UIM 10|2020

Herausgeber: o. Univ.-Prof. Dr. Günter J. Krejs

Brief des Herausgebers

  • Brief des Herausgebers 10/20
    Liebe Leserinnen und Leser! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
    Im 2. Lockdown lernen wir, dass vieles, was vorher selbstverständlich war, wie z. B. die persönliche Teilnahme an internationalen medizinischen Kongressen, doch nicht selbstverständlich ist. Über 2 Millionen sind dem Aufruf zum ...Weiterlesen ...

Editorial

  • Präzisionsmedizin: Interdisziplinäre Zusammenschau
    Auf dem MedUni Wien-Campus /AKH Wien entsteht derzeit das Zentrum für Präzisionsmedizin, das eine zukunftsorientierte Forschung in personalisierter Medizin ermöglichen soll. Maßgeschneiderte Prävention und Therapie mittels innovativer, molekularer, diagnostischer und therapeutischer Verfahren ist eine Zukunftsvision, die in vielen Disziplinen bereits ...Weiterlesen ...

Aktuell

  • Behandlung hospitalisierter COVID-19-Patienten

    Ziel der Sauerstoffsättigung im Pulsoximeter (SpO2): > 88 %

    Dexamethason: Hospitalisierte COVID-Patienten MIT O2-Bedarf sollen Dexamethason erhalten. Besteht KEIN O2-Bedarf, soll kein Dexamethason verordnet werden.

    Selektierte hospitalisierte COVID-Patienten MIT O2-Bedarf können Remdesivir erhalten.

    Selektierte hospitalisierte COVID-Patienten MIT O2-Bedarf können Rekonvaleszenten-Plasma erhalten (Off-Label-Use).

    COVID-Patienten haben ein erhöhtes Thromboembolierisiko.

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Seite der Gesellschaft

  • Im Gespräch mit Prof. Jost

    Nach 18-jähriger Tätigkeit (Professur seit 2018) an der Technischen Universität München folgte Univ.-Prof. Dr. Philipp Jost mit 1. Oktober 2020 dem Ruf als Professor für Onkologie an die MedUni Graz. Im Interview mit UNIVERSUM INNERE MEDIZIN sprach der renommierte Experte für molekulare Tumortherapie u. a. über seine Schwerpunktsetzung, über Interdisziplinarität und über die Rolle der Lehre in der Onkologie.

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Seite des niedergelassenen Internisten

Angiologie

  • DOAK bei Karzinompatienten: Probleme bei Thrombosen

    Der Stellenwert der direkten oralen Faktor-Xa-Hemmer in der Behandlung der tumorassoziierten VTE ist heutzutage unumstritten und in führenden Leitlinien verankert.

    Wechsel- und Nebenwirkungen durch tumorspezifische Therapien, Gewährleistung der oralen Resorption, Indikation zur längerfristigen Antikoagulation und patienten- sowie tumorspezifisches Blutungsrisiko präsentieren zentrale Herausforderungen in der Behandlung der tumorassoziierten VTE mit DOAK.

    Der Einsatz von DOAK in der Prophylaxe von tumorassoziierten Thrombosen gewinnt zunehmend an Bedeutung.

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Hämatologie und Hämostaseologie

  • Die EXALT-2-Studie zeigt den Weg

    Das Ziel der Präzisionsmedizin lautet: die richtige Therapie für den richtigen Patienten zur richtigen Zeit.

    Genetische Untersuchungen erlauben zielgerichtete Therapien nur für wenige Patienten.

    Single-Cell Differential Drug Screening erweist sich als wirkungsvolles diagnostisches Werkzeug im Management aggressiver hämatologischer Neoplasien.

     

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Rheumatologie

  • Eine rätselhafte Entzündung von mehreren Seiten

    Es schien wie verhext – für einen bis dahin fitten und stets sportlichen 67-jährigen Mann begannen sich mit Beginn des Jahres 2020 für ihn vollkommen ungewohnte, medizinische Rückschläge zu häufen. Was zunächst mit einer ambulant behandelbaren Pneumonie verhältnismäßig harmlos begann, sollte in den darauf folgenden Wochen in immer umfassendere, entzündliche Organaffektionen münden, die zunächst keinen Zusammenhang boten.

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Präzisionsmedizin

  • Zentrum für Präzisionsmedizin der MedUni Wien: „Die Präzisionsmedizin hält überall Einzug“

    Im Rahmen eines der größten Investitionsprojekte entstehen am MedUni Campus AKH drei Zentren, in denen die Medizin des 21. Jahrhunderts gestaltet wird; das Zentrum für Präzisionsmedizin ist eines davon.

    UNIVERSUM INNERE MEDIZIN sprach mit Dipl.-Ing. Dr. Michaela Fritz, Vizerektorin für Forschung und Innovation an der Medizinischen Universität Wien über Aufgaben und Ziele des Zentrums für Präzisionsmedizin, den Status quo und die Zukunft der Präzisionsmedizin in Österreich. 

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  • Status quo und Future Outlook – Endokrinologie: ein Blick auf Forschung und Klinik

    Personalisierte oder Präzisionsmedizin ist bereits jetzt in vielen Bereichen State of the Art und wird in Zukunft in der Endokrinologie eine noch größere Rolle spielen.

