Weltweit sind mehr als 230 Millionen Menschen von atopischer Dermatitis (AD) betroffen. Die Erkrankung beeinträchtigt nicht nur die Haut, sondern kann auch Schlaf, Alltag, Leistungsfähigkeit und psychosoziales Wohlbefinden erheblich beeinflussen.1
AD ist damit weit mehr als ein Hautausschlag und stellt eine relevante chronisch entzündliche Erkrankung mit hoher individueller und gesundheitspolitischer Bedeutung dar. Eine konsequente, abgestufte Therapie und eine frühzeitige Kontrolle der Erkrankungsaktivität sind daher entscheidend. Aktuelle Empfehlungen für die AD-Therapie sind in der S3-Leitlinie zusammengefasst.2
Die Grundlage jeder AD-Therapie bilden topische Basispflege mit rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Externa sowie die Vermeidung von Triggern (z. B. hautreizende Kleidung). Die Basispflege ist sowohl während als auch außerhalb akuter Schübe anzuwenden. Bei leichten bis moderaten Ekzemen ist eine Therapie mit topischen Kortikosteroiden oder topischen Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus) indiziert. Bei mittelschwerer AD kann eine proaktive Therapie mit topischen Calcineurin-Inhibitoren auf vormals betroffenen Arealen das Rezidivrisiko minimieren. Da sie keine Hautatrophie verursachen, sind sie auch für empfindliche Körperstellen (Augenlid, Genitalbereich, Achseln) und für eine Langzeitbehandlung geeignet.2
Bei mittelschwerer bis schwerer AD ist eine systemische Therapie mit Biologika oder JAK-Inhibitoren empfohlen, die zusätzlich zur Basispflege und der topischen Therapie erfolgt. Dupilumab ist insbesondere bei weiteren Erkrankungen des atopischen Formenkreises wie allergischer Rhinitis oder Asthma bronchiale geeignet. Als weitere Biologika stehen Lebrikizumab, Tralokinumab und Nemolizumab zur Verfügung. Unter den JAK-Inhibitoren sind Baricitinib, Upadacitinib und Abrocitinib zur systemischen Behandlung der AD zugelassen. Sie wirken rasch gegen den Pruritus und können zur Verbesserung der Hautbarriere beitragen. Vor Beginn einer Therapie mit JAK-Inhibitoren sind ein Screening, insbesondere auf Infektionen, sowie eine Erfassung relevanter kardiovaskulärer und thromboembolischer Risikofaktoren erforderlich; unter Therapie ist ein regelmäßiges klinisches und labormedizinisches Monitoring notwendig.2
Anlässlich des World Atopic Eczema Day 2026 am 14. September setzen sich Patientenorganisationen auf der ganzen Welt für Aufklärung und Verbesserung der Lebensqualität ein, um Patient:innen sowie ihre Familien zu unterstützen und zu würdigen und um die breite Öffentlichkeit zu informieren, um das Verständnis für die atopische Dermatitis und ihre Auswirkungen zu verbessern.1