Viele Puzzlesteine ergeben ein Gesamtbild

Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser

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Es gab einige interessante Daten bei Hirntumoren, darunter eine Studie zur NTRK-Inhibition bei Gliomen und bei Hirnmetastasen solider Tumoren. Etwa 2-3% der Gliom tragen NTRK-Fusionen. Die Frage ist, ob mit spezifischen Inhibitoren die Blut-Hirnschranke überwunden und eine Wirkung erzielt werden kann. Im Ergebnis konnte bei 3/5 Patienten mit Hirnmetastasen ein Ansprechen erzielt werden und bei etwa einem Drittel der Gliompatienten.

Fazit:

„Insgesamt kann die Studie als proof of principle dafür verstanden werden, dass NTRK-Inhibition auch intrakraniell wirkt. Das Signal ist erfreulich, weitere spezifisch designte Studien sind gefordert, um besser zu verstehen, welche Patienten und in welcher Therapielinie profitieren können.“ Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser  

Weiters wurden Daten aus der zweiten Interimsanalyse der CATNON-Studie präsentiert, eine Phase-III-Studie der EORTC unter Einschluss anaplastischer Gliome ohne 1p/19q Co-Deletion in Hinblick auf die Fragestellung, ob Temozolomid zusätzlich zur Strahlentherapie vorteilhaft ist. Aus der 1. Interimsanalyse war bekannt, dass der adjuvante Therapieanteil mit Temozolomid das Gesamtüberleben verlängert, fraglich blieb, ob Temozolomid konkomitant zur Strahlentherapie verabreicht werden soll.

Fazit:

„Die aktuelle Auswertung zeigt, dass der Benefit vor allem bei IDH-mutierten Tumoren zum Tragen kommt und dass diese Tumoren auch von konkomitanter Radiochemotherapie profitieren. Das Studiendesign ist komplex und es werden die Ergebnisse in der ZNS-Community noch zu diskutieren sein, vor allem auch was IDH-Wildtyp-Patienten betrifft.“ Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser  

Von Professor Matthias Preusser selbst wurde eine EORTC-Studie bei rezidivierten Meningeomen (Grad 2/3) präsentiert, die der Frage nachging, ob Trabectidin gegenüber lokalen Therapiestandards einen PFS-Vorteil bringt. Diese erste prospektiv randomisierte Studie bei rezidivierten Meningeomen war leider negativ. Last not least wurden Studien zu IDH-Inhibitoren vorgestellt, aus denen hervorgeht, dass die Substanzklasse offenbar ZNS-gängig ist und bei IDH-mutierten Gliomen einen Response hervorrufen kann. Phase-III-Studien sind bereits in Planung.

Fazit

„Insgesamt gibt es im Bereich der Neuroonkologie wieder weitere Puzzlesteine, die das Gesamtbild ergänzen, das sich aus einem Mix an positiven und negativen Studien zusammensetzt. So konnte gezeigt werden, dass zielgerichtete Therapie zumindest bei einigen molekularen Subentitäten erfolgreich ist.“ Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser