Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen | Im Gespräch mit …

Welche Rolle spielen Gesundheits-Apps im Zusammenhang mit der Versorgung und Prävention?

Health Apps gewinnen an Bedeutung für eine präventive und eigenverantwortliche Ausrichtung des Gesundheitssystems. Die meisten dieser digitalen Gesundheitsanwendungen basieren auf Selftracking-Technologien, mit deren Hilfe physiologische und psychische Daten oft sensorgestützt aufgezeichnet und diese zumeist um personalisierte Alltagsinformationen ergänzt werden. Die digitalen Entwicklungen dieser Art lösten in den letzten Jahren eine intensive und deutlich polarisierte Debatte über die Chancen und Gefahren von gesundheitlichem Selftracking aus. Selbstmessungstechniken sind jedoch keineswegs ein neues Phänomen, sondern vielmehr seit Langem fester Bestandteil medizinischen Wirkens in Diagnostik und Therapie. Digitale Gesundheitsanwendungen unterstützen Patienten bei der Erkennung und Behandlung von Krankheiten und können auf dem Weg zu einer selbstbestimmten gesundheitsförderlichen Lebensführung helfen.

Was braucht es, damit diese Anwendungen auch in der Bevölkerung Akzeptanz finden?

Damit solche „digitalen Helfer“ vom Gesundheitssystem angenommen werden können, müssen dafür erst die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Allen voran die Grundlagen zum Datenschutz, der Nutzennachweis und die Finanzierung dieses neuen Leistungsbereichs. Ein guter Rechtsrahmen soll den sicheren Umgang mit Daten vorgeben, positive Versorgungseffekte bilden die Grundlage für die Akzeptanz von Health Apps und eine nachhaltige Finanzierung des neuen Versorgungsbausteins fördert die Innovationskraft in diesem jungen Bereich. Wir benötigen ein rasches, der ständigen und vor allem rasanten Weiterentwicklungen angepasstes Verfahren, damit digitale Gesundheitsanwendungen schneller ihren Weg in die Gesundheitsversorgung finden.

Welche Rolle spielt dabei AUSTROMED?

Es entwickelt sich für die digitalen Gesundheitsanwendungen gerade ein komplett neuer Markt, wofür eine Gesamtstrategie erforderlich ist, die deutlich macht, wie sich das Gesundheitsministerium langfristig die Versorgung vorstellt. Die AUSTROMED unterstützt branchenübergreifend so ein Vorhaben und fungiert als erster Ansprechpartner für „Digitale Medizinprodukte“. Unser Ziel ist es, vertrauensvoll, transparent und innovationsfreudig mit Ärzten, Pflegepersonal, Krankenkassen, Behörden und der Politik zusammenzuarbeiten, um im Schulterschluss mit allen Akteuren die Versorgung zu verbessern.

Interview mit: Ing. Mag. (FH) Christine Stadler-Häbich

AUSTROMED-Vorstandsmitglied


MP 02|2021

Herausgeber: AUSTROMED, lnteressensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2021-07-06