SO 03|2019

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

AKTUELL für Sie!

  • Highlights vom ASCO 2019

    Kontext: Der Jahreskongress der American Society on Clinical Oncology (ASCO) bietet eine große Bühne für zulassungs­relevante Studien und Kooperationsprojekte internationaler Studiengruppen. Es gilt als besondere Auszeichnung, global ­geführte Studien stellvertretend zu präsentieren. So konnte Professor Matthias Preusser beispielsweise eine in 10 Ländern geführte Studie der EORTC Brain Tumor Group bei Meningeomen der Weltöffentlichkeit vorstellen – schier ungeheuerlich ­übrigens zu wissen, dass 40.000 Menschen einen Kongress besuchen. Es gab eine Reihe positiver und negativer Daten, ein deklariertes Highlight ist sicher die MONALEESA-7-Studie beim Mammakarzinom oder die ENZAMET-Studie beim Prostatakarzinom. Finale Daten der Keynote-048-Studie bestätigen die Immuntherapie als neuen Erstlinientherapiestandard bei Kopf-Hals-Tumoren. Die Abwägung, bei großem medizinischem Bedarf auf Basis früher Daten rasch eine Zulassung zu ermög­lichen, ist aktuell in zwei Fällen, bei Sarkomen und hepatozellulären Karzinomen, nicht aufgegangen. Erste Daten haben sich in Bestätigungsstudien nicht halten können, was bei seltenen und therapeutisch schlecht erschlossenen Indikationen umso bedauerlicher ist. Mit einem langen PFS überraschend gut waren die Ergebnisse einer Studie zur VEGF-EGFR-Kombina­tionstherapie beim EGFR-mutierten Bronchialkarzinom. Sämtliche Studien wurden im Rahmen des ASCO congress x-press ­(www.medmedia.at) bereits von namhaften Experten diskutiert. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal herzlich für die engagierte und besonders rasche Aufarbeitung der Daten bedankenAusgewählte Studien hat Dr. Ine Schmale (Westerburg) zusammengefasst.

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Focus: Schilddrüsenkarzinome

  • Vorwort: Diskussionen und Trends in der Diagnose und Therapie von Schilddrüsenkarzinomen
    Die Inzidenz des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms nahm in den vergangenen Jahrzehnten in Österreich und weltweit kontinuierlich und deutlich zu, die Mortalität ist davon weitgehend ­unbeeindruckt geblieben. In Österreich war laut den Erhebungen der Statistik Austria der Höhepunkt dieser Inzidenzzunahme im Jahr ...Weiterlesen ...
  • Die neue WHO-Klassifikation 2017: Auswirkungen auf Nomenklatur, Inzidenz und Zytologie der Schilddrüsentumoren

    Neudefinition des minimal invasiven Karzinoms.

    Einführung einer Gruppe von Tumoren mit unklarem malignem Potenzial.

    Reduktion der Malignitätsraten in den einzelnen Kategorien der Bethesda-Klassifikation für die Feinnadel-Aspirationszytologie durch Einführung des NIFTP (nicht invasiver follikulärer Tumor mit papillären Kernveränderungen).

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  • Radiojod beim differenzierten Schilddrüsen­karzinom: Indikationsstellung im Spannungsfeld zwischen Evidenz und personalisierter Medizin

    Patienten mit differenzierten Schilddrüsenkarzinomen (histologisch papilläres oder gut differenziertes follikuläres Karzinom, Tumorausgangsstadium pT1b–pT2, N0, M0) zeigen nach multi-modaler Standardtherapie eine sehr geringe Rezidivrate.

    Die Radiojodablation reduziert die Rezidivrate und vereinfacht für Patienten aller Tumorausgangsstadien die Nachsorge.

    Bei niedrigem postoperativem Thyreoglobulin (< 2 ng/dl) kann die Radiojodablation von residuellem Schilddrüsengewebe mit niedrigen Aktivitäten (1.110 MBq Jod-131) unter Stimulation mit rekombinantem, humanem TSH (rhTSH) erfolgen.

