UIM 08|2021

UIM 08|2021 Themenheft ESC-Kongress 2021

Herausgeber: o. Univ.-Prof. Dr. Günter J. Krejs

Editorial

  • Neue Guidelines und Studien – ein Destillat
    ESC 2021
    Während des Kongresses der europäischen kardiologischen Gesellschaft (ESC) Ende August 2021 wurden 4 neue Richtlinien zu verschiedenen kardiovaskulären Erkrankungen vorgestellt. Diese Richtlinien umfassen 72–128 Seiten und 562–1.001 Literaturhinweise, die sich auf die Empfehlungen zu Diagnose und Therapie beziehen ...Weiterlesen ...

Weitere Artikel

  • Kardiovaskuläre Risikoprävention

    Die neuen Guidelines zur CVD-Prävention rücken von der Vorgabe starrer Zielwerte ab und empfehlen ein schrittweises Vorgehen, um die individuellen Behandlungsziele im Sinne eines Shared Decision Making zu erreichen.

    Weitere Highlights waren Hypertoniestudien, die den Vorteil eines niedrigeren systolischen Blutdruckzielwerts von 110–130 mmHg und die positiven Effekte einer Speisesalzaufbereitung mit 25% KCL zeigten, sowie eine Studie zur Senkung des kardiovaskulären Risikos durch eine Influenzaimpfung unmittelbar nach Myokardinfarkt.

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  • Herzinsuffizienz: What’s new, what’s old?

    Eine wesentliche Neuerung in den Leitlinien stellt die Klasse-I-Empfehlung für die SGLT2-Inhibitoren Dapagliflozin sowie Empagliflozin für die Therapie der Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) dar.

    Zusätzlich zur Basistherapie wird bei HFrEF eine auf den individuellen Herzinsuffizienz-Phänotyp zugeschnittene Behandlung empfohlen.

    Die Behandlung mit Vericiguat eröffnet eine neue medikamentöse Therapieoption für HFrEF-Patienten, deren Zustand sich trotz optimaler medikamentöser Therapie verschlechtert.

    Die Abkürzung HFmrEF steht nun nicht mehr für Herzinsuffizienz mit „mid-range“-Ejektionsfraktion, sondern für Herzinsuffizienz mit „mildly-reduced“ Ejektionsfraktion.

    Das Entlassungsmanagement bei herzinsuffizienzbedingten Klinikeinweisungen stellt einen wesentlichen Bestandteil der modernen Herzinsuffizienztherapie dar.

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  • Behandlung von Herzklappenerkrankungen

    Die Bedeutung des multidisziplinären Herz-Teams für die diagnostische Abklärung, die therapeutische Entscheidungsfindung und die Behandlung von Patienten mit erworbenen Herzklappenerkrankungen wird betont.

    Aortenklappenstenose: Sowohl bei Patienten ≥ 75 Jahre als auch bei Patienten mit einem EuroSCORE II > 8 % ist der TAVI der Vorzug gegenüber dem chirurgischen Klappenersatz zu geben.

    Mitralklappeninsuffizienz: Erstmals wird empfohlen, bei sekundärer Mitralinsuffizienz eine operative oder interventionelle Sanierung anzustreben, sofern die Patienten trotz optimaler Therapie symptomatisch sind.

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  • Cardiac Pacing – Herzschrittmacher und kardiale Resynchronisation

    Die Guidelines sind gut leserlich und weisen neben der gewohnt exakten Analyse der vorhandenen Evidenz eine hohe Praxisorientierung mit entsprechender klinischer Relevanz auf.

    Ausführliche neue Kapitel widmen sich speziell der Implantation von Herzschrittmachern und CRT-Geräten, dem perioperativen Management sowie der Vermeidung von assoziierten Komplikationen.

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  • Hypertonie-Highlights

    Digitale Applikationen haben das Potenzial, Patienten mit Hypertonie bei der Einhaltung von Lebensstilmaßnahmen zu unterstützen.

    Die Effektivität einer 4-fachen niedrigdosierten Wirkstoffkombination in einer Kapsel zeigte sich einem antihypertensiven Stufenschema in Hinblick auf die systolische Blutdruck­kontrolle überlegen.