    Für zentrale endokrinologische Diagnosen wie Diabetes mellitus, Adipositas, Schilddrüsenfunktionsstörungen, aber auch seltene Erkrankungen stehen personalisierte Therapien zur Verfügung bzw. befinden sie sich in klinischer Untersuchung.

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  • Präzisionsmedizin in der Rheumatologie: Präzision in Diagnostik, Prädiktion und Therapie

    Präzisionsmedizin ist ein neuer Begriff eines alten Konzepts.

    Präzision ist kein Superlativ, sondern ein Kontinuum.

    Aktuell erlaubt Präzisionsmedizin in der Rheumatologie eine Identifizierung von Patienten mit schlechter Prognose.

    In Zukunft soll die Präzisionsmedizin in der Rheumatologie die Auswahl spezifischer Therapien auf Basis von existierenden Markern ermöglichen.

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  • Präzisionsmedizin in der Onkologie: Gezielte Therapie über Organgrenzen hinaus

    Präzisionsmedizinische Behandlungsstrategien können in verschiedenen Tumorentitäten auch nach Versagen aller Standardlinien wirksam sein; molekularbasierte Therapieempfehlungen sollten im Idealfall im Rahmen klinischer Studien oder Programme eingesetzt werden.

    Das Tumorgenom ist instabil, daher sollten molekulare Profile sehr rasch erstellt werden. Die zellfreie ctDNA kann zukünftig dazu beitragen, die Turnaround Time von der Initiierung der molekularen Profilerstellung und dem Beginn einer maßgeschneiderten Therapie zu vermindern.

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Endokrinologie & Stoffwechsel

  • Diabetologie im Fluss

    Die Jahrestagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft fand von 19. bis 21. November erstmals virtuell statt.

    Als Nachlese finden Sie hier eine kleine Zusammenstellung einiger Highlights der Jahrestagung.

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  • Adipositas und Herzinsuffizienz

    29–40 % der an Herzinsuffizienz erkrankten Patienten sind übergewichtig; 30–49 % der Patienten weisen eine Adipositas auf.

    „Obesity-Paradox“: Adipositas ist zwar ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz, dennoch weisen adipöse, herzinsuffiziente Patienten eine signifikant höhere Überlebensrate auf.

    Mögliche Mechanismen umfassen u. a. ein abgeschwächtes Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, ein protektives Zytokinprofil und größere metabole Reserven.

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  • Endokrine Hypertonie in Guidelines und Forschung

    Der primäre Hyperaldosteronismus (PHA) ist die häufigste sekundär endokrine Hypertonieform (ca. 5 bis 10 % aller Hypertoniepatienten) und ist im Vergleich zu primärer arterieller Hypertonie mit einem deutlich erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden.

    Der Screeningtest für PHA ist die Bestimmung der Aldosteron-Renin-Ratio, die auch unter laufender antihypertensiver Medikation durchgeführt werden kann.

    Das Phäochromozytom/Paragangliom ist zwar eine seltene, aber meistens fatal verlaufende sekundäre Hypertonieform, bei der man als Abklärung Normetanephrin und Metanephrin entweder im Plasma oder im 24-Stunden-Harn bestimmt.

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Gastroenterologie & Hepatologie

  • Highlights der United European Gastroenterology Week

    Darmkrebs und COVID-19: Eine moderate (7–12 Monate) bzw. eine lange (> 12 Monate) Verzögerung des Screenings führt zu einem 3%igen bzw. 7%igen Anstieg an fortgeschrittenen kolorektalen Karzinomen.

    CED: Eine Symptommilderung sowie der Effekt auf die Lebensqualität sind auch ein Jahr nach fäkaler Mikrobiota-Transplantation anhaltend.

    Eine Cholezystektomie nach Gallengangsteinen hat keinen Effekt auf die Mortalität bei älteren Patienten.

    Artifical Intelligence ermöglicht die Abschätzung der Größe von kolorektalen Polypen.

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  • Nachbetreuung von Patienten nach Heilung der chronischen Hepatitis C

    Nach Heilung der chronischen Hepatitis C kann ein Algorithmus aus Lebersteifigkeitsmessung und der Ratio aus Von-Willebrand-Faktor/Thrombozythenzahl das Bestehen einer klinisch signifikanten portalen Hypertension und damit verbundener Komplikationen vorhersagen.

    6-monatliche Ultraschalluntersuchungen bei Patienten mit fortgeschrittener Fibrose/Zirrhose vor Therapiebeginn sollen zur Früherkennung des hepatozellulären Karzinoms zusätzlich weitergeführt werden.

    Bezüglich gastroskopischer Kontrollen wird ein individualisiertes Vorgehen entsprechend dem Billroth-III-Konsensus empfohlen.

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  • Immuntherapie bei gastrointestinalen Tumoren

    Die Therapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren ist neben der Chemo-,zielgerichteten, Strahlentherapie und Chirurgie ein fester Bestandteil der Therapiesäulen bei soliden Tumoren.

