Klinische Studien sind nicht nur für die Entwicklung neuer Krebstherapien entscheidend, sondern auch wesentlicher Bestandteil der onkologischen Regelversorgung. Darauf weist das Österreichische Onkologie Forum (ÖOF) hin. Zwischen 2021 und 2024 sank die Zahl der klinischen Studien in Österreich um 28 %.

V.l.n.r.: Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant (Präsident ABCSG), Prim. Univ.-Prof. Dr. Ewald Wöll (Präsident OeGHO), Priv.-Doz.in Dr.in Kathrin Strasser-Weippl, MBA (Medizinische Leitung OeGHO), DI Dr. Karl Masser (Patient und Studienteilnehmer); © OeGHO/APA-Fotoservice/Roland Rudolph
Die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO) fordert daher bessere strukturelle Rahmenbedingungen und eine verstärkte Information der Bevölkerung. Patient:innen können durch eine Studienteilnahme früher Zugang zu innovativen Therapien erhalten und profitieren von einer engmaschigen Betreuung durch spezialisierte Studienteams. Auch die Krankenhäuser werden finanziell entlastet, da u. a. Prüfmedikation sowie bestimmte diagnostische und therapeutische Leistungen finanziert werden.
Die Bereitschaft zur Studienteilnahme ist jedoch ausbaufähig: Laut einer SPECTRA-Erhebung aus dem Jahr 2025 könnten sich 47 % der befragten Krebspatient:innen eine Teilnahme vorstellen. Gemeinsam mit der Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG) hat die OeGHO ein Positionspapier mit 13 konkreten Maßnahmen vorgelegt.
Dazu zählen einheitliche Rahmenbedingungen für die Kostenabwicklung, effizientere Vertragsverhandlungen, administrative Unterstützung bei der Studieninitiierung und eine stärkere Vernetzung der Studienzentren. Darüber hinaus plant die OeGHO eine onkologische Studienplattform, die alle aktuell rekrutierenden onkologischen und hämatologischen Studien in Österreich erfassen soll, damit behandelnde Ärzt:innen direkt die jeweiligen Studienteams kontaktieren können.