UIM 08|2020

UIM 08|2020 Themenheft ESC

Herausgeber: o. Univ.-Prof. Dr. Günter J. Krejs

Nachlese zum ESC-Kongress 2020

Editorial

  • Wenn sich die Zeiten ändern
    „Tempora mutantur, et nos mutamur in illis“, lateinisch für „Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen“: dieser Hexameter, seit dem 16. Jahrhundert als Sprichwort belegt, kommt mir in den Sinn, wenn ich die Beiträge der Kolleginnen und ...Weiterlesen ...

Kardiologie

  • ESC-Guidelines 2020 | „Atrial Fibrillation“ – Vorhofflimmern

    Das zeichnet die neue Vorhofflimmerleitlinie aus:

    Strukturierte Darstellung der diagnostischen und therapeutischen Prozesse – mit griffigen Formulierungen und Eselsbrücken für den internistischen Alltag („CC, 4S, ABC“).

    Präzise Voranstellung der neuen und geänderten Empfehlungen im Vergleich zu 2016 – ohne wesentliche Sensationen.

    Betonung der Notwendigkeit der Würdigung und Modifikation der Risikofaktoren zum Erhalt des Sinusrhythmus und zur Prognoseverbesserung.

    Integrierter Prozess des Vorhofflimmermanagements unter Einbeziehung nichtkardiologischer Spezialisten.

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  • ESC-Guidelines 2020 | Sportkardiologie und Training bei Patienten mit kardiovaskulärer Erkrankung

    Sport ist ein wichtiger präventiver Faktor zur Verhinderung bzw. zur Stabilisierung vieler kardiovaskulärer Erkrankungen.

    Die Empfehlung wird jeweils in Rahmen eines Shared-Decision-Making-Prozesses mit dem Patienten besprochen, um seine Autonomie zu fördern.

    Es gibt wenige Herzerkrankungen, bei denen ein genereller Sportverzicht empfohlen werden muss; dabei spielt die Risikostratifizierung eine bedeutende Rolle.

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  • ESC-Guidelines 2020 | „Non-ST-Segment Elevation Acute Coronary Syndromes“

    Es wurde der 0/2-h-Rule-in/Rule-out-Algorithmus eingeführt, der im klinischen Alltag praktikabler als der 0/1-h-Rule-in/Rule-out-Algorithmus ist.

    Die augenscheinlichste Änderung in der antithrombotischen Therapie des NSTEMI ist der Wegfall der routinemäßigen Vorbehandlung mit dualer Antiplättchentherapie, solange die Koronaranatomie nicht bekannt ist.

    In der Indikationsstellung zu einer invasiven Strategie beim NSTEMI fiel die Gruppe mit intermediärem Risiko weg; die Gruppe mit einer invasiven Abklärung innerhalb von 24 h wurde dadurch größer.

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  • ESC-Guidelines 2020 | Betreuung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern

    EMAH-Patienten können selbst nach Korrekturoperationen noch komplexe pathophysiologische und anatomische Verhältnisse aufweisen.

    Besonders schwierig sind Entscheidungen bei im Alltag asymptomatischen Patienten, die Re-Operationen benötigen.

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  • Prävention bei Herzpatienten – Neues vom ESC 2020

    Die Lipidtherapie erreicht in Europa bei weniger als 50 % aller Patienten die empfohlenen Zielwerte.

    Zur Behandlung des residualen kardiovaskulären Risikos bei Hypertriglyzeridämie existieren neue vielversprechende Therapieansätze.

    Colchicin ist (neben Plättchenhemmern und Statinen) bei koronarer Herzerkrankung präventiv wirksam.

    Dem Management kardiovaskulärer Risikofaktoren kommt in der rhythmus-erhaltenden Therapie von Vorhofflimmern eine wichtige Bedeutung zu.

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  • Herzinsuffizienz-Highlights vom ESC-Kongress 2020

    Beim ESC-Kongress 2020 wurden langerwartete Studienergebnisse zur medikamentösen Therapie bei Herzinsuffizienz präsentiert:

    EXPLORER-HCM: Als erste krankheitsspezifische Therapieoption bewirkte Mavacamten bei ausgewählten Patienten mit hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie eine symptomatische Verbesserung sowie eine Reduktion des LVOT-Gradienten.

    EMPEROR-Reduced: Mit Empagliflozin weist bereits der zweite SGLT2-Hemmer (nach Dapagliflozin) positive Ergebnisse bei Patienten mit Herzinsuffizienz mitreduzierter Auswurffraktion auf.

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  • Neues zur arteriellen Hypertonie vom ESC 2020

    „Bedtime“-Administration der antihypertensiven Dauermedikation könnte das kardiovaskuläre Risiko senken.

    Betablocker sind v. a. bei Frauen als First-Line-Therapie zurückhaltend einzusetzen.

    Zahlreiche Studien finden keine COVID-19-Risikoerhöhung aufgrund von RAAS-Inhibitoren.

    Die renale Denervation ist zurück – doch eine wirkungsvolle und sichere Alternative zur medikamentösen Therapie der arteriellen Hypertonie?

