs-Immunzyklus), und Tumoren können an verschiedensten Punkten angreifen und die Immunreaktion stoppen.

    Für den Erfolg einer Immuntherapie spielt der Krebs-Phänotyp, Grad der Entzündung, eine wichtige Rolle.

    TKI- und Chemotherapie werden weiterhin einen hohen Stellwert in der Tumor-therapie haben.

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  • Nichtinvasives Harnblasenkarzinom: Stellenwert der adjuvanten BCG-Instillationstherapie

    Insgesamt scheinen laut S3-Leitlinie sowohl Mittel- als auch Hochrisiko-Tumoren von einer BCG-Therapie in Hinblick auf die Reduktion der Rezidivrate, jedoch nicht auf die Progressions­rate zu profitieren.

    Aktuelle Studien testen Chemo- oder Immuntherapeutika im Vergleich oder in Kombination mit BCG (z. B. Kombinationen oder alleinige Therapie mit Rapamycin, Uracil/Tegafur, Gemcitabin, Gefitinib und PD-1/PD-L1-Immun-Checkpoint-Inhibitoren).

    Dennoch und trotz vieler neuer Therapeutika und Therapieansätze sowie einer Vielzahl von Studien scheint BCG auch nach über 40 Jahren seit der ersten intravesikalen Applikation zunächst der Standard in der Therapie des nichtinvasiven Harnblasen-karzinoms mit intermediärem und hohem Rezidivrisiko zu bleiben.

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  • Immuntherapie beim lokal fortgeschrittenen und metastasierten Urothelkarzinom

    Immunonkologische Therapie (IO) im neoadjuvanten Setting scheint sowohl bei „cisplatin-fit“ als auch bei „cisplatin-unfit“ Patienten eine sichere und effiziente Therapie zu sein, mit einer pathologischen Komplettremissionsrate von bis 40 %.

    IO im adjuvanten Setting wird derzeit in 3 Phase-III-Studien geprüft.

    Atezolizumab und Pembrolizumab dürfen zukünftig bei „cisplatin-unfit“ Patienten in der Erstlinie nur mehr bei hoher tumoraler PD-L1-Expression angewendet werden.

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  • Immuncheckpoint-Blockade beim metastasierten Prostatakarzinom

    Aus präklinischer Sicht ist das Prostatakarzinom ein immunsensitiver Tumor.

    Ausgezeichnetes Ansprechen bei gewissen Patienten auf die Immuntherapie.

    Kombinationsstrategien von Immuntherapie mit Chemotherapie, Strahlentherapie oder antihormoneller Therapie scheinen notwendig zu sein, um die Wirksamkeit der einzelnen Substanzen zu erhöhen (z. B. Nivolumab plus Ipilimumab bei ARV7-positiven mCRPC-Patienten).

    Gemäß erster Daten scheinen die Mikrosatelliteninstabilität und das molekulare Subtyping eine entscheidende Rolle als prädiktive Biomarker zu spielen.

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  • Immuntherapie beim Nierenzellkarzinom – von der Interferontherapie bis heute

    Die unspezifische Zytokintherapie gehört der Vergangenheit an.

    Die Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren konnte sowohl in der ersten als auch in der zweiten Therapielinie eine Überlebensverlängerung im Vergleich zu bisherigen Standards erzielen.

    Zahlreiche weitere Substanzen und Kombinationen sind in Erprobung, für die Zukunft darf noch viel erwartet werden.

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  • Neue Therapiekonzepte beim Peniskarzinom

    Trotz der verbesserten Therapieoptionen bleiben die funktionellen und onkologischen Ergebnisse bei der Behandlung des Peniskarzinoms vielfach enttäuschend.

    Ein zunehmendes Verständnis der zugrunde liegenden Tumorbiologie, insbesondere Erkenntnisse zum HPV- und EGFR-Status, brachten zuletzt erfolgversprechende klinische Studien auf den Weg; zudem wird gegenwärtig die gezielte Immuntherapie mittels Immun-Checkpoint-Inhibitoren bei therapierefraktärem Peniskarzinom geprüft.

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Kongress

  • ASCO 2018 | Schwerpunkt: Urothelkarzinom der Blase und Nierenzellkarzinom

    Urothelkarzinom der Harnblase (UC)

    ABACUS: Bestätigung der Sicherheit und Wirksamkeit der neoadjuvanten Therapie mit 2 Zyklen Atezolizumab vor radikaler Zystektomie bei cisplatinungeeigneten muskelinvasiven UC-Patienten. Pathologische Komplettansprechrate 29 %, Anstieg der PD-L1- und CD8-Expressionsrate; längeres Follow-up zur Bestätigung der Resultate notwendig.

