Sonderausgabe 15 Jahre DIABETES FORUM

Herausgeber: Österreichische Diabetes Gesellschaft, Univ.-Prof. Dr. Guntram Schernthaner

Editorial

In eigener Sache

  • Der Verlag bedankt sich!
    Im Jahr 2000 wurde die Zeitschrift DIABETES FORUM von Univ.-Prof. Dr. Guntram Schernthaner, dem damaligen Präsidenten der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG), ins Leben gerufen. Die rasch erreichte Stellung als erfolgreiches und geschätztes österreichisches Fachjournal der Diabetologie verdankt DIABETES FORUM in ...Weiterlesen ...

ÖDG Aktuell

  • Ausblick auf die neue ÖDG-Präsidentschaft
    In meiner ganzen Karriere war es mir stets ein ganz großes Anliegen, die Medizin zum Menschen zu bringen, und das soll auch so bleiben. Bei allem Hang zur Wissenschaft hat das jedenfalls mit guter Kommunikation und einem profunden Verständnis des ...Weiterlesen ...
  • Meilensteine der erfolgreichen Arbeit


    2004
    Erstmals Leitlinien zur Diabetestherapie veröffentlicht
    Die ÖDG veröffentlicht zum ersten Mal Leitlinien zur Diabetestherapie*; Vorsitzender des Ausschusses ist Univ.-Prof. Dr. Thomas C. Wascher. Zahlreiche weitere ÖDG-Leitlinien zu den unterschiedlichsten Aspekten der Diabetologie folgen.

    * Roden, Acta ...Weiterlesen ...

Focus: Die großen Fragen der Diabetologie – aktuell diskutiert

  • Einsatz von Metformin bei Niereninsuffizienz – Aktuelle Bewertung

    Inzucchi, Lipska, Mayo, Bailey, McGuire, Metformin in Patients With Type 2 Diabetes and Kidney Disease: A Systematic Review. JAMA 312:2668, 2014

    KONTEXT: Metformin wird seit 20 Jahren in der Diabetestherapie eingesetzt und ist von allen Fachgesellschaften als Initialtherapie der ersten Wahl empfohlen; Gründe dafür sind die niedrigen Kosten, das günstige Sicherheitsprofil und das Potenzial für kardiovaskuläre Benefits (Inzucchi et al., Diabetes Care 2012). Aufgrund der renalen Elimination von Metformin besteht bei eingeschränkter Nierenfunktion das Risiko der Akkumulierung und in der Folge einer Laktatazidose. Bei der Zulassung von Metformin in den USA 1994 forderte die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA diesbezüglich strenge Verschreibungskriterien, die bis heute bestehen.

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  • Epidemiologie und Risikofaktoren: Diabetische Nephropathie – aktuell beleuchtet

    Harjutsalo and Groop, Epidemiology and Risk Factors for Diabetic Kidney Disease. Advances in Chronic Kidney Disease (ACKD) 21:260, 2014

    Kontext: Die diabetische Nephropathie ist eine progrediente Erkrankung, die mit einer erhöhten Mortalität sowie einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Dialysepflichtigkeit und schweren Hypoglykämien assoziiert ist. Ihre komplexe, multifaktorielle Pathogenese wird durch zahlreiche modifizierbare und nichtmodifizierbare Risikofaktoren mitbestimmt.

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  • Personalisierte Therapie als neuer Standard – Unterstützung für die Umsetzung in die Praxis

    Ceriello et al., Personalized therapy algorithms for type 2 diabetes: a phenotype-based approach. Pharmacogenomics and Personalized Medicine 20:129, 2014

    Kontext: Bereits 2010 widmeten sich mehrere Publikationen der individualisierten Therapie des Typ-2-Diabetes (Smith et al., J Clin Endocrinol Metab 2010; Del Prato et al., Int J Clin Pract 2010; Pozzilli et al., Diabetes Metab Res Rev 2010). Die ADA/EASD-Guidelines nahmen die Empfehlung zur Individualisierung der HbA1c-Zielwerte erstmals 2012 auf (Inzucchi et al., Diabetes Care 2012) und behielten sie im Update 2015 (Inzucchi et al., Diabetes Care 2015) bei. Allerdings bieten diese lediglich eine Beschreibung der einzelnen Antidiabetika-Klassen ohne deren Gewichtung bzw. Einsatz im Sinne eines Algorithmus.

