CSR: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!

Warum muss CSR mehr sein als nur „Imagepolitur“?

Warum muss CSR mehr sein als nur „Imagepolitur“?

Um langfristig erfolgreich zu sein, braucht es mehr als bloße Einzelaktivitäten zur Aufbesserung des Images. Die unternehmerischen Anspruchsgruppen – seien es Kunden, Mitarbeiter oder Anrainer – durchschauen sehr schnell, ob sich das Unternehmen ernsthaft mit seinen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft auseinandersetzt und entsprechend verantwortungsvoll handelt. Corporate Social Responsibility führt nur dann langfristig zum Erfolg, wenn es strategisch im Unternehmen aufgesetzt ist, das Kerngeschäft adressiert und von der Unternehmensführung getragen wird.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Unternehmensgröße und dem CSR-Engagement?

Dass CSR keine Frage der Unternehmensgröße ist, bestätigen die zahlreichen KMU-Vorreiterbetriebe in unserem Netzwerk. Zu den speziellen Angeboten unserer Plattform für KMU zählen beispielsweise ein eigener Leitfaden für Einpersonenunternehmen oder die bereits etablierte Projektreihe „Erfolg mit FAIRantwortung“, im Rahmen derer rund 20 Betriebe pro Bundesland professionelle Unterstützung bei der Erstellung von CSR-Strategien und einigen Nachhaltigkeitsberichten erhalten erhalten. Seit 2008 nahmen bereits über 100 heimische KMU an diesem Projekt teil.

Wie weisen Unternehmen der interessierten Öffentlichkeit am besten nach, dass sie gesellschaftlich verantwortlich handeln?

Ein gutes Instrument bietet der Nachhaltigkeitsbericht, der Transparenz und Vergleichbarkeit schafft. Darüber hinaus braucht es einen kontinuierlichen, offenen und ernst gemeinten Dialog mit den unternehmerischen Stakeholdern, um Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft sowie tragfähige, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen.

 

Info

Corporate Social Responsibility (CSR) ist …

… die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Das Konzept liefert Unternehmen eine Grundlage, um auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Interessensgruppen zu integrieren. Der Nutzen für ein Unternehmen besteht im Erhalt und Ausbau der Reputation des Unternehmens, der Risikominimierung und damit der Sicherung der langfristigen Lebensfähigkeit des Unternehmens.

 

Vorbei ist die Zeit der „grünen Mäntelchen“ – aktives und ehrliches Handeln ist gefragt. Corporate Social Responsibility (CSR) ist das Stichwort – die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen über die gesetzlichen Forderungen hinaus –, das daher auch zunehmend an Bedeutung in den befragten Medizinprodukte-Unternehmen gewinnt. Der Stellenwert von CSR kann als hoch eingestuft werden und ist im Vergleich zur letzten Untersuchung im Jahr 2007 weiter angestiegen. Bereits in mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen existieren CSR-Leitlinien bzw. ein über den AUSTROMED-Kodex hinausgehender Verhaltenskodex. In weiteren 5,6 % der Unternehmen ist die Implementierung eines solchen geplant. Rund ein Viertel der befragten Unternehmen wählt seine Geschäftspartner nach Möglichkeit hinsichtlich ihres Engagements bzgl. CSR/Nachhaltigkeit aus. In ebenso vielen Unternehmen existiert ein jährliches CSR-Budget. Ein geringer, jedoch im Vergleich zu 2007 deutlich gewachsener Prozentsatz der Unternehmen (14,8 %) ist Mitglied in einer nationalen oder internationalen CSR-Initiative oder Plattform.

Interview mit: Mag. Daniela Knieling

Geschäftsführerin­ respACT – austrian business council for sustainable development, ­Österreichs führende Plattform zu Corporate ­Social ­Responsibility und Nachhaltiger Entwicklung


MP Sonderheft

Herausgeber: AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2013-11-27