Einleitung


Bei der Peritonealdialyse (PD) repräsentiert die Peritonitis immer noch eine der wichtigsten akuten Komplikationen und ist mit Hospitalisierung, Katheterverlust und Technikversagen assoziiert. Auch das Mortalitätsrisiko steigt bei Patienten mit einer bzw. rezidivierenden Peritonitiden. In den vergangenen Jahrzehnten konnte die Inzidenz der Peritonitis sukzessive gesenkt werden, was hauptsächlich auf die Verbesserung technischer Behelfe, beispielsweise durch Einführung von Plastikbeuteln oder des Y-Set-Twin-Bag-Konnektionssystems, zurückzuführen ist. Weitere Verbesserungen konnten durch Pflegeprotokolle der Exit-Site oder das frühere Erkennen und Behandeln von Exit-Site-Infekten erreicht werden. Die rezenten Richtlinien der Internationalen Gesellschaft für Peritonealdialyse (ISPD) empfehlen eine Peritonitisrate von < 0,67/Patientenjahr bzw. nicht mehr als eine Peritonitis alle 18 Monate. Jedoch wurden von verschiedenen Zentren auch deutlich geringere Peritonitisraten von 0,29–0,23/Patientenjahr (d. h. eine Episode alle 41–52 Monate) publiziert. Um das Risiko von Morbidität, Mortalität und Technikversagen durch Peritonitisepisoden weiter reduzieren zu können, ist es daher unerlässlich, Risikofaktoren bzw. protektive Faktoren zu identifizieren.
Publiziert wurden in der Vergangenheit vor allem Studien, die sich mit demographischen (wie Ethnizität, Alter), klinischen (Komorbiditäten wie Diabetes mellitus) und laborchemischen Risikofaktoren (wie ein erniedrigtes Serumalbumin) auseinandersetzten, wohingegen der Einfluss der Komedikation auf das Peritonitisrisiko bislang kaum evaluiert wurde. Da viele dieser bereits publizierten Risikofaktoren als sogenannte „nichtmodifizierbare“ Faktoren gelten, drängt sich die Frage nach modifizierbaren Faktoren, wie beispielsweise der Komedikation geradezu auf. Ziel der nachfolgend beschriebenen Studie war einerseits die Evaluierung der Rate an PD-assoziierten Peritonitiden und andererseits die Identifikation von Risikofaktoren, insbesondere der Assoziation zwischen der Begleitmedikation und dem Risiko für PD-assoziierte Peritonitiden.
Zusammenfassend ließ sich eine Assoziation zwischen der Gabe von oralem aktivem Vitamin D und einem erniedrig­ten Risiko für Peritonitis zeigen, was in Hinsicht auf die Modifikation von Risikofaktoren von Bedeutung ist. Derzeit werden die Epidemiologie der PD-Peritonitis, der Einfluss der Komorbiditäten und der Einfluss der Komedikation auf die Peritonitisrate in einer multizentrischen österreichweiten Studie bei 720 PD-Patienten untersucht.