Reine Räume, reine Wäsche

Zur Vermeidung von Partikelemissionen oder statischen Störungen im speziellen Umfeld von sensiblen Produktions- oder Forschungsstätten stellt der ­Reinraumtextilien-Experte Salesianer ­dekontaminierte und bei Bedarf sterilisierte Reinraumkleidung zur Verfügung. Dabei setzt das Unternehmen auf Erfahrung und Know-how, denn bereits seit 1992 verfügt der Standort Wiener Neustadt über einen „Cleanroom“. Hier wird unter ganz besonders reinen Bedingungen Spezialbekleidung für den Hightech-Einsatz in der Elektronik- und Pharmaindus­trie, aber auch in medizinischen Spezial­bereichen wie z. B. Krankenhausapotheken aufbereitet. Reinraumwäsche umfasst Vollschutzhauben, Mundschutz, Overalls, Überstiefel und Zwischenbekleidung. Sie besteht zu 98 % aus Polyester und 2 % Karbon-Antistatikfasern. Das Gewebe gibt selbst keine Partikel ab und ist so eng gewebt, dass nahezu keine Partikel durchdringen können.
Der Reinraum ist nach ISO 14644 in der Luftreinheitsklasse 4 zertifiziert. Die gesamte Deckenfläche ist mit Hochleistungs-Schwebstoff-Filtern ausgestattet. Die Luft wird angesaugt, gefiltert und mit definierter Geschwindigkeit nach unten gedrückt. Daher herrschen im Reinraum immer Überdruck und ein leichter Luftstrom, der dafür sorgt, dass die Partikel nach unten weggedrückt werden. Essenziell für den Reinraum ist die kontinuierliche Qualitätskontrolle sowohl durch interne Messgeräte wie den Laserpartikelzähler als auch durch externe Prüfinstitute.

 

Im Gespräch

Welche Spezialbedingungen erfordert die Aufbereitung von Reinraumwäsche?

Einerseits Waschschleudermaschinen in spezieller Reinraumausführung und auch spezielle Waschmittel. Ab dem Zeitpunkt der Entnahme der Kleidung aus der Waschmaschine bis zum Ausschleusen der eingeschweißten Artikel aus dem Reinraum erfolgt das Handling in einem Reinraum. Dieser entspricht bei Salesianer der ISO-Klasse 4.

Das Gewebe von Reinraumwäsche ist sehr eng gewebt. Wie kann sichergestellt werden, dass dennoch der Tragekomfort für Mitarbeiter gewährleistet ist?

In Reinräumen ist es in der Regel kühl, das heißt rund 21 °C oder noch kühler, je nach Branche. Aufgrund der laminaren Luftströmung ist es auch zugig, sodass sich das eng gewebte Gewebe nicht negativ auf Tragekomfort auswirkt. Dennoch haben Reinraumgewebe trotz der Dichtheit ein vertretbares Maß an Luftdurchlässigkeit. Der bequeme Raglan-Armschnitt sorgt zudem für ein angenehmes Tragegefühl und entsprechende Bewegungsfreiheit.

Interview mit: Dr. Andreas Philipp

Geschäftsführer SALESIANER MIETTEX GmbH


MP 03|2015

Herausgeber: AUSTROMED, Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2015-07-16