Die Pflanze an der Tara: Hopfen – Bei Anspannung, Unruhe und Schlafproblemen

Für die Tara

Hopfen ist ein sanftes und gut verträgliches Mittel bei Symptomen von mentalem Stress und eine bewährte Option bei Schlafstörungen. Die Pflanze wirkt allein und ist auch eine beliebte Zutat in Kombinationspräparaten.


Botanik und Inhaltsstoffe

Der Hopfen (Humulus lupulus L.) ist eine ausdauernde Schlingpflanze und gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Die Drogen bestehen aus den weiblichen Blütenständen der Hopfenzapfen oder den daraus abgesiebten Hopfendrüsen. Die Droge stammt meist aus Deutschland und Tschechien, es gibt aber auch Importe aus China und den USA.1
Hopfen enthält harzartige Substanzen, bei denen es sich um prenylierte Phloroglucin-Derivate handelt, vorwiegend um Humulon und Lupulon und ihre Derivate. Darüber hinaus befindet sich ätherisches Öl im Hopfen (0,3–1 % in den Zapfen, 1–3 % in den Drüsen). Das Öl setzt sich vor allem aus Mono- und Sesquiterpenen (Myrcen, Humulen, Caryophyllen) zusammen.1

Darreichungsformen

Geschnittene Hopfenzapfen werden zur Teebereitung verwendet. Für die Darreichung in Tabletten, Kapseln und Dragees erfolgt die Verarbeitung zu Trockenextrakten.2

Studienlage und Monografien

Eine sedative sowie antikonvulsive Wirkung zeigte sich tierexperimentell in Tests der lokomotorischen Aktivität, am Laufrad sowie im Hot-Plate-Test (Schmerzreaktionstest). In allen Versuchen bestanden dosisabhängige Effekte, wobei sedative Effekte bereits bei niedriger Dosis feststellbar waren. Auch konnte eine Verlängerung der Schlafzeit ermittelt werden.1

Die Wirksamkeit von Hopfenzapfen und Hopfenextrakten als Sedativum wurde klinisch bestätigt.1 Das Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) hat die Blüten zur Anwendung bei leichten Symptomen von mentalem Stress und als Schlafhilfe eingestuft („traditional use“).3 In einer ESCOP-Monografie werden Anspannung, Unruhe und Schlafstörungen als Anwendungsgebiete genannt.1

Die beruhigende Wirkung wird vermutlich durch das aus den Bitterstoffen Humulon und Lupulon durch Abbau entstandene 2-Methyl-3-buten-2-ol bedingt.4 Auch Kombinationen mit anderen Pflanzen (Baldrian, Melisse) bewähren sich bei der Linderung von Unruhe und Schlafstörungen.

In jüngerer Zeit werden Hopfenzapfen/Hopfendrüsen auch auf eine östrogenartige Wirkung untersucht. Es hat sich gezeigt, dass ein 50-prozentiger ethanolischer Extrakt am Östrogenrezeptor ER+ bindet.1

Neben- und Wechselwirkungen

nicht bekannt2

Literatur:

1 Blaschek W, Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2016

2 Kooperation Phytopharmaka GbR

3 Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC): Community herbal monograph on Humulus lupulus L., flos. EMA/HMPC/682384/2013

4 Länger R, Kubelka W, Phytocodex 2000/01


Apo-K 17|2020

Herausgeber: Ärztekrone VerlagsgesmbH
Publikationsdatum: 2020-09-11