Grundlage für Healthy Ageing

Alte Menschen haben aus mehreren Gründen ein erhöhtes Infektionsrisiko: Die Barrierefunktion von Haut und Schleimhäuten nimmt ab, Frailty und multiple chronische Erkrankungen erhöhen die Anfälligkeit, und die Immunantwort ist durch Immunseneszenz abgeschwächt. Dadurch verlaufen Infektionen bei alten Menschen häufig schwerer, und Impfungen können weniger stark wirken als bei jüngeren Erwachsenen. Umso wichtiger ist eine gezielte Impfstrategie, die an das höhere Lebensalter angepasst ist.

Komplikationen von Infektionen im Alter

Zusätzlich führen Infektionen bei älteren Menschen häufig zu Delir, Stürzen, Verschlechterung bestehender Erkrankungen und Pflegeabhängigkeit. Das Risiko für einen Verlust der Selbständigkeit ist damit ein wesentlicher Grund, um Impfungen im Alter konsequent zu nutzen. Prävention schützt also nicht nur vor der Infektion selbst, sondern auch vor nachfolgenden Komplikationen und längerfristigen Einschränkungen. Impfpräventable Erkrankungen im Alter können nicht nur akute Beschwerden verursachen, sondern auch Folgeschäden wie kardiovaskuläre Ereignisse, Exazerbationen chronischer Erkrankungen, neurologische Komplikationen und den Verlust von Autonomie nach sich ziehen (Tab.). Gerade bei Influenza, Pneumokokken, SARS-CoV-2, RSV und Herpes Zoster sind solche Folgeprobleme bekannt.

Tab.: Folgeschäden der impfpräventablen Erkrankungen Influenza, Pneumokokken-Erkrankungen, COVID-19, RSV-Infektionen und Herpes Zoster

Aktuelle Impfempfehlungen ab 60 Jahren

In Österreich werden für Menschen ab 60 Jahren aktuell vor allem folgende Impfungen empfohlen: Influenza – jährlich, bevorzugt mit Hochdosis- oder adjuvantiertem Impfstoff; Pneumokokken mit dem neuen Konjugatimpfstoff PCV21 als einmalige Impfung; RSV – einmalig; Herpes Zoster – einmalig 2Dosen; COVID-19 – jährlich mit an die aktuellen Varianten angepasstem Impfstoff. Zusätzlich bleiben Auffrischungen gegen Tetanus/Diphtherie/Pertussis sowie FSME altersabhängig wichtig. Die genauen Empfehlungen sind im Impfplan Österreich, der regelmäßig aktualisiert wird, nachzulesen (siehe QR-Code).

Besonders relevant ist, dass ältere Erwachsene von spezifischen Impfstofftypen oder kürzeren Intervallen profitieren. Die Empfehlungen orientieren sich an Wirksamkeit, Schutzdauer und dem erhöhten Risiko für schwere Verläufe. Influenza kann beispielsweise im höheren Alter zu schweren respiratorischen und kardiovaskulären Komplikationen führen. Die verfügbaren Studien zeigen, dass altersadaptierte Impfstoffe in dieser Gruppe wirksamer sind als Standardimpfstoffe. Auch Pneumokokkenimpfungen senken nachweislich das Risiko für invasive Erkrankungen und schwere Folgeereignisse. Bei RSV ist das Risiko für Hospitalisierungen und kardiorespiratorische Komplikationen besonders bei älteren und vorerkrankten Personen erhöht, weshalb eine Impfung sinnvoll ist.

COVID-19 bleibt für ältere und vulnerable Menschen relevant, weil schwere Verläufe, Long COVID und kardiovaskuläre Folgeschäden auch weiterhin auftreten können. Die Impfung reduziert vor allem das Risiko schwerer Erkrankungen und schwerer Komplikationen. Bei Herpes Zoster steht neben dem Schutz vor Gürtelrose insbesondere die Vermeidung von Postzosterneuralgie und anderen neurologischen Folgen im Vordergrund.