DF 04|2014

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Guntram Schernthaner, Österreichische Diabetes Gesellschaft

Editorial

  • Der Stellenwert der Glukosurika (SGLT-2-Inhibitoren) in der Diabetestherapie
    Sehr geehrte Frau Kollegin,
    sehr geehrter Herr Kollege!
    Im 20. Jahrhundert wurde über Jahrzehnte hinweg die ­Harnzuckerausscheidung für die Beurteilung der Diabetes­einstellung herangezogen, wobei eine erhöhte Glukosurie als prognostisch ungünstiges Indiz angesehen wurde. Mit der Einführung der Blutzuckerselbstmessung wurde dann ...Weiterlesen ...

In eigener Sache

News Update

  • Imeglimin verbessert die Funktion der pankreatischen Betazellen

    Imeglimin ist der erste Vertreter der neuen, antidiabetischen Medikamentenklasse der Glimine. Die tetrahydrotriazin­hältige Substanz ist oral applizierbar und steht in Phase II der klinischen Erprobung für die Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes.

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  • Behandlung der Osteomyelitis beim Diabetischen-Fuß-Syndrom

    Erstmals verglich eine Studie prospektiv und randomisiert die ausschließlich antibiotische Therapie mit einer ­chirurgischen Behandlung mit kurzer antibiotischer Nachbehandlung. Es zeigten sich keine Unterschiede hinsichtlich Heilungsraten, Zeit bis zur Heilung, Komplikationen und kleinen Amputationen.

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  • Neue Sicherheitsdaten zu SGLT-2-Hemmern

    Vor Veröffentlichung der großen Outcome-Studien geben Daten aus verschiedenen Studien Hinweise auf die Sicherheit der Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren.

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ÖDG Aktuell

ÖDG Seite des Präsidenten

Focus: SGLT- 2-Hemmer

  • Antidiabetikaklasse mit neuem Wirkmechanismus: Benefits, Limitationen und künftige Optionen

    Im Interview: Prof. Dr. John P. H. Wilding, Liverpool/UK: Die Entwicklung zielt auf Antidiabetika mit möglichst wenigen Nebenwirkungen ab, um die Therapietreue zu fördern und damit bei mehr Patienten eine gute glykämische Kontrolle zu erzielen. Die wichtigsten zusätzlichen Benefits der SGL-T-2-Hemmung sind günstige Auswirkungen auf Körpergewicht und Blutdruck bei einem guten Sicherheitsprofil. Der Einsatz bei Typ-1-Diabetes erscheint aufgrund präliminärer Daten interessant, weitere Studien sind aber notwendig.

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  • SGLT-2-Hemmer eröffnen neue Perspektiven für Diabetes und Niere

    Die Erweiterung der Antidiabetikapalette durch SGLT-2-Inhibitoren bietet vor allem auch aus ­nephrologischer Sicht innovative und vielversprechende Therapieoptionen.

    Kritische Merkmale einer typischen Nephropathie bei Diabetes – wie Albuminurie, renale ­Hyperfiltration und arterielle Hypertonie – könnten positiv beeinflusst werden, gleichzeitig wird die ­Hypoglykämiegefahr, welche für das Gesamtüberleben von Diabetikern kritisch ist, nicht wesentlich ­erhöht.

    Ob die renalen Effekte einer SGLT-2-Inhibition über die Beeinflussung des Blutzuckers hinausgehend auch das ­renale Überleben beeinflussen, werden wir mit Spannung in naher Zukunft erwarten.

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  • Metabolische Auswirkungen der SGLT-2-Hemmung

    Die Hemmung der Natrium-Glukose-Co-Transporter (SGLT) bewirkt eine Senkung des Blutzuckers durch vermehrte Glukoseausscheidung über den Harn infolge verminderter Rückresorption.

    Die Behandlung der Hyperglykämie mit SGLT-2-Hemmern bei Patienten mit Typ-2-Diabetes führte in allen Studien zur Senkung von Nüchternglukose, postprandialer Glukose und HbA1c.

    Neben der glykämischen Kontrolle wurden positive Effekte auf Blutdruck und Körpergewicht verzeichnet.

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  • SGLT-2-Hemmer als Kombinationspartner von anderen oralen Antidiabetika

    SGLT-2-Inhibitoren können grundsätzlich mit allen oralen Antidiabetika kombiniert werden.

    In der dualen Kombination mit Metformin ist die glykämische Kontrolle mit SGLT-2-Hemmern gegenüber Placebo überlegen. Der Vergleich mit Sulfonylharnstoffen ergibt eine ähnliche HbA1c-Senkung bei signifikanter Verbesserung von Hypoglykämieraten, Körpergewicht und Blutdruck. Im Vergleich zu DPP-4-Hemmern ist der langfristige HbA1c-Verlauf unter SGLT-2-Hemmern günstiger; Gewichts- und Blutdruckdifferenz sind signifikant, aber geringer ausgeprägt.

