Der Wiener Hämatoonkologe Univ.-Prof. Dr. Heinz Ludwig wurde von der International Myeloma Society mit dem Lifetime Award „Pioneer of Myeloma“ für sein wissenschaftliches Lebenswerk geehrt.
Mit seiner Forschung zum multiplen Myelom hat er die Entwicklung der Myelomtherapie über Jahrzehnte mitgeprägt; Ludwig wurde bereits mit dem Robert A. Kyle Lifetime Achievement Award der International Myeloma Foundation sowie dem Otto-Kahler-Preis ausgezeichnet. Zu den frühen Meilensteinen zählt eine in The Lancet publizierte Studie, in der die höhere Sensitivität der MRT gegenüber der konventionellen Röntgendiagnostik beim Nachweis myelombedingter fokaler Knochenläsionen erstmals belegt wurde.1
In einer weiteren Lancet-Arbeit demonstrierte Ludwig mit Kolleg:innen der MedUni Wien, dass eine längerfristige Interferontherapie eine ausgeprägte Thrombozytose bei myeloproliferativen Erkrankungen wirksam kontrollieren kann.2 Darüber hinaus veröffentlichte er im New England Journal of Medicine eine Studie zum Einsatz von rekombinantem Erythropoietin bei Patient:innen mit multiplem Myelom und tumorbedingter Anämie3 und lieferte damit frühe klinische Evidenz für die Anwendung erythropoesestimulierender Substanzen in der supportiven Krebstherapie. Ludwig hat seine Begeisterung für die Medizin, Patientenbetreuung und Wissenschaft bis heute aufrechterhalten, wobei Letzteres zu zahlreichen viel beachteten Publikationen geführt hat.4–6
Ludwig war Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und Onkologie an der heutigen Klinik Ottakring, die er zu einem international anerkannten Zentrum für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin ausbaute, wo er bis heute das Studienteam leitet. Seine gesamte Laufbahn über engagierte er sich in zahlreichen Fachgesellschaften; er war Präsident der European Society for Medical Oncology (ESMO) und der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO) sowie Mitglied des Board of Directors der American Society of Clinical Oncology (ASCO). Heute ist Ludwig im Vorstand des European Myeloma Network, Ehrenmitglied der OeGHO und Präsident des Österreichischen Forums gegen Krebs sowie der Fellinger Krebsforschung.