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  • Typ-1-Diabetes: Lebenserwartung nach wie vor geringer als bei Nichtdiabetikern

    Livingstone, Levin, Looker, Lindsay, Wild, Joss, Leese, Leslie, McCrimmon, Metcalfe, McNight, Morris, Pearson, Petrie, Philip, Sattar, Traynor, Colhoun; for the Scottish Diabetes Research Network epidemiology group and the Scottish Renal Registry, JAMA 313:37, 2015

    Kontext: Typ-1-Diabetes ist seit jeher mit einer signifikanten Verkürzung der Lebenserwartung assoziiert. Während US-amerikanische Schätzungen aus den 1970er-Jahren eine Verkürzung der Lebenserwartung um 27 Jahre annahmen (Goodkin, J Occup Med 1975), kommen Berichte verschiedener Diabetiker-Organisationen aus dem Vorjahr auf einen Verlust von 15–20 Jahren (Diabetes in the UK 2010; Juvenile Diabetes Research Foundation Ltd.); die neuseeländische EDC-Studie errechnete für nach 1965 diagnostizierte Patienten eine Verkürzung um nur 4 Jahre (Brown et al., Diabetes Care 2001). Verlässliche aktuelle Daten sollen eine Beurteilung der Auswirkungen des Diabetes bzw. der über die Jahre deutlich verbesserten Versorgung der Patienten aus derzeit gültiger Sicht ermöglichen – nicht zuletzt für eine adäquate Berechnung der Versicherungsprämien.

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  • Typ-2-Diabetes: Neue Insuline und Insulin-Strategien

    Cahn, Miccoli, Dardano, DelPrato, New forms of insulin therapeis for the treatment of type 2 diabetes. Lancet Diabetes Endocrinol, online Juni 2015, http://dx.doi.org/10.1016/S2213-8587(15)00097-2

    Kontext: Insulin gilt vor allem im späteren Krankheitsverlauf als wichtige Säule in der Therapie des Typ-2-Diabetes. Trotz der Verfügbarkeit neuer antidiabetischer Medikamentenklassen bleibt Insulin die wirksamste Substanz für die Senkung von Blutzucker und HbA1c und wird in mehreren Guidelines als bevorzugte Therapie empfohlen, wenn bei Patienten mit Typ-2-Diabetes das HbA1c-Ziel trotz Lebensstilanpassung und Anwendung von Nichtinsulinen in maximaler Dosierung nicht erreicht wird; in bestimmten Fällen, z. B. Intoleranz gegen andere Antidiabetika oder schwere Leber- oder Nierendysfunktion, kann Insulin auch als Erstlinientherapie verschrieben werden (z. B. Inzucchi et al., Diabetologia 2015; Garber et al., Endocr Pract 2013). Allerdings bestehen seitens der Ärzte und Patienten häufig Vorbehalte gegen die Einleitung einer Insulintherapie. Entwicklungen der vergangenen Jahre wie Insulinanaloga, neue Applikationsformen und neue Kombinationspartner eröffnen neue therapeutische Strategien.

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  • Mikroalbuminurie – Wie ein Parameter die Diabetestherapie veränderte

    Parving, Persson, Rossing, Microalbuminuria: a parameter that has changed diabetes care. Diabetes Res Clin Pract 107:1–8, 2015

    Kontext: Im Jahr 1969 zeigten Keen und Kollegen (Guy’s Hosp Rep 1969) bei Diabetikern eine erhöhte Albuminexkretion im Harn im Vergleich zu Kontrollpersonen während einer oralen Glukosebelastung sowie eine positive Korrelation von 2-Stunden-Harn-Albumin und Blutglukose bzw. arteriellem Blutdruck; daraus leiteten sie potenziell positive Effekte einer antihypertensiven Behandlung auf die Nierenfunktion bei Diabetikern ab. Eine Analyse von Kussman et al. (JAMA 1976) schätzte diabetische Nephropathie aufgrund fehlender Berichte über eine Heilung als irreversibel und progredient ein. Erst später wurde belegt, dass eine aggressive Blutdrucksenkung bei Patienten mit Typ-1-Diabetes und diabetischer Neuropathie die Albuminurie und das Absinken der glomerulären Filtrationsrate (GFR) reduziert (Mogensen et al., BMJ 1982; Parving et al., Lancet 1983). Trotz des mangelhaften Designs dieser Studien wurde damit ein bedeutendes, bis heute gültiges Prinzip etabliert.

