Neben den saisonalen Impfungen gegen COVID-19 und Influenza sowie Standardimpfungen im Alter (Pneumokokken, Herpes Zoster) sollte der Impfpass regelmäßig auf fällige Auffrischungen (3- und 4-fach-Impfung, FSME) geprüft werden. Diese sind in der Regel alle 5 Jahre zu verabreichen (siehe Kasten).
Die Erkrankungen Pertussis, Diphtherie und Polio sind in Österreich meldepflichtig. Da der Tetanuserreger ubiquitär ist und eine Immunisierung keinen Einfluss auf dessen Verbreitung hat, handelt es sich bei der Tetanusimpfung um Individualschutz, diese wird daher jedem/jeder empfohlen. 2-fach-Impfstoffe ohne Pertussis-Komponente sollten dabei nicht mehr eingesetzt werden.
In den Jahren nach der COVID-19-Pandemie kam es zu einem deutlichen Anstieg der Pertussis-Fallzahlen in Österreich – besonders unter Säuglingen. Die Durchimpfungsraten sind in Österreich wie auch in Europa gering. Pertussis wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und ist hochansteckend. Die Hustenanfälle können monatelang anhalten und zu Komplikationen (Apnoe, Sekundärinfektionen, akutes Atemnotsyndrom) führen. Bei etwa 1 % der Säuglinge verläuft die Erkrankung tödlich, weshalb der Schutz des Neugeborenen durch Impfung der Schwangeren und des Umfeldes entscheidend ist.
Diphtherie wird über Tröpfcheninfektion und engen Kontakt übertragen und ist nach wie vor in einigen Gebieten endemisch. Das Krankheitsbild variiert von lokaler Infektion über Atemwegsinfektion bis hin zu schweren toxischen Formen mit Herzmuskel-, Nieren- und Leberschäden. In Österreich wurden nach über 20 Jahren ohne Infektionsnachweis in den letzten Jahren wieder Diphtherie-Fälle gemeldet. Die Letalität beträgt 5–17 %, was die Bedeutung der Impfung unterstreicht.
Da in Österreich kein Bundesland FSME-frei ist, ist die Impfung allen Österreicher:innen sowie Personen, die sich hier vorübergehend aufhalten, anzuraten. Die Zeckensaison begann in den letzten Jahren früher (März/April), weshalb die Immunisierung bereits im Jänner/Feber erfolgen sollte.
Das FSME-Virus wird in der Regel durch Zeckenstiche übertragen, kann aber auch sporadisch durch den Konsum von nichtpasteurisierter Milch und Milchprodukten (Schaf-, Ziegen-, sehr selten Kuhmilch) aufgenommen werden. Der Krankheitsverlauf ist häufig biphasisch: Nach Abklingen grippeähnlicher Symptome beginnt nach ca. 7 Tagen die 2. Phase, die von einer milden Meningitis bis hin zur schweren Enzephalitis ausgeprägt sein kann. Bei etwa einem Drittel der Patient:innen treten Folgeschäden mit möglicher Todesfolge auf. Vor Beginn der großen Impfaktionen war die FSME in Österreich die häufigste virale Infektionskrankheit mit Enzephalitis. Dank der hohen Durchimpfungsrate von rund 80 % hat die Inzidenz seit den 1980er-Jahren stark abgenommen.