Intensivmedizin goes public

Zum ersten Mal wird ein Austrian Patient Safety Course angeboten, in dem eine interdisziplinäre Bearbeitung von Patientensicherheitsfakten auf dem Programm steht. „Ebenfalls neu ist der Workshop ‚Best of: Anästhesie-Repetitorium‘“, erzählt Kozek-Langenecker. Das österreichische Anästhesie-Repetitorium hat heuer erstmals in Tirol stattgefunden und bietet sowohl für Jungärzte als auch etablierte Fachärzte die Möglichkeit, Inhalte des breiten Fachgebietes der Anästhesiologie und Intensivmedizin in einer sehr intensiven Woche zu rekapitulieren.
Eine weitere Neuerung betrifft die Interessengruppen im Sinne eines Joint Meetings. Während sich die Tagung im vergangenen Jahr der Pflege widmete und im Jahr davor der Kardiologie, geht es dieses Mal um die Öffentlichkeit. „Von der Patientenanwaltschaft über die Patientenvertretung, Juristen, Selbsthilfegruppen, AGES bis hin zur Bundesgesundheitskommission erwarten wir eine breite, höchst interprofessionelle Interessengemeinschaft, die sich Themen widmet, die unmittelbar für die Öffentlichkeit interessant sind“, freut sich Kozek-Langenecker. Es sei durchaus erwünscht, dass Zuhörer „von außen“ teilnehmen. Als Beispiel für Diskussionsthemen nennt die Kongresspräsidentin die Schmerzpetition zur Erstattung von Schmerzmitteln. Während die öffentliche Diskussion zum Thema in einer Sackgasse gelandet zu sein scheint, soll die AIC-Jahrestagung das Thema neu aufgreifen und zur Weiterverhandlung anregen.

Evidenzbasierte Medizin im Fokus

Auch für das Thema „OffLabel Use“ erwartet KozekLangenecker reges Interesse. Vor allem in der Kinderanästhesie könnte die Thematik einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen. „Im Zuge der Tagung soll es gelingen, durch Aufklärungsarbeit bewusst zu machen, dass es ärztliche Verpflichtung ist, nach dem medizinischen Standard zu agieren. Ausreichende Erfahrung und Daten aus der Literatur rechtfertigen eine Anwendung auch abseits der Zulassung“, ist die Medizinerin überzeugt. Ein weiteres Novum sieht sie in der Diskussion um die Bundesqualitätsleitlinie zur präoperativen Diagnostik betreffend Evidenzbasierter Medizin (EBM). „Die Thematik gehört ins rechte Licht gerückt, denn hier herrscht zu viel Informationswildwuchs, der zur Verunsicherung von Patienten führt“, findet die Kongresspräsidentin. Der Fokus der AIC-Jahrestagung liegt 2012 eindeutig auf dem Sektor Schmerz, wenn auch in einer höchst vielseitigen und interdisziplinären Weise, von der durchaus kontroversielle Beiträge und Diskussionen erwartet werden.

Medizinprodukte als Dauerpartner

In der Anästhesiologie und Intensivmedizin nehmen Medizinprodukte selbstverständlich immer eine wichtige Stellung ein, ob es nun um Narkosegeräte, Monitore oder Software geht. In der fachspezifi schen Säule der Schmerzmedizin wird innovativen Systemen zur postoperativen Schmerztherapie genauso Platz eingeräumt, wie den chronischen Schmerztherapien mit ihren Medizinproduktelösungen. Die Arbeitsgruppe Atemwegsmanagement wurde revitalisiert und präsentiert zum ersten Mal in einem Workshop Devices für die Atemwegsicherung. Regen Zuspruch erwartet Kozek-Langenecker auch für den Notfall-Refresher mit Simulator. „Das Simulationstraining ist ähnlich wie jenes für Piloten äußerst realitätsnah und arbeitet mit hervorragenden Medizinprodukten“, freut sich die Präsidentin und ergänzt: „Dieses Feature wird wie immer sehr gut ankommen.“

Wissenschaft: Prim. Univ.-Doz. Dr. Sybille Kozek-Langenecker, MBA

Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie u. Intensivmedizin am Evangelischen Krankenhaus Wien, Kongresspräsidentin und Präsidentin der ÖGARI (Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation u. Intensivmedizin)


MP 03|2012

Herausgeber: AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2012-06-25