    Eine medikamentöse antihypertensive Therapie schützt selbst normo-tensive Patienten vor Major Adverse Cardiovascular Events (MACE), sowohl in der Primär- als auch in der Sekundärprävention.

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  • Pulmonale Hypertension

    Zahlreiche Studien beim ESC 2020 widmeten sich den verschiedenen Formen des Lungenhochdrucks – von pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH) bis chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (CTEPH):

    Metaanalyse: Die PAH-Patienten mit Bindegewebserkrankungen/Kollagenosen ziehen einen signifikanten Nutzen aus derzeit verfügbaren PAH-Therapien, allerdings geringer verglichen mit den anderen Subguppen der PAH.

    TRITON: Initiale Dreifach- vs. Doppeltherapie führte bei Patienten mit neu diagnostizierter PAH zu einem verbesserten Langzeitergebnis, obwohl die initiale Dreifachtherapie in Bezug auf Verbesserung der Gehstrecke und Hämodynamik einer initialen Doppeltherapie nicht überlegen ist.

    Ballonangioplastie bei CTEPH ermöglichte eine Deeskalation bzw. ein Absetzen der Sauerstofftherapie und PAH-spezifischen Kombinationstherapie.

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  • Update antithrombotische Therapie

    uVon einem routinemäßigen Preloading mit P2Y12-Inhibitoren wird bei Patienten mit NSTEMI abgeraten.uPrasugrel ist der P2Y12-Inhibitor der Wahl bei NSTEMI.uEine duale Plättchenhemmung sollte bei NSTEMI-Patienten mit hohem ischämischem Risiko für länger als 12 Monate gegeben werden und bei hohem Blutungsrisiko auf einen Zeitraum von 1 bis 3 Monaten verkürzt werden.uBei Patienten unter NOAK oder Marcoumar (bis INR < 2.5) soll eine Koronarangiografie nicht postponiert werden. uAlleinige Aspirintherapie zeigte bei Patienten nach TAVI ein besseres Outcome als bei Patienten, die mit Aspirin und Clopidogrel behandelt wurden. uVon einem routinemäßigen Preloading mit P2Y12-Inhibitoren wird bei Patienten mit NSTEMI abgeraten. uPrasugrel ist der P2Y12-Inhibitor der Wahl bei NSTEMI. uEine duale Plättchenhemmung sollte bei NSTEMI-Patienten mit hohem ischämischem Risiko für länger als 12 Monate gegeben werden und bei hohem Blutungsrisiko auf einen Zeitraum von 1 bis 3 Monaten verkürzt werden. uBei Patienten unter NOAK oder Marcoumar (bis INR < 2.5) soll eine Koronarangiografie nicht postponiert werden. uAlleinige Aspirintherapie zeigte bei Patienten nach TAVI ein besseres Outcome als bei Patienten, die mit Aspirin und Clopidogrel behandelt wurden.

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  • Kardiale Bildgebung – neue Entwicklungen

    Bei Patienten mit MINOCA sollte eine kardiale Magnetresonanztomografie (MRT) zur definitiven Klärung der Ursache der Troponinerhöhung durchgeführt werden.

    Der myokardiale Strain und der myokardiale „Work Index“ werden in Zukunft die Evaluierung der systolischen Linksventrikelfunktion revolutionieren.

    Die kardiale MRT sollte als erste Wahl zur Abklärung einer unklaren Linksventrikelhypertrophie in Betracht gezogen werden.

    Bei Patienten mit großem Vorderwandinfarkt sollte proaktiv nach einem Apexthrombus gesucht werden.

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  • Die 8 wichtigsten Erkenntnisse für die Herzchirurgie

    Der Schwerpunkt des ESC 2020 aus herzchirurgischer Sicht lag bei der chirurgischen Behandlung der koronaren Herzerkrankung.

    Einige wichtige Studien beschäftigten sich mit dem Vergleich Bypass oder perkutane koronare Intervention (PCI) u. a. hinsichtlich des Auftretens von MACE, Hospitalisation aufgrund von Herzinsuffizienz sowie Mortalität.

    Weitere wichtige Themen betrafen die genaue Art der chirurgischen Revaskularisierung sowie die Thrombozytenaggregationshemmung nach der Bypassoperation.

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  • E-Cardiology und Digital Health

    Der ESC-Kongress 2020 war die erste rein digitale kardiovaskuläre Veranstaltung dieser Größenordnung.

    116.000 Personen aus 211 Ländern nahmen in digitaler Form daran teil und beteiligten sich an regen Diskussionen über diverse soziale Kanäle.

    Das enorme Potenzial künstlicher Intelligenz konnte in mehrere Studien aufgezeigt werden.

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  • Kardiovaskuläre Grundlagenforschung beim ESC 2020

    Inflammation ist wesentlich an kardialer Regeneration und lebensstilassoziierter Atherogenese beteiligt.

    Histon-Deazetylase-(HDAC-)Inhibierung stellt einen potenziellen Therapieansatz bei Herzinsuffizienz dar.

    Mavacamten gilt als ein Beispiel erfolgreicher Translation vom Labor in die Klinik.

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