SP 04|2014

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

  • Von bunten Larven zu gedeihlichem Werden des Menschen
    In den letzten 30 Jahren hat die Brain-Imaging-Forschung schier unglaubliche Erfolge erzielt, und in der Neurologie hatte das auch markante Auswirkungen auf Diagnostik und Therapie. Für die klinische Praxis in der Psychiatrie hingegen blieben Ergebnisse von Studien mittels bildgebender Verfahren ...Weiterlesen ...

Focus: Bildgebung in der Psychiatrie

  • Klinische Bedeutung und neue Möglichkeiten der funktionellen MRT in der Psychiatrie

    In der klinischen Forschung wird fMRT zur Evaluation therapeutischer Prozesse zur Erhebung der funktionalen Veränderungen neuronaler Netzwerke sowie in der Früherkennung und Diagnostik eingesetzt.

    Die Resting-State-fMRT bietet die Möglichkeit, aufgabenunabhängig die funktionelle Konnektivität einzelner Hirnregionen zu erforschen.

    Studien zu fMRT-Neurofeedback zeigen, dass der Mensch über Visualisierung des BOLD-Signals seine Gehirnaktivität lokal und willentlich modifizieren kann.

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  • PET Neuroimaging bei Depression

    Befunde aus PET-Studien zu spezifischen Veränderungen in der Verteilung der Serotonintransporter und dauerhaft erhöhte Konzentrationen der Monoaminoxidase A bei depressiven Patienten untermauern die langfristige Therapie mit SSRI.

    Das Phänomen der Wirklatenz der Behandlung scheint durch die initial überwiegende Hemmung der serotonergen Neurone in den Raphekernen und die damit einhergehende Reduktion der Serotoninkonzentration in weiten Teilen des Gehirns bedingt zu sein.

    Ansätze zur Stratifikation von Patienten und Vorhersage des Behandlungserfolgs müssen repliziert werden und werden laufend entwickelt.

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  • Prädiktive Psychiatrie mittels Bildgebung bei Personen mit erhöhtem Psychoserisiko

    Ergebnisse einer wegweisenden Münchner Studie deuten darauf hin, dass es mittels multi­variater Analyseverfahren möglich ist, anhand von neuroanatomischen Mustern zwischen I­ndividuen im Psychose-Hochrisikostadium und gesunden Individuen zu unterscheiden sowie die dazugehörige diagnostische Genauigkeit zu ermitteln. Ebenso weisen die Befunde darauf hin, dass subtile neuroanatomische Veränderungen einer erhöhten Vulnerabilität zugrunde liegen und als potenziell nützliche Biomarker zur Früherkennung von Psychosen dienen können.

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  • Neuroimaging bei Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

    Ergebnisse von Bildgebungsstudien sprechen für eine grundlegende Beteiligung der Katecholamine Dopamin und Noradrenalin in der Pathophysiologie der ADHS und lassen auf eine veränderte strukturelle und funktionelle Entwicklung in verschiedensten Hirnregionen, vor allem im präfrontalen, vorderen cingulären und parietalen Kortex neben subkortikalen Hirngebieten, schließen. Die gewonnenen Erkenntnisse erlauben wichtige Einblicke in die Neurobiologie bei ADHS.

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  • Bildgebung bei Demenzerkrankungen

    Die Diagnose von kognitiven Störungen ist komplex und intellektuell herausfordernd. Neben einer genauen Anamnese zur Erstsymptomatik und dem Verlauf sind die Bestimmungen von Biomarkern und eine neuropsychologische Testung die wichtigsten Säulen in der Diagnostik. Eine zerebrale Bildgebung beantwortet idealerweise Fragen, die durch andere Untersuchungen nicht beantwortet werden können. Das Neuroimaging vereinfacht nicht die Demenzevaluierung, sie gibt zusätzliche Informationen.

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Für die Praxis

  • Sexualität bei psychischen Erkrankungen/Depression

    Sexuelle Probleme sind bei Menschen mit psychischen Störungen, besonders bei Depressiven, häufig, wobei sowohl die Krankheit selbst als auch die Medikamente einen negativen Einfluss auf die sexuelle Funktionsfähigkeit und das sexuelle Erleben haben können. Für die adäquate Bewältigung dieses Problems ist es wichtig, dass die Patienten darüber reden können, wobei die Initiative zum Gespräch vom Arzt ausgehen muss. In der Anamnese sollte der Bereich Sexualität erfasst werden.

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  • Sucht im höheren Lebensalter

    Sucht im Alter verläuft im Verborgenen, wird verharmlost und in den persönlichen wie auch gesellschaftlichen Konsequenzen unterschätzt.

    Die Prävalenz der Alkoholabhängigkeit wird bei den Über-60-Jährigen mit 4 % angegeben, ca. 25 % geben an regelmäßig, 15 %, täglich Alkohol zu konsumieren. Bei Benzodiazepinen zeigt die Mehrzahl der Über-65-Jährigen ein „ärztlich verschriebenes“ jahrelanges Konsummuster, das zu einer „low-dose-dependency“ führt.

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  • Moderne Depotbehandlung bei Schizophrenie

    Vor Kurzem haben sich die Optionen zur Behandlung von Schizophrenie mithilfe atypischer Antipsychotika in Depotform erweitert. Die Zulassungsstudien zeigen, dass die Behandlung mit Abilify Maintena® (Aripiprazol) das Rückfallrisiko effektiv verringert und die Positiv- und Negativ­symptomatik verbessert.

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Panorama

  • Versorgung von Folterüberlebenden in Österreich

    Hemayat ist seit zwei Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil in der therapeutischen Versorgung von Opfern von Menschenrechtsverletzungen. Durch gute medizinische und psychotherapeutische Versorgung können Bürgerkriegsgräuel, erlittene Folter und lebensgefährliche Fluchterlebnisse nicht mehr rückgängig gemacht werden, aber das Erlittene kann bearbeitet werden, Trauer wird begleitet, und das schier Unfassbare kann in die Lebensbiografie integriert werden.

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