SP 02|2014

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

  • Schmerzen sind keineswegs simple Phänomene
    Auf den ersten Blick erscheint der Schmerz als ein simples Phänomen. Immer dann, wenn die Schmerzbahnen, über die man heute erstaunlich viel Bescheid weiß, durch mechanische Einwirkungen, entzündliche Prozesse, übermäßige Kälte bzw. Hitze und manch anderes mehr gereizt werden, stellt ...Weiterlesen ...

Focus: Schmerzen mit/ohne Ursache

  • Chronisches Schmerzsyndrom – Diagnostik und Therapie

    Chronische Schmerzen sind ein weit verbreitetes Phänomen, sie müssen von akuten Schmerzen unterschieden werden. Im klinischen Kontext werden vor allem Zeitkriterien herangezogen. Dauert ein Schmerz länger als 3–6 Monate, liegt ein chronischer Schmerz vor.

    In der Diagnostik und Therapie braucht es gegenüber der akuten Schmerztherapie einen Paradigmenwechsel. Lernmechanismen spielen in der Chronifizierung von Schmerzen eine wichtige Rolle. Für die Therapie sind multidisziplinäre Ansätze erforderlich mit der Möglichkeit, in „interdisziplinären Schmerzkonferenzen“ mit allen Beteiligten zu kommunizieren.

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  • Somatoforme Störungen – State of the Art

    Mit der Veröffentlichung des DSM-5 im Jahr 2013 wurde die Diagnosegruppe der somatoformen Störungen komplett überarbeitet und erneuert. Der folgende Artikel beschreibt die Konzeptentwicklung der somatoformen Störungen von ihrer Entstehung bis zum DSM-5 sowie ätiopathogenetische Überlegungen und Therapieempfehlungen.

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  • Update neuropathischer Schmerz

    Neuropathische Schmerzen sollten so früh und so konsequent wie möglich behandelt werden – auch um eine weitere Schmerzchronifizierung hintanzuhalten. Im Zentrum der medikamen­tösen Therapie stehen topische Therapieansätze, Antiepileptika, Antidepressiva und Opioide. Fragebögen wie painDETECT und DN4 erleichtern die klinische Diagnose.

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  • Mentalisierung, Bindung und chronischer Unterbauchschmerz

    Die Einbeziehung der Konzepte der Mentalisierung und Bindung in die psychosomatische Forschung erscheint ein vielversprechender Ansatz für ein psychoanalytisches Verständnis von chronischen Unterbauchschmerzen zu sein und stellt einen möglichen Ausgangspunkt für Modifizierungen der psychotherapeutischen Behandlung von Patientinnen mit chronischen Unterbauchschmerzen dar.

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Kongress

  • ÖGPP 2014: Psychiatrie in der NS-Zeit – und die Auseinandersetzung danach
    In einer Gedenkveranstaltung wurde 2013 bei der ÖGPP-Jahrestagung an die nationalsozialistischen Verbrechen gegen psychisch Kranke, Behinderte und Randgruppenangehörige erinnert. Im Namen der ÖGPP entschuldigte sich Univ.-Prof. Dr. Christian Haring, Hall, bei allen Opfern für das Leid und Unrecht, das ihnen ...Weiterlesen ...
  • ÖGPP 2014: Das biopsychosoziale Modell am Beispiel der Psychohepatologie

    Die Auseinandersetzung mit den biopsychosozialen Konsequenzen von Lebererkrankungen und ihren Therapien schafft die Basis für die Entwicklung geeigneter Präventionsstrategien und für eine Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Patienten mit schweren Lebererkrankungen.

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  • ÖGPP 2014: Somatische Komorbidität der bipolar affektiven Störung

    Wie andere psychische Erkrankungen sind bipolare Störungen mit einer verkürzten Lebens­erwartung und einer erhöhten somatischen Morbidität (z. B. kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes oder Infektionskrankheiten) assoziiert. Auch komorbide neurologische Erkrankungen – vor allem Migräne, Epilepsie und multiple Sklerose – scheinen häufiger aufzutreten, jedoch bedarf es weiterführender epidemiologischer Studien, um dies zu untermauern.

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  • ÖGPP 2014: Körpermodifikation – (sub-)kulturelle und psychopathologische Aspekte

    In der Spätmoderne wird der Körper in zunehmendem Maße zur aktiven Identitätsgestaltung und -stabilisierung herangezogen. Bei bestimmten Störungsbildern könnten Körperveränderungen auch als Lösungsversuche im Rahmen des Identitätsmanagements angesehen werden. Im Phänomen der Body Integrity Identity Disorder findet der Zusammenhang zwischen Körper und Identität seinen Höhepunkt.

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Für die Praxis

  • Stellenwert von Craving in der Suchttherapie

    Craving ist ein Phänomen, das aufgrund seiner Komplexität trotz intensiver Forschung großteils ungeklärt bleibt. In der Therapie sollte bereits in der Planung einer Abstinenz- oder Reduktionsphase das mögliche Auftreten von Craving angesprochen und die Patienten darüber ausführlich informiert werden.

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Panorama

  • Traumafolgen – die neue Bedeutung transkultureller Aspekte

    Kulturelle Faktoren und kulturabhängige Formen der Reaktion auf besondere Belastungen werden bei belastungsabhängigen Erkrankungen als zunehmend wichtig gesehen. Die Einführung flexibler neuer Modelle in der Beschreibung und Diagnostik verbessert eine angemessene Wahrnehmung und Behandlung der kulturbedingten Vielfalt in Ergänzung zu den Standarddiagnosen wie jener der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

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