    Bei höherem Rezidivrisiko (> pT2, N1a/b, histologisch aggressivere Tumorvarianten, TERT- und BRAFV600E-Mutation) ist die Aktivität zur Radiojodablation unter rhTSH höher anzusetzen (bis 3.700 MBq Jod-131).

    Bei persistierender oder rekurrenter Tumorerkrankung ist die Anwendung hoher Aktivitäten (> 3.700–7.400 MBq Jod-131) der Radiojodtherapie erforderlich. Ein Ansprechen auf serielle Radiojodtherapien führt gerade bei jüngeren Patienten häufig zur kompletten Remission, bei älteren zu einer wesentlichen Verbesserung der Überlebensrate.

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  • Systemische Therapieoptionen des Jod-negativen Schilddrüsenkarzinoms

    Konventionelle Chemotherapie wird zwar generell als nicht wirksam angesehen, wurde allerdings nie nach modernen Richtlinien und Ansprechparametern ausreichend getestet.

    Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom: Bei dieser seltenen, aggressiven Form stellt ein kombiniertes Vorgehen mit Radio-Chemotherapie und Chirurgie die bevorzugte Behandlungsart dar.

    Jod-refraktäres differenziertes Schilddrüsenkarzinom: Mit den Tyrosinkinase-Inhibitoren ­Sorafenib (DECISION-Studie) und Lenvatinib (SELECT-Studie) konnte das progressionsfreie Überleben verlängert werden, wobei im Vergleich mit Placebo eine deutliche Zunahme an serious adverse events beobachtet wurde.

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  • Therapie des medullären Schilddrüsenkarzinoms: Chirurgie und mehr

    Medulläres Schilddrüsenkarzinom (MTC)

    Seltener Tumor mit schlechter Prognose, sobald klinisch manifest

    Gute Prognose bei früher Diagnose und konsequenter Chirurgie: Dies gelingt durch systematisches Calcitoninscreening bei jedem Schilddrüsenknoten und sorgfältiger Planung des operativen Ersteingriffes

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Kongress

Panorama

  • Chronisch lymphatische Leukämie – neue Behandlungsleitlinie

    Die große Dynamik in der Diagnostik und v. a. bei den Therapiemöglichkeiten der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) in den letzten Jahren erforderte eine Überarbeitung der Onkopedia-Leitlinie zur Behandlung der CLL. Univ.-Prof. Dr. Dominik Wolf, Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin V, Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Universität Innsbruck, erläutert die wesentlichsten Änderungen des rezenten Leitlinien-Updates1 – insbesondere den Stellenwert von Ibrutinib als Erstlinienmedikation sowie die Empfehlung, den IgHV-Mutationsstatus bei der Therapieentscheidung fortan miteinzubeziehen.

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  • Die Behandlung der thrombotisch-thrombopenischen Purpura (TTP)

    u Die TTP ist eine akute, dramatisch verlaufende Erkrankung mit Hämolyse, Thrombopenie und diffuser Organschädigung.u Rasche Diagnose und Therapieeinleitung sind lebensrettend; deutliche Prognose­-verbes­serung durch neue Diagnose- und Therapiemethoden.u Die Schwere der Erkrankung rechtfertigt unter Umständen eine Off-Label-Therapie.

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Personalisierte Medizin

Translationelle Onkologie

  • Ausbreitungsmechanismen des Pleuramesothelioms

    Sarkomatoide Mesotheliome zeigen Charakteristika der EMT (epithelial mesenchymal transition).

    Dies wird über eine FGF2-MAP-Kinase-MMP1-Signalkette induziert und kann durch FGF-­Rezeptor-Inhibitoren blockiert werden.

    MAP-Kinase-Signale führen auch zu einer erhöhten Expression des Immun-Checkpoint-Proteins PD-L1 in Mesotheliomzellen.

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Immunonkologie