Neue Wege der Prävention

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit 34,3 % aller Todesfälle weiterhin die häufigste Todesursache in Österreich. Die Europäische Kommission will dieser Entwicklung mit dem Safe Hearts Plan entgegenwirken. Ziel ist es, die vorzeitige kardiovaskuläre Sterblichkeit bis 2035 um 25 % gegenüber 2022 zu reduzieren. Im Mittelpunkt stehen Prävention, Früherkennung und Behandlung sowie gemeinsame europäische Standards.

Anlässlich des Weltherztages präsentierte die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) 5 Handlungsempfehlungen zur nationalen Umsetzung. „Herzgesundheit muss vom medizinischen Fachthema zur gesellschaftlichen Priorität werden“, forderte ÖKG-Präsident Univ.-Prof. Dr. Daniel Scherr. Dazu beitragen würde eine zielgerichtete Digitaloffensive, die unter der Bezeichnung „Mein Herzplan“ eine Art Disease-Management für kardiovaskuläre Erkrankungen ins Leben rufen könnte, ergänzte ÖKG-Sekretär Assoc. Prof. Priv.-Doz. Mag. Dr. Lukas Fiedler.

Vorsorge nach aktuellen Leitlinien

Gleichzeitig haben sich die Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM), die Österreichische Diabetes Gesellschaft, die ÖKG und die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) zu einer Allianz zusammengeschlossen und einen gemeinsamen Vorschlag zur Modernisierung der Vorsorgeuntersuchung vorgelegt. 16 Erkrankungen und Risikofaktoren wurden auf Basis nationaler und internationaler Evidenz bewertet. 5 Bereiche sollen neu aufgenommen und 8 bestehende Bereiche adaptiert werden. „Moderne Vorsorge muss vielmehr evidenzbasiert, risikoadaptiert und praktisch umsetzbar sein“, betonte ÖGIM-Präsident Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz. Bei 3 Fragestellungen wird ausdrücklich von einem allgemeinen Screening asymptomatischer Personen abgeraten.

Hinzukommen sollen u. a. die Früherkennung der chronischen Nierenerkrankung bei Risikopersonen, das Screening auf die familiäre Hypercholesterinämie, die Erkennung einer Fettlebererkrankung mit Leberfibrose, eine einmalige Bestimmung von Lipoprotein(a), ein opportunistisches Pulsscreening auf Rhythmusstörungen ab dem 65. Lebensjahr sowie ein Ultraschallscreening auf ein abdominales Aortenaneurysma bei Männern zwischen 65 und 75 Jahren. Weiters sollen künftig Nüchternblutzucker und HbA1c gemeinsam bestimmt werden. Was die Umsetzung betrifft, sind bereits erste Gespräche mit Stakeholder:innen in Planung.