    In der Tripletherapie waren SGLT-2-Hemmer im Vergleich zu Sulfonylharnstoff und Pioglitazon überlegen. Die Wirksamkeit der Kombination mit DPP-4-Hemmern ist geringer als erwartet.

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  • Insulintherapie und SGLT-2-Hemmung

    Für alle drei zugelassenen SGLT-2-Hemmer konnte gezeigt werden, dass die Zugabe zu einer ­vorbestehenden Insulintherapie bei Patienten mit ungenügend kontrolliertem Typ-2-Diabetes zu ­einer Senkung der HbA1c-Wertes, des Körpergewichts und z. T. des Blutdrucks führt; außerdem wurde eine Stabilisierung oder Senkung der Insulindosis beobachtet. Große Studien fehlen noch.

    Die Datenlage zum Einsatz bei schlecht kontrolliertem Typ-1-Diabetes ist derzeit begrenzt, erscheint ­jedoch vielversprechend.

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  • SGLT-2-Inhibitoren in der klinischen Praxis

    SGLT-2-Inhibitoren bieten ein weiteres Therapieprinzip, das die wichtige Forderung nach zumindest ­Gewichtsneutralität und Hypoglykämiefreiheit erfüllt.

    Weitere Stärken der Substanzklasse sind insulinunabhängige und anhaltende Wirkung sowie Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks.

    Mögliche Limitationen im praktischen Einsatz sind derzeit noch fehlende Sicherheitsdaten aus Outcome-Studien und die bestehenden Erstattungsregeln.

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  • Urogenitale Infektionen unter SGLT-2-Hemmern: Risiko oder Bagatelle?

    Ungünstige Nebenwirkungen dürfen in der Medizin prinzipiell nicht bagatellisiert werden.

    Bei Abwägung aller Nebenwirkungen zeigt sich bei SGLT-2-Hemmern ein deutliches Überwiegen der günstigen Nebenwirkungen.

    Die Häufigkeit von Harnwegsinfektionen liegt geringfügig über Placeboniveau und könnte durch ­„over-reporting“ benigner Symptome beeinflusst sein.

    Die Häufigkeit von Genitalinfektionen liegt deutlich höher und erfordert erhöhte Aufmerksamkeit, sollte aber als ­kalkulierbares Risiko bewertet werden.

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  • Second-Line-Therapie nach Metformin – womit? Pro DPP-4-Hemmer

    DPP-4-Hemmer sind seit mittlerweile sieben Jahren zur Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus im Einsatz. Sie bieten eine den Sulfonylharnstoffen vergleichbare HbA1c-Senkung, ohne das Risiko für ­Hypoglykämien oder Gewichtszunahme, und können mit sämtlichen anderen Antidiabetika kombiniert werden, wobei auch Fixkombinationen mit Metformin und Pioglitazon angeboten werden. Aufgrund des günstigen Nebenwirkungsprofils sind sie auch bei geriatrischen Patienten einsetzbar und ­können sowohl bei Leber- als auch bei Niereninsuffizienz nach Dosisanpassung verwendet werden,was einen ­entscheidenden Vorteil gegenüber den SGLT-2-Hemmern bietet.

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  • Second-Line-Therapie nach Metformin – womit? Pro SGLT-2 Hemmer

    Bei Gliflozin-Monotherapie kann verglichen mit Placebo mit einer Senkung des HbA1c um 0,79 % gerechnet werden.

    Genitourethrale Infekte treten mit einem 42 % höheren Risiko auf und stellen die wichtigste ­Nebenwirkung dieser Substanzklasse dar.

    Derzeit liegen neutrale kardiovaskuläre Effekte vor.

    Gliflozine führen zu einer signifikanten Reduktion des Gewichtes (–1,7 kg) und des Blutdruckes (–4,45 mmHg systolisch bzw. –2,01 mmHg diastolisch).

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  • Welche künftigen Entwicklungen sind auf dem Gebiet der SGLT-Hemmung zu erwarten?

    Duale SGLT-1-/SGLT-2-Hemmung verbessert postprandiale Hyperglykämien und stimuliert die ­Inkretinausschüttung. Dadurch könnten im Vergleich zur selektiven SGLT-2-Hemmung eine bessere ­antidiabetische Wirkung und eine Senkung des kardiovaskulaeren Risikos erzielt werden.

    Mögliche zusätzliche Nebenwirkungen wie Diarrhö oder kardiale Wirkungen müssen noch in ­größeren Studienkollektiven evaluiert werden.

    Weitere in Entwicklung befindliche Therapiekonzepte in der SGLT-Hemmung sind die SGLT-2-Hemmung durch ­Antisense-Oligonukleotide sowie die selektive SGLT-1-Hemmung.

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