Dieses Nachbarland lockt jetzt Allgemeinmediziner:innen

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In Österreich fehlen laut dem jüngsten Rechnungshofbericht immer mehr Kassenärzt:innen. Die SPÖ will Wahlärzt:innen zur Arbeit im Kassensystem verpflichten. Jetzt kommen Angebote aus dem Ausland. 

Laut jüngstem Rechnungshofbericht ist die Zahl der besetzten Kassenstellen in der Allgemeinmedizin pro 1000 Einwohner:innen zwischen 2009 und 2029 um 10,2 % gesunken, zwischen 2019 und 2023 noch einmal um 5,1 %. Gleichzeitig steigt die Zahl der Wahlärzt:innen. Die SPÖ will wie berichtet nun Wahlärzt:innen zur Arbeit im Kassensystem verpflichten. Doch heimischen Ärzt:innen könnten sich auch neue Alternativen bieten. Auf der Suche nach Landärzt:innen lockt Bayern Ärzt:innen aus Österreich und fördert zudem angehende Mediziner:innen mit einem Studienplatz in Österreich.  

„Mit einem eigens aufgelegten Stipendienprogramm ermöglicht der Freistaat bis zu 100 jungen Menschen ein Medizinstudium im EU-Ausland, wenn diese sich verpflichten, später für einen gewissen Zeitraum im ländlichen Raum in Bayern als Fachärztin oder Facharzt zu arbeiten“, sagte Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU). Der Vorteil: An bestimmten europäischen Universitäten gibt es keinen Numerus Clausus (NC), für den Bestnoten im deutschen Abitur (Matura) erforderlich sind. Wer ein Stipendium ergattert hat, erhält laut Gerlach einen Zuschuss zu den an ausländischen Hochschulen anfallenden Studiengebühren in der Höhe von bis zu 10.000 Euro pro Semester. 23 Plätze wurden der Mitteilung zufolge bereits vergeben. Nun könnten noch 77 Personen im Wintersemester 2026/2027 ein gefördertes Studium aufnehmen. Neun Plätze davon seien für angehende Kinder- und Jugendpsychiater:innen reserviert, da es gerade in diesem wichtigen und sensiblen Bereich an Nachwuchs fehle, so Gerlach. 

Für das Wintersemester 2026/2027 läuft nach Angaben Gerlachs die Bewerbungsphase für die private Universität PMU in Salzburg, die Phase für die Hochschule im kroatischen Split beginnt demnächst. Beide kooperierten mit Krankenhäusern in Bayern – eine Voraussetzung für die Förderung. Denn mindestens die Hälfte der Studienzeit müssten Stipendiat:innen am Standort der bayrischen Klinik verbringen, sagte die Ministerin. Zudem müssten sie sich verpflichten, sich nach Abschluss des Studiums zum Facharzt in Bayern weiterzubilden und danach mindestens fünf Jahre dort auch im ländlichen Raum tätig zu sein. (red/APA)