SP 03|2015

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

  • Von der Xenophilie zur Xenophobie und wieder zurück
    Es ist in einem Maße betroffen machend und beschämend, wenn man in Radio- bzw. Fernsehnachrichten oder Zeitungsberichten hört, sieht und liest, in welch menschenverachtender Weise mit Menschen verfahren wird, die sich auf der Flucht aus ihrem Heimatland befinden und in ...Weiterlesen ...

Focus: Psychosen in Schwangerschaft und Stillzeit

  • Psychosen in Schwangerschaft und Stillzeit*

    Kontrazeption, Kinderwunsch und Schwangerschaftsplanung gehören in jede Erstuntersuchung psychisch kranker Frauen und sollten auch im Laufe der Therapie immer wieder angesprochen werden.

    Frauen im gebärfähigen Alter sollten bestimmte Medikamente wie Valproat nicht erhalten.

    Die Planung von Schwangerschaft und Entbindung in Kooperation mit der Gynäkologie und die Nachbetreuung nach der Geburt gehören zu den wichtigen Aufgaben der Psychiaterin bzw. des Psychiaters.

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  • Die postpartale Depression

    Die Prävalenz der postpartalen Depression (PPD) wird auf 10–15 % geschätzt, wobei die Schweregrade vom protrahierten Baby Blues bis zur schweren Depression mit psychotischer Symptomatik reichen.

    Die PPD kann nicht nur nachteilige Auswirkungen auf Partner und Familie, sondern auch auf die Beziehung zum Kind und dadurch auf dessen Entwicklung haben.

    Eine von Beginn an bindungsfördernde Mutter/Vater-Kind-Behandlung ist ein präventiver Entwicklungsfaktor für die Kinder.

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  • Psychopharmaka in der Schwangerschaft – die aktuelle Datenlage

    Problembereiche der Psychopharmakologie in der Schwangerschaft umfassen Teratogenität, neonatale Toxizität bzw. Entzugssyndrom, Störungen des Schwangerschaftsverlaufs, intrauterine Wachstumsstörungen oder mögliche Entwicklungsdefizite.

    Für eine geplante Konzeption sollte eine Risiko- und Nutzenanalyse mit Medikamentendaten Krankheitsverlauf, Rückfällen, Wünsche der Patientin und ihrer Familie angestellt werden.u Bei ungeplanten Schwangerschaften (50 %) ist es häufig bereits zur Exposition mit der Substanz gekommen. Hier ist überlegtes Vorgehen nötig; aus Angst vor Schädigung des Fötus wird jedoch oft die Medikation abgesetzt und damit ein Rückfall ausgelöst.

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  • Peripartale ambulante Versorgung psychisch kranker Mütter im Otto-Wagner-Spital Wien

    Seit 15 Jahren gibt es am Otto-Wagner-Spital Wien die Spezialambulanz für perinatale Psychiatrie, die einzige speziell diesem Thema gewidmete psychiatrische Ambulanz in Österreich.

    2014 wurden in der Spezialambulanz 400 Patientinnen mit mehr als 1.000 Kontakten betreut.

    75 % der in der Ambulanz behandelten Patientinnen haben eine psychische Erkrankung in der Anamnese, 40 % werden aus dem psychiatrischen Bereich zugewiesen, 20 % von der Gynäkologie.

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Kongress

  • [3. Innsbrucker Dialog 2015] Essstörungen nach bariatrischer Operation

    Der Erfolg einer bariatrischen Operation wird vor allem am Ausmaß der postoperativen Gewichtsabnahme und der Besserung der mit der Adipositas assoziierten Begleiterkrankungen gemessen.

    Dieser Erfolg steht in engem Zusammenhang mit dem postoperativen Essverhalten, weniger mit dem präoperativen.

    Die häufigsten postoperativen Essstörungen sind das „Grazing“ und die „Binge-Eating“-Störung, verbunden mit einem Mangel an Kontrolle über das Essverhalten. Nicht selten entwickelt sich auch eine anorektische oder bulimische Symptomatik.

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Für die Praxis

  • Behandlungsguidelines bei Angsterkrankungen und klinische Realität

    Für die Behandlung von Angststörungen liegen verschiedene Leitlinien wie z. B. der Österreichischen Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie, der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde oder des National Institute for Health and Clinical Excellence vor.

    Dennoch werden Angstpatienten häufig nicht leitlinien­konform behandelt, wie zwei aktuelle Untersuchungen im ambulanten und stationären Bereich zeigen.

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  • Warum ist Psychotherapie im Alter keine Selbstverständlichkeit?

    Wesentliche Aspekte in der psychotherapeutischen Arbeit mit alten und älteren Menschen sind:

    die besondere Fokussierung auf körperliche Veränderungen

    Erleben und Umgang mit Verlust­erfahrungen und existenzieller Abhängigkeit, veränderte Zeitwahrnehmung

    spezielle Übertragungs- und Gegenübertragungsszenarien sowie

    unterschiedliche Ausprägungen organischer Psychosyndrome.

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Panorama

  • Traumatisierung bei Kindern – frühe und späte Zeichen

    Kinder und Jugendliche stellen eine potenziell besonders vulnerable und gleichzeitig unter Berücksichtigung der in Österreich häufigsten Auslöser von Traumatisierungen – Flucht, familiäre und sexuelle Gewalt, aber auch verschiedenen Formen des Mobbings – besonders hilflose Gruppe dar.

    Neben unmittelbaren und oft nicht erkannten Folgen, die aber als „Warnzeichen“ erkannt werden sollten, sind die Langzeitfolgen unbehandelter (und teils sogar behandelter) psychologischer Traumatisierung als potenziell schwer und lebenslang einzuschätzen.

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  • Flüchtlingskrise – nicht nur in Österreich

    Zur Verbesserung der aktuellen Versorgung von Flüchtlingen wurden zahlreiche freiwillige Initiativen ins Leben gerufen, wie z. B. die Aktion „Medical Aid for Refugees“ oder ein Pilotprojekt für kostenlose Psychotherapie.

    Freiwillige Leistungen können eine Ausweitung der zu geringen vorhandenen Kapazitäten aber nicht ersetzen, sondern nur eine sinnvolle Ergänzung sein.

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