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  • Herzinsuffizienz und Typ-2-Diabetes: Einfluss der antihyperglykämischen Therapie

    Gilbert and Krum, Heart failure in diabetes: effects of anti-hyperglycaemic drug therapy. Lancet 385:2107, 2015

    Kontext: Aufgrund ihrer komplexen multifaktoriellen Pathogenese, die neben der KHK auch Hypertonie, diabetische Kardiomyopathie und ein erhöhtes extrazelluläres Flüssigkeitsvolumen umfasst, lässt sich die Herzinsuffizienz nicht klar in die Klassifikation der mikro- oder makrovaskulären Erkrankungen einordnen und wird üblicherweise auch nicht im kombinierten kardiovaskulären Endpunkt erfasst (vgl. dazu Review von Ferrannini and DeFronzo, Seite 46). In der Framingham-Studie wurde gezeigt, dass Diabetes das Risiko für eine Herzinsuffizienz bei Männern auf das 2-Fache und bei Frauen auf das 5-Fache erhöht (Kannel et al., Am J Cardiol 1974); laut UKPDS (UKPDS Group, Lancet 1998) führt die Herzinsuffizienz ähnlich oft zur Hospitalisierung wie nichttödliche Herzinfarkte und Schlaganfälle. Trotz ihrer Häufigkeit, Morbidität und Mortalität wird die Herzinsuffizienz in der diabetologischen Ausbildung vernachlässigt und in der Bewertung der diabetischen Komplikationen unterschätzt. Während sich Medikamente zur Behandlung der Herzinsuffizienz wie ACE-Hemmer oder Betablocker bei Diabetikern als ebenso wirksam erwiesen wie bei Nichtdiabetikern, ist derzeit noch wenig über die Auswirkungen der verschiedenen antidiabetischen Substanzklassen auf die Herzinsuffizienz im Rahmen einer intensiven glykämischen Kontrolle bekannt.

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  • 6-Jahres-Daten zur METSIM-Kohorte: Erhöhtes Diabetesrisiko unter Statintherapie

    Cederberg, Stančáková, Yaluri, Modi, Kuusisto, Laakso, Increased risk of diabetes with statin treatment is associated with impaired insulin sensitivity and insulin secretion: a 6 year follow-up study of the METSIM cohort. Diabetologia 58:1109, 2015

    Kontext: Die Behandlung mit Statinen hat sich in der Primär- und Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse sowohl bei Diabetikern als auch bei Nichtdiabetikern als wirksam erwiesen und ist im Allgemeinen sicher und gut verträglich (CCT Collaborators, Lancet 371:117, 2008 und Lancet 376:1670, 2010). Während die Behandlung mit Pravastatin in der West Scotland Coronary Prevention Study (WOSCOPS) das Diabetesrisiko um 30 % reduzierte (Freeman et al., Circulation 103:357, 2001), spricht zunehmende Evidenz aus populationsbasierten Studien für eine Erhöhung des Risikos für Typ-2-Diabetes unter einer Statintherapie um bis zu 10–22 % (Carter et al., BMJ 346:f2610, 2013; Wang et al., J Am Coll Cardiol 60:1231, 2012; Zaharan et al., Br J Clin Pharmacol 75:1118, 2013). Die dieser Assoziation zugrunde liegenden Mechanismen waren bislang unklar und klinische Ergebnisse widersprüchlich.

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  • Clinical Update: Antidiabetika und kardiovaskuläre Erkrankungen

    Ferrannini and DeFronzo, Impact of glucose-lowering drugs on cardiovascular disease in type 2 diabetes. Eur Heart J 2015; doi:10.1093/eurheartj/ehv293

    Kontext: Typ-2-Diabetes ist eine systemische, progrediente, durch mehrere pathophysiologische Störungen charakterisierte Erkrankung. Im Allgemeinen wird im Verlauf der Erkrankung antihyperglykämische Mehrfachtherapie erforderlich, um die Plasmaglukosespiegel im normnahen Bereich zu halten. Zusätzlich weisen Typ-2-Diabetiker ein sehr hohes Risiko für mikrovaskuläre Erkrankungen auf, die Inzidenz von Myokardinfarkt und Schlaganfall ist im Vergleich zu Nichtdiabetikern 2- bis 3-fach erhöht. Der Zusammenhang zwischen Glykämie und dem erhöhten kardiovaskulären Risiko besteht bereits sehr früh im Krankheitsverlauf, noch vor der Manifestation des Typ-2-Diabetes. Die einzelnen Antidiabetikaklassen setzen an unterschiedlichen Defekten des Typ-2-Diabetes an und haben unterschiedlichen Einfluss auf das kardiovaskuläre Risiko.

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    zuerst einmal Gratulation zu 15 Jahren DIABETES FORUM!
    Du hast das DIABETES FORUM im Jahr 2000 gegründet und seitdem äußerst umsichtig geleitet. Diese Tätigkeit spiegelt sehr schön deine Position als integrative Leitfigur der österreichischen Diabetologie wider. Mit diesem ...Weiterlesen ...
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