    Lange Zeit wurde primär auf eine Monotherapie gesetzt, aber die Resultate des heurigen Jahres zeigen, dass bei GI-Tumoren mehr auf Kombinationsstrategien und Subgruppen zu setzen ist.

    In diesem Sinne werden in absehbarer Zeit sicher noch einige Paradigmenwechsel zu sehen sein.

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  • Innere Medizin Compact: Darm (Teil II) | 2 DFP-Punkte

    Im Rahmen der ÖGIM-Fortbildungsreihe „Innere Medizin Compact“ bieten wir ergänzend auch ein DFP-E-Learning an.
    Der vorliegende Beitrag ist dem Thema „Darm“ gewidmet und gliedert sich in 2 Teile mit jeweils 2 Kapiteln;

    Teil I: Clostridium difficile und Kolorektalkarzinom

    Teil II: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Probiotika bei Darmerkrankungen

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Geriatrie

  • Digitales Diabetesmanagement mit Entscheidungsunterstützung in der Akutgeriatrie

    Digitales Arbeitsablauf- und Entscheidungsunterstützungssystem mit integriertem Basalinsulin­algorithmus ermöglicht ein wirksames, sicheres und einfaches Blutzuckermanagement in der ­Akutgeriatrie.

    Der GlucoTab-Basalinsulinalgorithmus soll zukünftig für den Routineeinsatz bei geriatrischen Patienten weiterentwickelt und für die Anwendung im Pflegeheim und in der mobilen Hauskrankenpflege erweitert ­werden.

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Nephrologie

  • Therapieoptionen bei urämischem Pruritus

    Urämischer Pruritus ist bei Dialysepatienten eines der am häufigsten beschriebenen Symptome.

    Urämischer Pruritus ist subjektiv quälend und kann zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.

    Mit dem κ-Opioid-Rezeptor-Agonisten Difelikefalin besteht möglicherweise ein neuer, nebenwirkungsarmer Therapie-Ansatz.

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Infektiologie

  • Mit der Darmflora Infektionen bekämpfen

    Eine rezent in Nature Communications veröffentlichte Arbeit untersuchte, ob mit Hilfe der natürlichen Darmflora eine Infektion mit Clostridioides difficile nach Antibiotika-Behandlungen verhindert werden kann.

    Erste Erfolge konnten mit Darmbakterien erzielt werden, die dieselben Zucker aus der Darmschleimhaut als Energiequelle nutzen wie C. difficile. Diese Bakterien verlangsamen das Wachstum von C. difficile und können so eine Infektion abschwächen.

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Schmerzmedizin

  • Diagnose und nichtinterventionelle Therapie neuropathischer Schmerzen

    In der Diagnostik neuropathischer Schmerzen stehen die Anamnese und die klinisch-neurologische Untersuchung im Vordergrund.

    Wenn möglich, soll eine kausale Therapie der zugrundeliegenden Erkrankung erfolgen.

    Der Einsatz sog. Antineuropathika erfordert ein ausführliches Patientengespräch, in dem über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt wird und vorab gemeinsame Ziele definiert werden müssen.

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Kardiologie

  • Inkorrekte NOAK-Dosis kann fatale Folgen haben

    Rezenten Registerdaten zufolge erhält über ein Viertel der mit NOAK behandelten Patienten mit Vorhofflimmern eine inkorrekte NOAK-Dosis.

    Eine inkorrekte Dosierung war, verglichen mit korrekter Dosierung, mit einer erhöhten Gesamtmortalität verbunden.

    Keine signifikanten Unterschiede gab es zwischen inkorrekter und korrekter Dosierung bzgl. Schlaganfall, systemischen Embolien und schweren Blutungen.

    Jedoch zeigte sich ein nichtsignifikanter Trend für ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle, systemische Embolien und schwere Blutungen bei Überdosierung sowie ein geringeres Risiko für schwere Blutungen bei Unterdosierung.

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Palliativmedizin

  • Sterbehilfe und assistierter Suizid

    Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat mit seiner am 11. 12. 2020 verkündeten Entscheidung festgestellt, dass der § 78, 2. Tatbestand Strafgesetzbuch (Hilfeleistung beim Suizid) verfassungswidrig und daher aufzuheben ist. § 78, 1. Tatbestand (Verleitung zum Selbstmord) und der § 77 (Tötung auf Verlangen) sieht der VfGH als verfassungskonform an.

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Pneumologie

  • Inhalative Steroide bei COPD

    Die überwiegende Zahl an COPD-Studienpatienten zeigt einen Vorteil unter inhalativem Kortison (ICS), allerdings spiegeln Studien nur einen geringen Prozentsatz der Real-World-Patienten wider.

    Bei Vorliegen von Asthma oder bei einer Eosinophilenzahl > 300 /µl ist eine ICS-Therapie bei COPD indiziert.

    Bei niedriger Eosinophilenzahl liegt keine ausreichende Evidenz für einen positiven ICS-Effekt vor, insbesondere dann, wenn keine oder nur wenige Exazerbationen vorliegen.

    Bei zusätzlich sehr vielen Packungsjahren und/oder einer Vorgeschichte mit Pneumonien ist von einem ICS abzuraten.

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