Phytosterine Natürliche Optimierung der Blutfette

Für die Tara

Phytosterine hemmen die Absorption von Cholesterin im Darm und können den Cholesterinspiegel um 10–15 % senken.


Charakterisierung, Aufnahme und Metabolisierung

In der Nahrung vorkommende pflanzliche Sterine wie Stigmasterin, Campesterin und Beta-Sitosterin sind den tierischen Sterinen wie Cholesterin in der chemischen Zusammensetzung sehr ähnlich.1 Unterscheidungen bestehen hinsichtlich der Seitenketten.2 Bisher wurden 44 Phytosterine aus sieben Pflanzenfamilien identifiziert. Das am häufigsten vorkommende ist Beta-Sitosterin, es macht auch rund die Hälfte der mit der Nahrung aufgenommenen pflanzlichen Sterole aus.1 Phytosterine kommen hauptsächlich in den fettreichen Pflanzenteilen vor. Besonders reich an Phytosterinen sind Sonnenblumenkerne und Sesam (534 beziehungsweise 714 mg/100 g). Auch Sojaöl ist eine gute Quelle, jedoch verringert sich der Gehalt durch Raffination von 494 mg auf 132 mg/100 g.1 Die tägliche Phytosterinzufuhr mit der Nahrung wird auf 150–400 mg geschätzt.1 Bei Vegetariern ist die Aufnahme etwas höher.3 Aus der Nahrung werden nur rund 5 % resorbiert, der überwiegende Teil bleibt im Darm und wird mit den Fäzes ausgeschieden.1

Darreichungsformen

Mittlerweile ist in der EU eine Vielzahl von Produkten mit Zusatz von Phytosterinen (angereicherte Lebensmittel) am Markt.3 Auch Kapseln mit Phytosterinen sind als Nahrungsergänzung verfügbar.

Wirkweise und Studienlage

Die cholesterinsenkende Wirkung der Phytosterine wurde bereits in den 1950er-Jahren erstmals erforscht. Diese Pflanzenstoffe kommen daher erfolgreich bei Hypercholesterinämie zum Einsatz.1 Der Mechanismus beruht auf einer Hemmung der Absorption von Cholesterin: Phytosterine konkurrieren auf den Mizellen im Dünndarm mit der Resorption des Cholesterins. Dieses wird in Anwesenheit von pflanzlichen Sterinen vermehrt mit dem Stuhl ausgeschieden. Aufgrund der geringen Resorptionsrate erhöht sich der Phytosterinspiegel durch die tägliche Aufnahme von 2,3 g um 0,8 mg/dl (0,02 mmol). Dem steht eine Reduktion des LDL-Cholesterins um bis zu 10–15 % entsprechend 15 mg/dl (0,4 mmol/l) gegenüber.4 Der Konsum von mit Phytosterolen angereicherten „funktionellen“ Lebensmitteln wird in der Leitlinie zu Dyslipidämien der European Society of Cardiology und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie für die Verbesserung der Blutfettprofils mit Evidenzgrad A angegeben.5 Phytosterinhaltige Produkte ergänzen sich in ihrem Wirkmechanismus auch günstig mit Statinen.4

Hinweise

Für Schwangere, Stillende und Kinder unter fünf Jahren werden phytosterinhaltige Supplemente wegen fehlender Erfahrungen aus Studien nicht empfohlen.4

 

Literatur:

  1. Watzl B, Leitzmann C, Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln, 3. Auflage. Hippokrates Verlag 2005
  2. Ebermann R, Elmadfa I, Lehrbuch Lebensmittelchemie und Ernährung. Springer Verlag 2008
  3. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Pflanzensterine (Phytosterine): Phytosterine: Pflanzliche Verbündete gegen Cholesterin.
  4. Zyriax BC, Windler E, Fettstoffwechselstörungen und Prävention der koronaren Herzkrankheit. Ernährungs Umschau 12/2010
  5. ESC/EAS Pocket Giudelines: Diagnostik und Therapie der Dyslipidämien. [Link]

Apo-K 19|2020

Herausgeber: Ärztekrone VerlagsgesmbH
Publikationsdatum: 2020-10-09