SO 04|2019

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Focus: Ambulante Hämatologie: Erfahrungen aus der Praxis

  • Der Hämatologie-Verbund Wien

    Kontext: Die Versorgung hämatologischer und onkologischer PatientInnen in Österreich findet zumeist an Zentren in Krankenanstalten statt. Dies gewährleistet eine Versorgung nach einheitlichen Standards durch erfahrene MedizinerInnen und vermeidet diskordante Versorgungsstrukturen durch extra- und intramurale autonome Versorgungseinheiten. Die wachsende Zahl an hämatologisch abzuklä-renden und zu versorgenden Personen verlangte in Wien aber nach einer neuen Versorgungsstruktur, um belastende Wartezeiten zu vermeiden. Im Jahr 2013 kam es daher zur Gründung des Hämatologie-Verbundes aus dem Hanusch-Krankenhaus (HKH) und den Gesundheitszentren (GZ) der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK). Heute besteht eine funktionierende Versorgungskette von der Hausärztin/vom Hausarzt über die WGKK-GZ bis zur hämato-onkologischen Abteilung im HKH.

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  • Orale Myelom-Therapie

    Die Zunahme der Überlebenszeit nach Diagnosestellung eines Multiplen Myeloms hat die Gesamtzahl der unter Therapie und Nachsorge stehenden Patienten erhöht.

    Orale Kombinationspräparate bieten Patienten die Möglichkeit einer ambulanten Induktions­therapie, der Gesundheitsverbund der Wiener Gebietskrankenkasse bietet dafür die adäquaten Versorgungseinrichtungen.

    Therapeutische Entwicklungen: (Moderne) Präparate aus der Substanzklasse der Imide sind der „Backbone“ neuerer (Triple-)Kombinationsschemata.

    Erhaltungstherapie: Studien mit unterschiedlichen Substanzklassen werden derzeit durchgeführt, Fragen zu Dosis und Einnahmedauer sind derzeit noch offen.

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  • Orale Therapie der akuten myeloischen Leukämie 2019

    Zielgerichtete Therapie von FLT3-Mutationen: Ergebnisse schon am weitesten fortgeschritten; vieles – Kombinationen, Erhaltungstherapie, Einsatz bei Wildtyp-Patienten mit akuter myeloischer Leukämie – bleibt derzeit aber noch offen.

    Interessante Daten bei rezidivierter/refraktärer (r/r) AML und unfitten Patienten: Multi-zentrisch-randomisierte Studien in der Erstlinie werden Aufschluss über den Platz der IDH-Inhibitoren im Portfolio der AML-Therapien geben.

    Venetoclax in Kombination mit hypomethylierenden Substanzen und niedrig dosiertem ARAC: Sehr vielversprechende frühe Daten zeigen eindrucksvolle Ergebnisse und gute Verträglichkeit auch mit Chemotherapie. Randomisierte Studien müssen die frühen Resultate nun bestätigen.

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  • Spezifische Nebenwirkungen oraler Therapien: kardiovaskuläre Toxizitäten und Infektionen

    Orale Behandlungsmöglichkeiten bei hämatologischen Erkrankungen erlauben zunehmend extramurale ambulante Patientenbetreuung.

    Der Häma-Verbund der Wiener Gebietskrankenkasse unter der Leitung von Prim. Prof. Felix Keil ist ein Paradebeispiel dafür und erlaubt eine flächendeckende wienweite ambulante Patientenversorgung.

    Die modernen oralen Kinaseinhibitoren bieten ein neues Nebenwirkungs-spektrum, hier mit dem Fokus Infektionen und kardiovaskuläre Toxizitäten.

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  • 80 % der krebskranken Kinder und Jugendlichen werden geheilt – und dann?

    Dank multimodaler Therapiekonzepte und hoher Versorgungsstandards in Europa liegt die durchschnittliche 5-Jahres-Überlebensrate über die verschiedenen onkologischen Diagnose­gruppen hinweg (ZNS-Tumoren ausgeschlossen) in Österreich mittlerweile bei über 84 %.

    Eine kontinuierliche Langzeitnachsorge wird aufgrund der stetig wachsenden Anzahl an Survivors kinderonkologischer Erkrankungen dringend benötigt.

    Beteiligte Fachgruppen: KinderonkologInnen, PsychologInnen, Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, SozialarbeiterInnen, Survivors, Kinder-Krebs-Hilfe Organisationen und ErwachsenenmedizinerInnen.

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  • Promotion Case Report/Brentuximab Vedotin (Adcetris®): Fortgeschrittenes Hodgkin-Lymphom – neue Erstlinienbehandlungsoption

Personalisierte Medizin

  • Molekulares Tumorboard: Patient mit metastasiertem Oropharynxkarzinom

    ECOG: 0; 48 Jahre

    Erstdiagnose: Oropharynxkarzinom li., cT2N1M1, Stadium IV; multiple pulmonale Metastasen, 04/2017

    Histologie: Plattenepithelkarzinom, G2, p16-positiv

    Erstlinientherapie: 6 Zyklen Cetuximab, Cisplatin, 5-FU, 04/17–09/17

    Restaging CT 09/17: pulmonal und im Bereich des Primärtumors CR, lediglich 1 positiver LKN übrig

    Proc: Fortführung der Cetuximab-Erhaltungstherapie +Durchführung einer selektiven Neck Dissection li. 10/2017

    Histo: Zwei Lymphknoten, jeweils mit Metastase eines wenig differenziertenPlattenepithelkarzinoms: 2/2 LK positiv

    Restaging 12/2017: Thorakal weiterhin CR, 2 x 2 cm Rezidiv des Oropharynxkarzinoms li., cervikal deutlich progrediente Lymphadenopathie.Bioptische Verifizierung des Oropharynx-Ca’s

    01–03/2018: Primäre Radiotherapie des Oropharynx + cervikal bds. bis 70 Gy

    Restaging CT 05/2018: deutliche PD der Erkrankung cervikal

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Immunonkologie

  • Immunonkologische Ansätze beim Ovarialkarzinom

    Mono-Checkpointinhibitor-Studien zeigten bislang unbefriedigend niedrige Ansprechraten bei Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom.

    Die Kombination mit antiangiogenetischen Substanzen bzw. PARP-Inhibitoren dürfte die Wirksamkeit der Checkpointinhibitoren beim epithelialen Ovarialkarzinom deutlich erhöhen.

    Die weiteren immunonkologischen Ansätze spielen derzeit eine untergeordnete Rolle in der Therapie des Ovarialkarzinoms.

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