Immuntherapie bei mikrosatelliteninstabilen Tumoren, MSI-high

Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Gerald Prager

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Highlights bei gastrointestinalen Tumoren

Panitumumab plus FOLFOXIRI beim Kolorektalkarzinom

Interessant war eine Phase-II-Studie bei RAS-Wildtyp-Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom, die eine Triplet-Kombination aus FOLFOXIRI +/- Panitumumab als Erstlinientherapie erhalten haben. 96 Patienten wurden in dieser Phase-II-Studie 2:1 randomisiert behandelt. Als primärer Endpunkt war die Responserate definiert.

Ergebnisse, zusammengefasst: Die Studie zeigt einen signifikanten Anstieg der Responseraten durch die Zugabe von Panitumumab von 55% auf 86%. Es gab eine erstaunlich gute Krankheitskontrollrate von knapp 97% im kombinierten Arm mit Panitumumab, d.h. fast alle Patienten haben von dieser intensiven Therapie profitiert. Am ASCO wurden darüber hinaus Daten zum Gesamtüberleben gebracht, dass mit der Kombination knapp 36 Monate betrug (gegenüber 29 Monate mit FOLFOXIRI). Aufgrund der geringen Patientenzahl war das Ergebnis zwar nicht signifikant, ist aber dennoch bemerkenswert. Aufgrund des guten Ansprechens auf die Therapie mit Panitumumab plus FOLFOXIRI konnte auch bei mehr Patienten eine sekundäre Tumorresektion durchgeführt werden (33% vs. 12%).

 

Adjuvante vs. perioperative Therapie des Kolonkarzinoms

Eine negative Studie mit Chemotherapie im adjuvanten Setting wurde ebenfalls am ASCO präsentiert, die FOxTROT-Studie. In dieser großen Phase-III-Studie wurden 1052 Patienten 2:1 in ein neoadjuvantes/perioperatives Protokoll mit FOLFOX über 6 Wochen à Operation à FOLFOX über 18 Wochen. Im Kontrollarm wurde upfront operiert und danach über 24 Wochen eine adjuvante Chemotherapie angeschlossen. Inkludiert waren Patienten mit Kolorektalkarzinom in den Stadien II, III.

Ergebnisse, zusammengefasst: Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben nach 2 Jahren, der allerdings mit dem neuen perioperativen Regime nicht verbessert wurde. Allerdings besteht mit der präoperativen Therapie die Möglichkeit des Downsizings der Tumorlast, ohne dass die Komplikationsrate erhöht war.

 

Immuntherapie beim Kolorektalkarzinom

Die CheckMate-142-Studie untersuchte bei Patienten mit MSI-high/Mismatch-Repair-defizienten Tumoren (dMMR/MSI-H) den Einsatz von Nivolumab plus Ipilimumab als Erstlinientherapie.

Die Ergebnisse mit Nivolumab-Monotherapie wurde 2017 in Lancet Oncology publiziert.

Eine erste Analyse zur kombinierten Immuntherapie wurde von H.J. Lenz am ESMO 2018 vorgestellt.

Aktuell wurde nunmehr am ASCO die Interimsanalyse jener Kohorte von 119 Patienten präsentiert, die mit kombinierter Immuntherapie, Nivolumab (3 mg) plus niedrig dosiertes Ipilimumab (1 mg), alle 6 Wochen, behandelt wurden. Primärer Endpunkt war die Gesamtansprechrate.

Ergebnisse, zusammengefasst: Im Ergebnis zeigt sich eine PFS-Rate nach 12 Monaten von 77% bei einer Rate höhergradiger Toxizitäten von 16%. Es handelt sich hierbei um die größte Kohorte von Patienten mit dMMR/MSI-H Kolorektalkarzinom, die mit Checkpointinhibitoren behandelt wurden. Die kombinierte Immuntherapie verbessert die Ergebnisse der Nivolumab-Monotherapie und wurde von den Autoren als möglicher neuer Therapiestandard in dieser Indikation diskutiert.

 

Weitere Videointerviews:

»Videointerview Magenkarzinom und hepatozelluläres Karzinom