    Die positiven Blutdruckeffekte von Natriumrestriktion und Kaliumsubstitution wurden erstmals in einer großen Population mit relativ langem Follow-up vollauf bestätigt.

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  • Pulmonale Hypertension

    Experimentelle Daten bestätigen eine entscheidende Rolle von Parathormon (PTH) bei der Entwicklung von PAH und legen nahe, dass PTH ein neues therapeutisches Ziel für die Behandlung sein könnte.

    Neue Studien zeigen als Folge der Genregulierung die Insulinresistenz, eine Beteiligung des Glutaminstoffwechsels sowie Störungen der Glutaminolyse bei iPAH-Patienten – ein Befund, der bereits durch die klonale Proliferation glatter Muskelzellen der Pulmonalarterie in plexiformen Läsionen nahegelegt wurde. Diese Ergebnisse liefern neue Einblicke in die Stoffwechsel­regulation bei iPAH.

    Covid-19-positive Patienten mit pulmonal arterieller Hypertension (PAH) und chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertension (CTEPH), die eine Intensiv- und Beatmungsunterstützung benötigten, zeigen sehr hohe Mortalität.

    Zahlreiche europäische PH-Zentren berichteten Wirksamkeits-, Sicherheits- und Überlebensdaten zur pulmonalen Ballonangioplastie (BPA), die mittlerweile mit den japanischen Daten vergleichbar sind.

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  • Neues aus der Rhythmologie

    Die Implantation eines Loop-Recorders detektiert bei jedem 3. Risikopatienten Vorhofflimmern – aber das allein verhindert noch keinen Insult.

    Die komplette Pulmonalvenenisolation muss bei Patienten mit Vorhofflimmern unser wichtigstes Ziel sein – egal ob mit oder ohne atrialer Fibrose.

    Die AV-Knoten-Ablation und CRT-Schrittmacher-Implantation ist eine gute Sache bei Patienten mit tachykardem Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz.

    Die neuen Guidelines zu „cardiac pacing and resynchronisation“ sind mit der Herzinsuffizienz gut synchronisiert – ohne wirkliche Überraschungen.

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  • Top-Studien beim akuten Koronarsysndrom

    Eine verkürzte dualen Plättchentherapie (DAPT) nach perkutaner Koronarinter­vention (PCI) bei Patienten mit hohem Blutungsrisiko ist hinsichtlich Sicherheit nicht unterlegen.

    Nach einem Myokardinfarkt sind relevante Herzrhythmusstörungen auch bei Patienten mit einer moderat eingeschränkten Linksventrikelfunktion häufig und können durch einen Loop-Recorder deutlich öfter detektiert werden.

    Bei Patienten ohne ST-Strecken-Hebungen nach einem „Out of Hospital“-Kreislaufstillstand verbessert eine unmittelbare Koronarangiografie das Outcome nicht.

    Eine während des stationären Aufenthaltes durchgeführte Grippeimpfung nach Myokardinfarkt verbessert das kardiovaskuläre Outcome.

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  • Antithrombotische Therapie

    ENVISAGE-TAVI AF: Bei PatientInnen nach Transkatheter-Aortenklappenersatz (TAVI) mit Vorhofflimmern (VHF) war Edoxaban mit einem vergleichbaren Nettobenefit wie Vitamin-K-Antagonisten assoziiert, führte jedoch zur Erhöhung des Risikos für gastrointestinale Blutungen.

    MASTER DAPT: PatientInnen mit hohem Blutungsrisiko profitierten von einer verkürzten dualen Plättchentherapie (DAPT) nach perkutaner Koronarintervention (PCI) durch geringere Blutungsevents bei gleichbleibendem ischämischem Risiko im Vergleich zur Standard-DAPT.

    STOPDAPT-2 ACS: Eine 1-monatige DAPT, gefolgt von 11 Monaten Clopidogrel-Monotherapie, war einer 12-monatigen Standard-DAPT durch Zunahme des ischämischen Risikos bei PatientInnen nach PCI bei akutem Koronarsyndrom unterlegen.

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  • Kardiale Bildgebung

    Adhärenz zu den Guidelines halbiert die „falsch positiven“ Zuweisungen zur Koronarangiografie.

    Bei Patienten mit bekanntem chronischen Koronarsyndrom ist die Stressbildgebung nach wie vor die erste nichtinvasive Wahl.

    Aus den neuen Guidelines geht hervor, dass ein multimodaler Ansatz in der Behandlung von Herzklappenfehlern und bei chronischer Herzinsuffizienz in ausgewählten Fällen sehr hilfreich ist.

    Die kardiale MRI-Untersuchung ist in der großen Mehrheit der „MRI-conditional“- und der „Non-MRI-conditional“-Schrittmachersysteme sicher durchführbar.

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  • Interventionelle Kardiologie

    Die neuen Leitlinien zum Management von Herzklappenerkrankungen zeigen insgesamt einen Trend zur früheren Intervention auch von asymptomatischen Patienten.

    Die Transkathetertherapie der Herzklappen wurde sowohl für die TAVI als auch für die AV-Klappen aufgewertet. Neue Verfahren insbesondere für die AV-Klappentherapie werden aktuell getestet und versprechen weitere Verbesserungen für Betroffene.

    Die optimale Dauer und Intensität der Antiplättchentherapie nach PCI in den verschiedenen klinischen Szenarien bleibt komplex und Gegenstand weiterer klinischer Studien.

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  • Spannende Einblicke in die Herzchirurgie

    Bestimmung des physiologischen Organ-Alters mittels KI-evaluierten EKG-Vergleichs zur Risikoevaluierung nach Herztransplantation – ein neuer prognostischer Ansatz.

    Eine Stadieneinteilung der Rechtsherzinsuffizienz und des MIDA-Scores erweist sich als prognostische Faktoren bei AV-Klappen-Erkrankungen.

    Karotisendarterektomie vs. -Stentimplantation bei asymptomatischer Karotis­stenose: Es ergibt sich kein signifikanter Unterschied im Auftreten eines Schlaganfalles.

    Transkatheter-Mitralklappenersatz vs. Transkatheter-Edge-to-Edge Repair bei funktioneller Mitralklappeninsuffizienz: Es gibt keinen Unterschied im Endpunkt Mortalität/Rehospitalisation, jedoch präsentieren sich TMVI-Patienten funktionell besser und mit geringerer Mitralrestinsuffizienz.

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  • Angeborene Herzfehler

    Die Betreuung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) ist ein lebenslanger Prozess, erfordert ein multidisziplinäres Team und Strategien zur Vorausplanung der Versorgungsmaßnahmen.

    Es wird empfohlen, dass alle erwachsenen PatientInnen mit angeborenen Herzfehlern in einem EMAH-Zentrum vorgestellt werden, damit für jede(n) Patienten individuell die geeignete Versorgungsebene und Kontrollintervalle festgelegt werden.

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  • E-Cardiology und Digital Health

    E-Cardiology und Digital Health waren zentrale Schwerpunkte des ESC-Kongresses 2021.

    Auch heuer wurde der Kongress als interaktive Hybridveranstaltung durchgeführt.

    Telemedizinisch basierte Montoringprogramme halten zunehmend Einzug in die Patientenversorgung, jedoch ist in vielen Fällen die Frage nach Validierung, Datensicherheit und die Integration in den klinischen Alltag noch nicht vollständig geklärt.

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  • Grundlagen- und translationale Forschung

    Post-COVID-Myokarditis unterscheidet sich von anderen Myokarditiden.

    RNA-Therapien sind eine erfolgversprechende neue Medikamentenklasse.

    HFpEF ist nicht „HFrEF light“.

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  • Eine Ära aufstrebender junger Kardiologen

    Im Jahr 2010 wurden die „Cardiologists of Tomorrow“ von der ESC konstituiert.

    Schließlich wurde das „ESC Board Committee for Young Cardiovascular Professionals“ im Jahr 2019 als Teilkörperschaft der ESC etabliert.

    Das Komitee setzt sich aus Vertretern der einzelnen Sub-Specialty-Groups sowie aus Vertretern der nationalen europäischen kardiologischen Gesellschaften zusammen und repräsentiert somit alle ESC Young Communities.

    Das Leitmotiv: „To support the ESC mission by guiding and developing activities and products for young cardiovascular professionals.“ 

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