21. Schweizer Onkologiepflege Kongress | Die Auswirkungen chronischer Krankheiten

Der bereits zum 21. Mal stattfindende Kongress der Onkologiepflege Schweiz (OPS) stand heuer unter dem Motto „Wenn die Chronizität akute Probleme verbirgt“. Als die OPS-Präsidentin Irène Bachmann-Mettler die rund 500 TeilnehmerInnen und 50 Aussteller begrüßte, gab es im Kursaal Bern fast keine freien Plätze mehr. Ergänzend zu den Hauptreferaten wurden 16 Seminare angeboten, die einen regen Austausch zwischen den KongressteilnehmerInnen und den ReferentInnen ermöglichten. Die Präsentationen der Vorträge sind auf der Webseite der Onkologiepflege Schweiz abrufbar: www.onkologiepflege.ch

Was bedeutet Chronizität bei onkologischen Krankheiten?

„Der Fortschritt bei den onkologischen Therapien führt vermehrt zu chronischen Verläufen“, erklärte Matthias Hellberg-Naegele, Pflegeexperte APN, Klinik für Onkologie, Hämatologie & Comprehensive Cancer Center, Universitätsspital Zürich. So hat sich beispielsweise bei PatientInnen mit Multiplem Myelom das Gesamtüberleben zwischen 1990 und 2010 verdoppelt und haben auch die Überlebenschancen dank neuer Medikamente nochmals massiv zugenommen. Chronische Krankheiten sind nicht nur lange andauernd und nicht vollständig heilbar, sondern die Betroffenen müssen auch immer wieder Leistungen des Gesundheitssystems in Anspruch nehmen.
Als wichtiges Ziel in der Behandlung chronischer Erkrankungen gilt es, den PatientInnen ein selbstständiges, produktives Leben zu ermöglichen, sodass die Krankheit sie möglichst wenig behindert. Ein erfolgreiches Selbstmanagement kann dabei viel zur Lebensqualität beitragen. Chronische Krebserkrankungen können sehr unterschiedlich verlaufen: Manche PatientInnen sind trotz Krankheit beinahe so leistungsfähig wie Gesunde, andere wiederum leiden an chronischen Beeinträchtigungen wie etwa Fatigue oder Schmerzen, wieder andere müssen mit den einschneidenden Folgen einer Behandlung leben (z. B. Stoma, Entfernung des Kehlkopfs). Hinzu kommt häufig die Angst vor einem Rezidiv oder einer zweiten Krebserkrankung. Ideal wäre es, ein „Chronic Care System“ so zu organisieren, dass sowohl die PatientInnen als auch das Behandlungsteam gut informiert und aktiv sind, um so auf Veränderungen der Situation vorbereitet zu sein. „So ließe sich beispielsweise mit einem guten Adhärenz-Management viel Geld sparen“, so Hellberg-Naegele, „denn eine schlechte Therapieadhärenz bedeutet oft einen ungünstigen Krankheitsverlauf und höhere Gesundheitskosten.“

Weitere Kongress-Highlights

Neben den vielen persönlichen Begegnungen stellten auch die Themen „Persönliches Selbstmanagement“, „Immuntherapie“, „Management von psychosozialen und psychischen Symptomen“, „Einsatz von Assessmentinstrumenten in der Praxis“, „Sedierung am Lebensende“, „Hypnose in der onkologischen Pflege“ sowie die klinische Ethik oder die Forschung mit neuesten Medikamenten Highlights des Kongresses dar.

 

 

Quelle: Schweizer Onkologiepflege Kongress, 28. 3. 2019, Bern
AutorIn: Dr. med. Eva Ebnöther

Fachjournalistin


AutorIn: Irène Bachmann-Mettler

Pflegeexpertin Onkologie, Präsidentin Onkologie­pflege Schweiz


AHOP-News 01|2019

Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft hämatologischer und onkologischer Pflegepersonen in Österreich, Harald Titzer BSc, MSc, Universitätsklinik für Innere Medizin I. Medizinische Universität Wien
Publikationsdatum: 2019-07-12