    PURE-01: Interimsresultate der neoadjuvanten Therapie mit 3 Zyklen Pembrolizumab vor radikaler Zystektomie bei muskelinvasivem UC unabhängig von Platintauglichkeit. Die Therapie war verträglich und überstieg die erforderliche pT0-Responserate. PD-L1 combined positive Score (CPS) könnte sich als Prädiktor der pathologischen Ansprechrate erweisen.

    Nierenzellkarzinom (RCC)

    CARMENA: Sunitinib-Monotherapie ist der Kombinationstherapie (zytoreduktive Nephrektomie + Sunitinib) bezogen auf den primären Endpunkt Gesamtüberleben bei metastasierten klarzelligen RCC-Patienten (Intermediate- und Poor-Risk-MSKCC-Risikogruppe) nicht unterlegen; klinischer Benefit im Monotherapiearm signifikant höher als in der Kombination.

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  • Gemeinsame Tagung der ÖGU/BUV 2018 | Tumorerkrankung und Rauchen: Was wissen Urothelkarzinompatienten?

    Rauchen ist der Hauptrisikofaktor für die Entstehung des Urothelkarzinoms in den Industrie­nationen; etwa 50 % der Urothelkarzinompatienten sind Raucher oder Exraucher.

    Das Wissen von Urothelkarzinompatienten über den Zusammenhang von Rauchen und Tumor­entstehung bzw. Prognose ist limitiert. Lediglich 25 % der Raucher in der vorliegenden Studie war dieser Zusammenhang bekannt.

    Wir Urologen sprechen zu wenig und inhaltlich inadäquat mit unseren Patienten über die adverse Bedeutung des Rauchens. Spätestens die Diagnosestellung sollte als „teachable moment“ genutzt werden, um Patienten strukturiert aufzuklären und Rauchern suffiziente Hilfsangebote zur Entwöhnung zu unterbreiten.

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  • Kongress der ÖGR 2018 | „Roboterchirurgie ist eine Zukunftsplattform“

    Die Österreichische Gesellschaft für Roboterchirurgie veranstaltet ihren ersten Kongress.

    In der Urologie sind die Hauptanwendungsgebiete der roboterassistierten Chirurgie die radikale Prostatektomie und die Nierentumorchirurgie.

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Serie: Abteilungspräsentation

  • „Hier macht die Medizin Spaß“

    Seit gut einem Jahr ist Priv.-Doz. Dr. Stephan Hruby Leiter der Abteilung für Urologie im Tauernklinikum Zell am See. Seitdem etabliert Doz. Hruby neue innovative Therapieoptionen. Derzeit besteht das Ärzteteam aus 4 Fachärzten und 2 Assistenzärzten. Das Fazit nach einem Jahr Abteilungsleitung: hochmotivierte Abteilung, modernste Ausstattung.

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Serie: Young Urologists

Kontinenz-News

  • Beckenbodenregeneration und körperliches Training nach der Geburt
    Das Angebot für körperliche Betätigung im Wochenbett ist groß und in puncto Qualität schwer überschaubar. Fast jede Klinik bietet neben Geburtsvorbereitungskursen auch Gruppentrainings für die postpartale Phase an. Im extramuralen Bereich gibt es angefangen von „Wochenbettgymnastik“ über „Rückbildungsgymnastik“ bis zu ...Weiterlesen ...
  • Empathie und Proktologie
    Funktionelle wie auch organische Probleme des Kontinenzorgans Anorektum führen die Betroffenen früher oder später in proktologische Ordinationen oder Ambulanzen. Da es sich bei Stuhlinkontinenz und Obstipation zumeist um weibliche Betroffene handelt, wird im Folgenden unter Verzicht auf das „Gendern“ das ...Weiterlesen ...
  • Minischlingen – mit weniger Gleiches erreichen?
    Urogenitale Beschwerden wie Stress-harninkontinenz, Reizblase, Harnwegsinfekte, Brennen und Jucken im Intimbereich sowie Senkungszustände sind häufige Frauenleiden. Global gesehen stellt die Harninkontinenz der Frau nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein enormes persönliches Problem dar. In der Altersgruppe der 50- bis ...Weiterlesen ...

Leserforum