European Cancer Nursing Day 2019 | Der Stellenwert onkologischer Pflege im Rahmen einer Tumorbehandlung

Der European Cancer Nursing Day (ECND) ist eine von der European Oncology Nursing Society (EONS) im Jahr 2017 ins Leben gerufene, jährlich stattfindende Initiative, um der Bevölkerung das Bewusstsein zu vermitteln, den Stellenwert onkologischer Pflege im Rahmen einer Krebsbehandlung anzuerkennen. Die Initiative wird als Social Media Kampagne geführt und steht jedes Jahr in Verbindung mit einem Meeting der EONS-Arbeitsgruppen (Communication, Advocacy, Research und Education). Die EONS hilft dabei, onkologische Pflege in den jeweiligen Ländern aufzubauen, zu stärken und sicherzustellen. Auch Österreich ist Mitglied dieser Fachgesellschaft.

ECND 2019 – der 4. European Cancer Nursing Day

Das diesjährige Meeting stand unter dem Motto „ecnd19go4safety“ und damit im Lichte der Sicherheit und des Sicherheitsmanagements.

Sicherheit für MitarbeiterInnen und für PatientInnen spielt im Rahmen der gesamten Betreuung während einer Krebsbehandlung eine wichtige Rolle. Auch in Österreich kann es nicht als selbstverständlich erachtet werden, dass die von der WHO vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen – wie beispielsweise bei der Zu- und Vorbereitung von zytostatischen Medikamenten oder deren Verabreichung – eingehalten werden. Die EONS-Arbeitsgruppe Advocacy hat hierfür ein Manifest geschrieben, welches auf der AHOP-Website abrufbar ist und auf rezent publizierten Erkenntnissen basiert. Schlüsselbotschaften betreffen hierbei das Engagement und den Einbezug von PatientInnen und deren Angehörigen in den gesamten Behandlungsprozess, um ihnen die Sicherheitsaspekte vor Augen zu führen. Weiters soll es Pflegepersonen ermöglicht werden, sich vor dem Kontakt mit zytotoxischen Therapien, Immuntherapien, Antikörpertherapien und auch Strahlentherapie zu schützen. Dies beginnt bei der Verwendung von geeigneten Handschuhen, geht über den Einsatz von geschlossenen Verabreichungssystemen bis hin zum Schutz von Mitarbeiterinnen, die konkret das Ziel einer Familienplanung verfolgen. Hier sind besonders jene Personen angesprochen, die Personalverantwortung tragen; gleichermaßen aber auch die MitarbeiterInnen, die dies einfordern müssen. Zu den wichtigsten Botschaften zählt die Forderung, für regelmäßige Fort- und Weiterbildung zu sorgen – Pflegepersonen soll die Möglichkeit gegeben werden, aktuelles Wissen zum Thema Sicherheit zu erhalten und auch Fragen zu stellen.

Die AHOP unterstützt Pflegepersonen, sich über dieses Thema auszutauschen, die Wichtigkeit von Sicherheit im Rahmen der Behandlung hervorzuheben und hilft bei der Vernetzung zwischen Einrichtungen, die bereits Sicherheitsstandards erarbeitet haben, und jenen, die nach Vorzeigemodellen suchen. Der im Jahr 2011 publizierte Erlass über die Einhaltung von Sicherheitsstandards1 kann in Österreich als Argumentationsgrundlage dienen, wenn festgestellt wird, dass Sicherheitsstandards nicht eingehalten werden.

Resümee: Das Zusammentreffen an diesem Tag hat gezeigt, dass wir in Europa noch viel Arbeit vor uns haben, um die onkologische Pflege gleichberechtigt, sicher und nachhaltig zu platzieren. In Österreich sind wir bereits auf einem guten Weg und können diesen bei Meetings der EONS auch gut vertreten. Gestärkt für 2020 blicken wir dem nächsten European Cancer Nursing Day entgegen und können stolz darauf sein, ein Teil dieser Gruppe zu sein.

1 Bundesministerium für Gesundheit: Standards für das Gebrauchsfertig­machen, die Applikation und die Entsorgung von Zytostatika; gem. § 2 Z 12 GQG; www.basg.gv.at/fileadmin/_migrated/content_uploads/Standards.pdf

 

AutorIn: Harald Titzer, BSc, MSc

Universitätsklinik für Innere Medizin I Medizinische Universität Wien


AHOP-News 01|2019

Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft hämatologischer und onkologischer Pflegepersonen in Österreich, Harald Titzer BSc, MSc, Universitätsklinik für Innere Medizin I. Medizinische Universität Wien
Publikationsdatum: 2019-07-12