Weltkrebstag am 4. Februar 2020

Krebszentrum Innsbruck

Verbesserte Krebstherapie durch Präzisionsmedizin

Das 2018 von der Medizinischen Universität Innsbruck und den Tirol Kliniken in Betrieb genommene Comprehensive Cancer Center Innsbruck (CCCI) bündelt Erkenntnisse aus der molekularen Krebsforschung und aus klinischen Studien. „Am Standort Innsbruck laufen derzeit weit mehr als 100 Studien, um unseren Patienten einen frühen Zugang zu neuesten Therapien zu ermöglichen“, bestätigt Univ.-Prof. Dr. Christian Marth, Direktor der Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und Sprecher des CCCI. Die Zentralisierung von Patienten und die Bündelung von Ressourcen in spezialisierten Krebszentren sichert die Weiterentwicklung der Krebsforschung.

Entscheidend: Molekulares Tumor-Profiling: Die genetische Charakterisierung des Tumors mithilfe von RNA- und DNAGensequenzierung liefert wichtige diagnostische Erkenntnisse, um eine optimale Therapieentscheidung treffen zu können. „Ausgehend von den molekularen Eigenschaften einer Tumorzelle werden in Zukunft verstärkt auch tumoragnostische Therapien zum Einsatz kommen, Behandlungen, bei denen nicht das befallene Organ, sondern die medikamentös angreifbare genetische Veränderung ausschlaggebend für die Therapiewahl ist“, sagt Univ.-Prof. Dr. Dominik Wolf, Direktor der Univ.-Klinik für Innere Medizin V an der Medizinischen Universität Innsbruck.

CAR-T-Zellen als Hoffnungsträger: Von neuen Immun- und Zelltherapien, die auf die Aktivierung des Immunsystems als Waffe gegen den Tumor setzen, profitieren auch Patienten des Innsbrucker Krebszentrums. Bereits 2019 wurden die ersten Lymphom-Patienten erfolgreich mit einer CAR-T-Zell-Therapie versorgt. „Mögliche Nebenwirkungen machen allerdings eine selektive Auswahl nötig“, betont Professor Wolf, der im Rahmen der CAR-T-Zellplattform der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO landesweit gültige Voraussetzungen und Indikationskriterien für die Durchführung der CAR-T-Zelltherapie in Österreich prüft. In naher Zukunft sollen Patienten auch am CCC Innsbruck frühe CAR-T-Zelltherapie-Studien, u. a. mit dual wirksamen CARTs, zur Verfügung stehen.

AutorIn: Univ.-Prof. Dr. Dominik Wolf

Universitätsklinik für Innere Medizin V, Hämatologie und Onkologie Medizinische Universität Innsbruck


AutorIn: Univ.-Prof. Dr. Christian Marth

Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Medizinische Universität Innsbruck


SO 01|2020

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer
Publikationsdatum: 2020-02-25